Besserwisserwissen: Körperkontakt hilft gegen Stress


Es gibt eine neue Portion Wissen zum Mitnehmen und Angeben. Diesmal geht es um unsere psychische Gesundheit: Wusstest du, dass Körperkontakt gegen Stress hilft?
Von Nina Sabo, funky-Jugendreporterin

Filmszenen aus längst vergangenen Zeiten, in denen fremde Menschen dicht an dicht nebeneinandersitzen, lassen uns momentan innerlich zusammenzucken. Die Pandemie hat unsere Sichtweise auf körperliche Nähe völlig durcheinandergebracht. Wir fragen uns in diesen Momenten sofort, warum die Schauspieler*innen keine 1,5 Meter Abstand halten und spüren den Regelbruch beinahe physisch.

Ein Mensch braucht 66 Tage, um neue Gewohnheiten zu etablieren

Die Forscherin Phillippa Lally vom University College in London fand heraus, dass ein Mensch 66 Tage braucht, um neue Gewohnheiten zu etablieren und bestimmte Verhaltensweisen automatisch auszuführen. Im Hinblick auf die Corona-Pandemie hatten wir also mehr als genug Zeit, um uns neue Maßnahmen, wie das Abstandhalten, anzutrainieren. Tauchen wir also nun in Welten ein, wo die mühsam eingeübte Gewohnheit ignoriert werden, irritiert uns diese Sorglosigkeit.

Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass wir zu kontaktscheuen Wesen mutieren. Im Gegenteil: Jede*r von uns hatte im Corona-Jahr das sehr starke Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung. Nicht nur bleibt uns dank der Masken die Mimik der Anderen verborgen, uns fehlt vor allem der Körperkontakt. Vielleicht müssen es nicht unbedingt Kuschelpartys sein, aber eine Begrüßungsumarmung unter Freund*innen oder eine liebevolle Geste im Gespräch tut manchmal einfach zu gut. Aber warum hilft Körperkontakt eigentlich gegen Stress?

Berührungen sorgen bei Stresszuständen für Entspannung

Haptikforscher*innen und Psycholog*innen fanden heraus, dass Körperkontakt ein ganz natürliches Bedürfnis ist, das für unseren Zen-Modus sorgt. Zurückzuführen ist das auf unsere vorgeburtliche Entwicklung. Noch bevor andere Sinneswahrnehmungen entwickelt werden, ist der menschliche Fötus in der Lage, physische Einwirkungen zu registrieren. Durch diese Reize, die wir schon ab der siebten Schwangerschaftswoche wahrnehmen, wird nicht nur unser neuronales und körperliches Wachstum gefördert. In der frühkindlichen Entwicklung sind es vor allem Berührungen, die in Stresszuständen für Entspannung und psychisches Gleichgewicht sorgen.

Der Haptikforscher Martin Grundwald von der Universität Leipzig erklärt auch, dass Körperinteraktionen von Anfang an unsere Beziehungen zu anderen stützen und stabilisieren. Gerade weil körperliche Nähe wie ein soziales Bindemittel funktioniert, können wir nicht vollständig darauf verzichten – und seien es nur kleine und kurze Gesten. So ganz ohne geht es eben nicht.

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.