Meinung

Kommentar: Ode an den Radiosender COSMO

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Der Radiosender COSMO steht vor dem Aus.

Ein kurzer Schockmoment für die COMSO Radio-Community: Das Weiterbestehen des Senders stand auf der Kippe. Und auch wenn inzwischen wieder aufgeatmet werden kann, nimmt unsere Jugendreporterin die Diskussion zum Anlass, ihre Gefühle für den Radiosender zum Ausdruck zu bringen.

Rita Rjabow, funky-Jugendreporterin

Gibt es etwas Schöneres als den Moment, in dem man seine Muttersprache im Radio hört? Nicht nur einen guten Song – sondern den Soundtrack, der sich anfühlt wie ein Stück zu Hause. Die Sprache der Kindheit, Rhythmen aus der Heimat der Eltern, Gedanken, die sich nach Verstehen anfühlen.

Und das nicht durch Zufall. Keinen Algorithmus. Sondern durch COSMO. Ein Radiosender, der nicht einfach dudelt, sondern da ist. Zwischen dem Chai am Morgen und den ersten WhatsApp-Nachrichten. Auf dem Heimweg nach einem langen Tag, wenn einem die Worte fehlen – aber die Musik genau das sagt, was man gerade fühlt.

COSMO ist Vielfalt zum Einschalten. Und das seit Jahren. Noch lange bevor Redaktionen „Diversität“ buchstabieren konnten. Ohne Zielgruppen mitzudenken. Für Millionen Menschen ist COSMO seit Jahren ein akustischer Ort der Hoffnung. COSMO hat einfach gesendet. In Sprachen, die verstanden wurden, bevor sie übersetzt werden mussten.
 Mit Themen, über die sonst niemand sprach – zumindest nicht so.
 Mit Stimmen, in denen man sich wiederfand. Nicht nur im Akzent, sondern in der Haltung. Ein Programm, das politisch denkt, ohne parteilich zu sein.
 Ein Sender, der nicht nur sendet – sondern verbindet.

Und genau dieser Sender sollte jetzt so nicht mehr weiter existieren? Weil „Effizienz“ wichtiger ist als Relevanz?
 Genau das stand vor kurzem zur Debatte. Doch dank einer Petition, die von über 67.000 Menschen unterzeichnet wurde, ist nun klar: COSMO darf bleiben.

Und das ist gut und wichtig. Denn COSMO ist nicht nur ein Radiosender. COSMO ist ein Gefühl.
 Für all die, die zwischen den Kulturen aufgewachsen sind.
 Für alle, die sich nie ganz hier oder dort, sondern irgendwo dazwischen verorten. Für alle, die zu Hause vermissen. Für alle, die ihre Muttersprachen nicht aus dem deutschen Fernsehen kennen. Für Menschen, die sich in klassischen Programmen selten wiederfinden – aber in COSMO jeden Tag. Natürlich kann man sagen: „Es gibt doch Podcasts, Playlists, Content on demand.“
 Aber COSMO ist mehr als Inhalte.
 COSMO ist Haltung in Echtzeit.
 Ein Ort, der nicht nur über Communities spricht, sondern mit ihnen. Und das Beste?
 Man muss nichts abonnieren, nichts zahlen, sich nirgends anmelden.
 Nur einschalten. Und da sein.
 Mit allem, was man ist.

Denn COSMO ist für viele mehr als Radio.
 Es ist Identität. Empowerment. Zugehörigkeit.
 Ein Gefühl, das sagt: Du bist nicht allein.

COSMO ist ein Versprechen.
 Auf Sichtbarkeit. Auf Teilhabe. Auf Nähe.
 Und deshalb sage auch ich: Wer das Programm abschaltet, macht mehr als eine Frequenz still. Ohne den Sender würde es in meinem Zuhause leiser werden. Auf viele weitere Jahre COSMO!

Du willst mehr? Du bekommst mehr!

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.