Es gibt Menschen, die behaupten, wir lebten in der langweiligsten aller Dystopien. Die Apokalypse geschieht, aber besonders spektakulär ist sie nicht. Alles geht einfach langsam, aber unaufhaltsam den Bach runter. Mit einem ähnlichen Ausgangspunkt beginnt auch „The Life of Chuck“, der neue Kinofilm des US-amerikanischen Regisseurs Mike Flanagan, der im ersten Drittel wie eine beklemmend präzise Überzeichnung unserer Gegenwart wirkt. Nur: Gerade am spannendsten Punkt schlägt der Film abrupt einen anderen Ton an, schwenkt in ein gänzlich anderes Genre um und möchte eine große lebensphilosophische Abhandlung sein. Und blöderweise kommt diese Sinnsuche kaum über Kalenderspruch-Niveau hinaus. Schade.
„The Life of Chuck“ erzählt Chucks Geschichte in umgekehrter Reihenfolge. Besagtes erstes Drittel des Films wird deshalb auch als dritter Akt angekündigt. Und dieser baut zunächst ein faszinierendes und unheimliches Mysterium auf: Weltweit bricht das Internet zusammen, Naturkatastrophen häufen sich und nach und nach stellt sich bei den Menschen das Gefühl ein, dass das Ende diesmal wirklich nahe ist. Das stimmt sie nicht unbedingt verzweifelt oder wütend, vielmehr wirken sie resigniert. Das einzig Seltsame sind all die Plakate und Werbespots, die einem gewissen Chuck Krantz für „39 großartige Jahre“ danken. Wer zur Hölle ist dieser Chuck?
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Die Antwort liefern die folgenden Akte zwei und eins, die sich Chucks Leben widmen. Und während der Film zuvor noch den Fokus auf den Zusammenbruch der Zivilisation und die menschliche Hybris legte, dreht er sich jetzt ums … Tanzen. Ab diesem Punkt wirkt „The Life of Chuck“ stellenweise nur noch wie eine Mischung aus Netflix-Feelgood-Movie und Instagram-Motivations-Kachel: „Genieße dein Leben, auch wenn’s manchmal hart ist!“ Das mag bei manchen Zuschauenden emotional verfangen, bleibt aber wenig originell. Erfreulicherweise ist das Drama insgesamt solide inszeniert und von allen Beteiligten gut gespielt, sodass mitnichten von einer filmischen Vollkatastrophe gesprochen werden kann.
(c) Tobis Film
Die Adaption bleibt sehr nah an ihrer literarischen Vorlage – der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King – und fügt die drei Akte zu einem stimmigen, wenn auch ziemlich bedeutungsschwangeren Gesamtbild zusammen, in dem am Ende sogar die schleichende Apokalypse vom Anfang einen Sinn ergibt. Doch trotz dieser ambitionierten Struktur hat „The Life of Chuck“ inhaltlich weniger Tiefe zu bieten, als man annehmen könnte. Die Geschichte präsentiert sich als große philosophische Reflexion über das Leben – was bleibt, ist ein optimistisches und visuell ansprechendes Werk, aber wenig Substanz.
„The Life of Chuck“ läuft ab dem 24. Juli 2025 im Kino.
Es gibt Menschen, die behaupten, wir lebten in der langweiligsten aller Dystopien. Die Apokalypse geschieht, aber besonders spektakulär ist sie nicht. Alles geht einfach langsam, aber unaufhaltsam den Bach runter. Mit einem ähnlichen Ausgangspunkt beginnt auch „The Life of Chuck“, der neue Kinofilm des US-amerikanischen Regisseurs Mike Flanagan, der im ersten Drittel wie eine beklemmend präzise Überzeichnung unserer Gegenwart wirkt. Nur: Gerade am spannendsten Punkt schlägt der Film abrupt einen anderen Ton an, schwenkt in ein gänzlich anderes Genre um und möchte eine große lebensphilosophische Abhandlung sein. Und blöderweise kommt diese Sinnsuche kaum über Kalenderspruch-Niveau hinaus. Schade.
„The Life of Chuck“ erzählt Chucks Geschichte in umgekehrter Reihenfolge. Besagtes erstes Drittel des Films wird deshalb auch als dritter Akt angekündigt. Und dieser baut zunächst ein faszinierendes und unheimliches Mysterium auf: Weltweit bricht das Internet zusammen, Naturkatastrophen häufen sich und nach und nach stellt sich bei den Menschen das Gefühl ein, dass das Ende diesmal wirklich nahe ist. Das stimmt sie nicht unbedingt verzweifelt oder wütend, vielmehr wirken sie resigniert. Das einzig Seltsame sind all die Plakate und Werbespots, die einem gewissen Chuck Krantz für „39 großartige Jahre“ danken. Wer zur Hölle ist dieser Chuck?
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Die Antwort liefern die folgenden Akte zwei und eins, die sich Chucks Leben widmen. Und während der Film zuvor noch den Fokus auf den Zusammenbruch der Zivilisation und die menschliche Hybris legte, dreht er sich jetzt ums … Tanzen. Ab diesem Punkt wirkt „The Life of Chuck“ stellenweise nur noch wie eine Mischung aus Netflix-Feelgood-Movie und Instagram-Motivations-Kachel: „Genieße dein Leben, auch wenn’s manchmal hart ist!“ Das mag bei manchen Zuschauenden emotional verfangen, bleibt aber wenig originell. Erfreulicherweise ist das Drama insgesamt solide inszeniert und von allen Beteiligten gut gespielt, sodass mitnichten von einer filmischen Vollkatastrophe gesprochen werden kann.
Die Adaption bleibt sehr nah an ihrer literarischen Vorlage – der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King – und fügt die drei Akte zu einem stimmigen, wenn auch ziemlich bedeutungsschwangeren Gesamtbild zusammen, in dem am Ende sogar die schleichende Apokalypse vom Anfang einen Sinn ergibt. Doch trotz dieser ambitionierten Struktur hat „The Life of Chuck“ inhaltlich weniger Tiefe zu bieten, als man annehmen könnte. Die Geschichte präsentiert sich als große philosophische Reflexion über das Leben – was bleibt, ist ein optimistisches und visuell ansprechendes Werk, aber wenig Substanz.
„The Life of Chuck“ läuft ab dem 24. Juli 2025 im Kino.
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