Optimismus als Haltung in der Dauerkrise

Eine lachende Frau.
Es ist wichtig, sich stets etwas Optimismus zu bewahren.
Larissa Menne, funky-Jugendreporterin

„Konflikte, Krisen und Klimawandel“, beim Blick auf die Nachrichten scheint es, als stecke die Welt im Dauerkrisenmodus. Politische Instabilität und gesellschaftliche Spaltung scheinen die Welt zu prägen. Die Schlagzeilen machen wütend, traurig oder schlicht müde. Doch gerade in krisenreichen Zeiten ist es wichtig, auf die positiven Dinge zu blicken und sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu engagieren.

„Generation Krise“, so wird die „Generation Z“ auch häufig beschrieben. Und tatsächlich haben Jugendliche und junge Erwachsene schon viele Krisen mitgemacht. So erlebten sie in ihrer Jugend die Corona-Pandemie oder den Ukraine-Konflikt. Viele „Dauerkrisen“ wie die Inflation oder der Klimawandel werden sie voraussichtlich ihr gesamtes Leben begleiten. Doch deutlich wird auch, dass sowohl jede:r einzelne als auch die Gesellschaft durch die Krisen stärker geworden ist und neue Möglichkeiten, Innovationen und Projekte entstanden sind, die es ohne die Krisen vermutlich nie gegeben hätte. Ohne den Glauben daran, dass Wandel möglich ist, gäbe es weder Innovationen in der Energiewende noch politische Fortschritte und Bündnisse wie die Europäische Union. Im Fokus standen dabei neben individueller Initiative auch immer Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und Verständnis. Ein Aufeinanderzugehen ist in Krisenzeiten sowohl zwischen internationalen Gruppen als auch zwischen den Generationen unerlässlich. Entgegen der in älteren Generationen häufig verbreiteten Meinung, die junge Generation sei „verwöhnt oder faul“, haben junge Menschen einen entscheidenden Anteil am gesellschaftlichen Zusammenhalt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind beispielsweise mehr junge Menschen ehrenamtlich engagiert als vor 30 Jahren.

Die altbekannte Floskel „Früher war alles besser“ stimmt dabei in vielen Bereichen nicht. Themen wie der Klimawandel, Rassismus oder Gleichberechtigung erhielten einfach keine Aufmerksamkeit. Dass sich insbesondere im Bereich Gleichberechtigung in den letzten Jahrzehnten viel getan hat, gibt Anlass für Optimismus. Gleichzeitig waren die Chancen für Bildung und Gesundheit in Deutschland noch nie so gut wie heute.

Die jungen Menschen sind somit zwar nicht „wohlstandsverwahrlost“, doch zu Recht optimistisch. Denn optimistisch zu sein, bedeutet nicht die Realität zu ignorieren, sondern neue Visionen zu kreieren und Veränderungen anzutreiben. Das kann dabei auf ganz vielfältige Weise geschehen, beispielsweise mit ehrenamtlichem oder politischem Engagement. Ganz nach dem Motto „Verlasse die Welt ein kleines bisschen besser als du sie vorgefunden hast“.

Denn jede Generation hat ihre eigenen Herausforderungen. Waren es für unsere Großeltern die Nachkriegszeit und für unsere Eltern der Kalte Krieg, so erlebten sie auch das Wirtschaftswunder, die Globalisierung und die Wiedervereinigung. Trotz aller Krisen wird also auch die heutige Generation positive Dinge erleben.

Gerade auf persönlicher Ebene können die Menschen in Deutschland darauf zu Recht Hoffnung haben. So ist es im beruflichen Bereich möglich, ohne Studiengebühren zu studieren, es gibt viele Wege in die Selbständigkeit und wenn die „Boomer-Generation“ in den nächsten Jahren in Rente geht, ermöglicht auch der Arbeitsmarkt noch mehr Perspektiven für junge Menschen. Und auch in der Freizeitgestaltung waren die Menschen in Deutschland selten so frei wie heute. Gerade nach den Entbehrungen der Corona-Zeit wird deutlich, wie wertvoll persönliche Freiheiten sind, von Reisen über Kultur bis hin zu zwischenmenschlichen Beziehungen. Es wird deutlich, wie dankbar man für sein eigenes Leben sein kann, auch wenn manchmal alles ziemlich pessimistisch erscheint. Krisen zwingen die Menschheit, neue Wege zu finden. Und oft entstehen genau daraus jene Entwicklungen, die langfristig den größten Unterschied machen. Trotz oder gerade wegen der Krisen ist es wichtig, sowohl den individuellen als auch gesellschaftlichen Optimismus zu erhalten. Dann kann man sich auch über die kleinen, positiven Dinge umso mehr freuen. Dabei sollte man sich immer wieder vor Augen halten: Pessimismus hat noch nie ein Problem gelöst. Optimismus hingegen schon.

Du willst mehr? Du bekommst mehr!

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.