Besserwisserwissen: Warum Sportvorlieben vom Persönlichkeitstyp abhängen 

Zwei Frauen machen Sport in einem Fitnessstudio.
Ist unser Lieblingssport abhängig vom Persönlichkeitstyp?
Jule Noike, funky-Jugendreporterin

Es gibt wieder eine neue Portion Wissen zum Mitnehmen und Angeben. Eine Studie des University College London zeigt, warum man seine Persönlichkeit bei der Wahl der passenden Sportart unbedingt beachten sollte.  

Körperliche Ertüchtigung und die eigene Persönlichkeit im Einklang? Unter der Aufsicht des Forschungsteams rund um die Bewegungspsychologin Flaminia Ronca absolvierten die 132 Teilnehmenden der Studie zunächst einen Fitnesscheck im Labor und füllten den Big-Five-Persönlichkeitstest aus. Dieser Test erfasst die Ausprägung fünf grundlegender Persönlichkeitsmerkmale:  

Extraversion (Kontaktfreudigkeit und soziale Kompetenz),  

Verträglichkeit und Kooperationsbereitschaft,  

Gewissenhaftigkeit (Selbstkontrolle und Detailgenauigkeit),  

Neurotizismus (emotionale Stabilität und Ängstlichkeit) sowie  

Offenheit und Experimentierfreudigkeit. 

Anschließend wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Gruppe acht Wochen lang eine Kombination aus Kraft-und Radfahrtraining absolvierte, ergänzte die andere Gruppe ihre Alltagsbewegung durch gelegentliches Dehnen. 

Als die Teilnehmenden am Ende des Testzeitraums nach ihrem Wohlbefinden während des Trainings gefragt wurden, zeigten sich Unterschiede je nach Persönlichkeitstyp. Die extravertierten und geselligen Personen bevorzugten das hochintensive Intervalltraining (HIIT). Laut der Studie sind für diesen Persönlichkeitstyp Ausdauersport oder Mannschaftssportarten besonders gut geeignet. 

Teilnehmende, die sich zuvor als ängstlich oder gestresst eingestuft hatten, fühlten sich hingegen beim Dehnen deutlich wohler und empfanden das intensive Training erst mit längeren Pausen als angenehm. Die Bewegungspsychologin Ronca zufolge haben „Raum für Unabhängigkeit“ und „Privatsphäre“ bei sensibleren Menschen einen hohen Stellenwert beim Sport. Damit die Bewegung auch bei dieser Personengruppe ihre stresslindernde Wirkung entfaltet, sind Sportarten wie Yoga und Pilates oder Training in den eigenen vier Wänden optimal. 

Entscheidend ist der Studie zufolge letztendlich, dass man eine Sportart findet, die einem langfristig Freude bereitet und die sich nicht wie eine lästige Pflicht anfühlt. Denn: „Freude ist ein Schlüssel für Verhaltensänderung“. 

Wer also  herausfinden möchte, welchem Persönlichkeitstyp man sich zuordnen kann, sollte auf der Website der Universität Leipzig vorbeischauen. Das Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie bietet dort einen kostenlosen Big-Five-Persönlichkeitstest an. 

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