Besserwisserwissen: Warum lachen wir in ernsten Situationen?

Eine junge Frau versucht ihr Lachen durch ihre Hände zu verbergen.
Viele Menschen verspüren in ernsten Situationen den Drang zu lachen.
Leonie Wendt, funky-Jugendreporterin

Es gibt wieder eine neue Portion Wissen zum Mitnehmen und Angeben. Hast du dich auch schon einmal gefragt, warum man in ernsten Situationen den Drang zu lachen verspürt?

Wahrscheinlich kennen die meisten diesen merkwürdigen Drang, in ernsten oder unangenehmen Situationen zu lachen. Keine Sorge, mit euch ist alles in Ordnung. Tatsächlich lässt sich dieser Drang einfach erklären. In der Psychologie beschreibt der sogenannte „inkongruente Affekt“ ein Phänomen, bei dem die Reaktion nicht zum gesendeten Reiz passt, da sie von einem anderen, dem inkongruenten Reiz, beeinflusst wird. In der Psychologie steht der inkongruente Affekt für ein Ungleichgewicht zwischen dem inneren Erleben und dem äußeren Ausdruck. Mimik und Gestik passen also nicht zum inneren Gefühl von Trauer oder Freude, sondern äußern sich häufig genau entgegengesetzt.

Nachgewiesen werden kann der inkongruente Affekt zum Beispiel durch den in der Kognitionspsychologie angewendeten Eriksen-Flanker-Test. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Reaktionshemmungstests, die beurteilen inwiefern eine Testperson in der Lage ist, dem Kontext unangemessene Reaktionen zu unterdrücken. Das „Ziel“ des Tests wird dabei von anderen Reizen flankiert, die entweder ziel- oder irreführend sind, daher auch der Name des Tests. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine Reihe von Faktoren die Affektreaktionen der Testpersonen hemmen. Wenig überraschend ist, dass Alkohol und Antihistaminika, also Allergiemittel, stark beeinträchtigend wirken. Aber auch verschiedene psychiatrische und neurologische Krankheiten wirken sich auf die Leistung beim Eriksen-Flanker-Test aus.

Neben ernstzunehmenden Erkrankungen wie Schizophrenie, Depressionen oder Parathymie kann das Phänomen mit gehemmten Steuerungsfähigkeiten der Emotionen in Zusammenhang stehen. Das bedeutet aber nicht, dass man sich nun Sorgen machen muss, wenn einem in einer unangenehmen Situation mal ein Kichern entweicht. Dass Affekte nicht immer zur jeweiligen Situation passen müssen, erklärt Psychologin und Mental-Health-Expertin Jana Schmid. Laut ihr spiegeln wir in der Regel die Emotionen, die wir von unserem Gegenüber wahrnehmen. Besonders in ernsten Situationen und bei negativen Gefühlen erwacht jedoch das innere Grundbedürfnis nach Kontrolle. In emotionalen Stresssituationen kann ein Lachen also auch wie ein Ventil fungieren. Man fühlt sich überfordert und durch ein befreiendes Grinsen oder Lachen werden positive Signale gesendet, wodurch sich die Anspannung löst.

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