Larissa Menne, funky-Jugendreporterin
Die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wurde zum 1. April um 4,5 Prozent abgesenkt. Das beschloss der Erweiterte Bewertungsausschuss, nachdem sich Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband nicht einigen konnten. Und das in einem System, das ohnehin am Limit arbeitet. In einem Land, in dem Menschen monatelang – oft vergeblich – auf einen Therapieplatz warten. In einer Zeit, in der psychische Erkrankungen zunehmen, Wartezimmer überquellen und Hilfe zum Luxus wird. Kurz gesagt: Die Politik spart an der falschen Stelle. Sie spart an der Versorgung von Menschen, die Unterstützung brauchen. Sie spart an der mentalen Gesundheit einer Gesellschaft, die längst unter Dauerstress steht.
Was bedeutet das konkret? Für Therapeut:innen ist der Anreiz, Kassenpatient:innen zu behandeln, geringer. Also: Noch längere Wartezeiten. Noch mehr Menschen, die durch das Raster fallen. Und ein Signal, das kaum zynischer sein könnte: Eure Probleme sind uns weniger wert.
Denn genau das ist die Botschaft hinter dieser Entscheidung. Während in Sonntagsreden immer wieder betont wird, wie wichtig mentale Gesundheit sei, passiert in der Praxis das Gegenteil. Wer Hilfe sucht, braucht Geduld, viel Geduld und oft auch Glück. Wer keines von alledem hat, bleibt allein. Das Problem ist nicht neu, aber es spitzt sich zu. Wer privat versichert ist oder selbst zahlen kann, hat bessere Chancen. Alle anderen? Müssen warten. Oder aufgeben.
Eine kleine Erinnerung: Psychische Erkrankungen sind keine Randerscheinung. Depressionen, Angststörungen und Traumafolgen betreffen Millionen Menschen. Sie betreffen Schüler:innen, Eltern, Arbeitnehmer:innen. Statt Strukturen auszubauen, wird hier ein Rückschritt organisiert. Statt Versorgung zu stärken, wird sie ausgedünnt. Und das in einem System, das ohnehin überlastet ist. Therapeut:innen arbeiten am Anschlag. Patient:innen auch.
Die Folge: Eine stille Verschärfung der Krise, mehr unbehandelte Erkrankungen, mehr Chronifizierung. Die gesellschaftlichen Kosten? Werden steigen. Über Effizienz im Gesundheitssystem kann man diskutieren. Über Reformen auch. Aber dafür braucht es keine Maßnahmen, die die Versorgung verschlechtern. Keine Politik, die den Eindruck erweckt, psychische Gesundheit sei ein verhandelbarer Posten im Budget. Das ist ein fatales Signal. Gerade jetzt. Denn wer an Psychotherapie spart, spart nicht an Zahlen. Er spart an Menschen.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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Bei all den unterschiedlichen Therapieformen kann es schwierig sein, den Durchblick zu behalten.
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Es gibt viele Tabuthemen, über die in unserer Gesellschaft kaum gesprochen wird. Mit weitreichenden Folgen.
Die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wurde zum 1. April um 4,5 Prozent abgesenkt. Das beschloss der Erweiterte Bewertungsausschuss, nachdem sich Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband nicht einigen konnten. Und das in einem System, das ohnehin am Limit arbeitet. In einem Land, in dem Menschen monatelang – oft vergeblich – auf einen Therapieplatz warten. In einer Zeit, in der psychische Erkrankungen zunehmen, Wartezimmer überquellen und Hilfe zum Luxus wird. Kurz gesagt: Die Politik spart an der falschen Stelle. Sie spart an der Versorgung von Menschen, die Unterstützung brauchen. Sie spart an der mentalen Gesundheit einer Gesellschaft, die längst unter Dauerstress steht.
Was bedeutet das konkret? Für Therapeut:innen ist der Anreiz, Kassenpatient:innen zu behandeln, geringer. Also: Noch längere Wartezeiten. Noch mehr Menschen, die durch das Raster fallen. Und ein Signal, das kaum zynischer sein könnte: Eure Probleme sind uns weniger wert.
Denn genau das ist die Botschaft hinter dieser Entscheidung. Während in Sonntagsreden immer wieder betont wird, wie wichtig mentale Gesundheit sei, passiert in der Praxis das Gegenteil. Wer Hilfe sucht, braucht Geduld, viel Geduld und oft auch Glück. Wer keines von alledem hat, bleibt allein. Das Problem ist nicht neu, aber es spitzt sich zu. Wer privat versichert ist oder selbst zahlen kann, hat bessere Chancen. Alle anderen? Müssen warten. Oder aufgeben.
Eine kleine Erinnerung: Psychische Erkrankungen sind keine Randerscheinung. Depressionen, Angststörungen und Traumafolgen betreffen Millionen Menschen. Sie betreffen Schüler:innen, Eltern, Arbeitnehmer:innen. Statt Strukturen auszubauen, wird hier ein Rückschritt organisiert. Statt Versorgung zu stärken, wird sie ausgedünnt. Und das in einem System, das ohnehin überlastet ist. Therapeut:innen arbeiten am Anschlag. Patient:innen auch.
Die Folge: Eine stille Verschärfung der Krise, mehr unbehandelte Erkrankungen, mehr Chronifizierung. Die gesellschaftlichen Kosten? Werden steigen. Über Effizienz im Gesundheitssystem kann man diskutieren. Über Reformen auch. Aber dafür braucht es keine Maßnahmen, die die Versorgung verschlechtern. Keine Politik, die den Eindruck erweckt, psychische Gesundheit sei ein verhandelbarer Posten im Budget. Das ist ein fatales Signal. Gerade jetzt. Denn wer an Psychotherapie spart, spart nicht an Zahlen. Er spart an Menschen.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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Bei all den unterschiedlichen Therapieformen kann es schwierig sein, den Durchblick zu behalten.
Es gibt viele Tabuthemen, über die in unserer Gesellschaft kaum gesprochen wird. Mit weitreichenden Folgen.