Eine Woche lang ehrlich sein, keinen Plastikmüll produzieren oder auf Instagram verzichten? In dieser Rubrik versucht sich die Jugendredaktion an spannenden Selbstexperimenten.
Überall Krisen und Konflikte – diesen Eindruck habe ich häufig, wenn ich mir morgens am Frühstückstisch die aktuelle Nachrichtenlage anschaue oder im Radio anhöre. Doch ich bin mir sicher, dass nicht alles schlecht ist und es auch positive Nachrichten gibt, auch wenn diese nicht so weit verbreitet sind wie die schlechten. Also beschließe ich, für sieben Tage bewusst gegenzusteuern: Jeden Tag eine gute Nachricht finden. Auch wenn das gar nicht so leicht ist.
Schon am ersten Tag merke ich, dass positive Nachrichten mir weder im Radio noch in der Zeitung oder auf Social Media entgegenspringen. Während schlechte Nachrichten mich praktisch verfolgen, muss ich die guten aktiv suchen. Als erstes stelle ich die Push-Benachrichtigungen meiner Nachrichten-Apps aus, um zumindest ein wenig Abstand von den meist negativen Eilmeldungen zu bekommen. Beim Tippen von Begriffen wie „gute Nachrichten“ oder „positive News“ in die Suchmaschinen, fällt mir auf, dass es sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch Nachrichtenseiten gibt, die sich ausschließlich auf positive Nachrichten konzentrieren. Auch bekannte Medien haben eigene Rubriken dafür, häufig mit kreativen Namen, aber auf den Webseiten etwas versteckt. Die Themen der guten Nachrichten sind dabei ganz vielfältig und reichen vom neuen UN-Hochseeschutzabkommen, das erstmals eine völkerrechtliche Grundlage bildet, um internationale Gewässer zu schützen bis hin zur steigenden Recycling-Quote in Deutschland.
Im Laufe der Woche wird das Suchen leichter. Nicht, weil es plötzlich mehr gute Nachrichten gibt, sondern weil ich weiß, wo ich hinschauen muss. Auf Instagram folge ich ein paar Seiten, die über soziale Projekte oder kleine Alltagsheld:innen berichten. Nach und nach spült mir der Algorithmus mehr davon in den Feed. Nach und nach kommen die guten Nachrichten doch von selbst zu mir.
Mir fällt auf, dass viele positive Nachrichten mit dem Engagement Einzelner zu tun haben. Menschen, die dranbleiben, obwohl es mühsam ist, Ehrenamtliche, Aktivist:innen, Forscher:innen, die zeigen, dass es sich lohnt, dranzubleiben. Da ist die Leih-Oma, die mit einem Geschwisterpaar einmal wöchentlich Tierheimhunde ausführt, die Bäckermeisterin, die mit 80 Jahren immer noch Brot und Brötchen backt, die Schulklasse, die zum Holocaust-Gedenktag zahlreiche Stolpersteine in der Stadt geputzt hat oder mehr als 300 Ehrenamtliche, die im Anschluss an die Messe „Grüne Woche“ in Berlin tonnenweise Lebensmittel Bedürftigen zu Verfügung gestellt haben.
Natürlich wäre es unehrlich, zu behaupten, man könne sich komplett vor schlechten Nachrichten schützen. Auch in der Woche meines Selbstversuchs sind sie allgegenwärtig. Die Realität ist nun einmal so, dass schlechte Nachrichten die guten zahlenmäßig deutlich überwiegen. Außerdem bleiben sie länger im Gedächtnis hängen. Eine gute Nachricht hellt für einen Moment die Stimmung auf, eine schlechte beschäftigt oft den ganzen Tag.
Trotzdem ziehe ich am Ende der Woche ein positives Fazit. Das tägliche Lesen guter Nachrichten zeigt mir: Nicht alles ist schlecht, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Und ich muss nicht immer alle aktuellen Nachrichten mitbekommen. Es lohnt sich für die eigene mentale Gesundheit, auch mal abzuschalten und vor allem das Handy wegzulegen, wenn ich merke, dass das meiste, was mir angezeigt wird, für negative Gefühle sorgt. Für den Alltag nehme ich eine einfache Idee mit: morgens den Smartspeaker oder die Sprachsteuerung des Handys nach einer positiven Nachricht zu fragen und eben diese später anderen weiterzuerzählen. Das schafft einen kleinen Moment der Freude und neuen Gesprächsstoff. Denn die guten Nachrichten sind für alle, denen ich begegne, neu, während die schlechten Nachrichten schon in aller Munde sind.
Eine Woche lang ehrlich sein, keinen Plastikmüll produzieren oder auf Instagram verzichten? In dieser Rubrik versucht sich die Jugendredaktion an spannenden Selbstexperimenten.
Überall Krisen und Konflikte – diesen Eindruck habe ich häufig, wenn ich mir morgens am Frühstückstisch die aktuelle Nachrichtenlage anschaue oder im Radio anhöre. Doch ich bin mir sicher, dass nicht alles schlecht ist und es auch positive Nachrichten gibt, auch wenn diese nicht so weit verbreitet sind wie die schlechten. Also beschließe ich, für sieben Tage bewusst gegenzusteuern: Jeden Tag eine gute Nachricht finden. Auch wenn das gar nicht so leicht ist.
Schon am ersten Tag merke ich, dass positive Nachrichten mir weder im Radio noch in der Zeitung oder auf Social Media entgegenspringen. Während schlechte Nachrichten mich praktisch verfolgen, muss ich die guten aktiv suchen. Als erstes stelle ich die Push-Benachrichtigungen meiner Nachrichten-Apps aus, um zumindest ein wenig Abstand von den meist negativen Eilmeldungen zu bekommen. Beim Tippen von Begriffen wie „gute Nachrichten“ oder „positive News“ in die Suchmaschinen, fällt mir auf, dass es sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch Nachrichtenseiten gibt, die sich ausschließlich auf positive Nachrichten konzentrieren. Auch bekannte Medien haben eigene Rubriken dafür, häufig mit kreativen Namen, aber auf den Webseiten etwas versteckt. Die Themen der guten Nachrichten sind dabei ganz vielfältig und reichen vom neuen UN-Hochseeschutzabkommen, das erstmals eine völkerrechtliche Grundlage bildet, um internationale Gewässer zu schützen bis hin zur steigenden Recycling-Quote in Deutschland.
Im Laufe der Woche wird das Suchen leichter. Nicht, weil es plötzlich mehr gute Nachrichten gibt, sondern weil ich weiß, wo ich hinschauen muss. Auf Instagram folge ich ein paar Seiten, die über soziale Projekte oder kleine Alltagsheld:innen berichten. Nach und nach spült mir der Algorithmus mehr davon in den Feed. Nach und nach kommen die guten Nachrichten doch von selbst zu mir.
Mir fällt auf, dass viele positive Nachrichten mit dem Engagement Einzelner zu tun haben. Menschen, die dranbleiben, obwohl es mühsam ist, Ehrenamtliche, Aktivist:innen, Forscher:innen, die zeigen, dass es sich lohnt, dranzubleiben. Da ist die Leih-Oma, die mit einem Geschwisterpaar einmal wöchentlich Tierheimhunde ausführt, die Bäckermeisterin, die mit 80 Jahren immer noch Brot und Brötchen backt, die Schulklasse, die zum Holocaust-Gedenktag zahlreiche Stolpersteine in der Stadt geputzt hat oder mehr als 300 Ehrenamtliche, die im Anschluss an die Messe „Grüne Woche“ in Berlin tonnenweise Lebensmittel Bedürftigen zu Verfügung gestellt haben.
Natürlich wäre es unehrlich, zu behaupten, man könne sich komplett vor schlechten Nachrichten schützen. Auch in der Woche meines Selbstversuchs sind sie allgegenwärtig. Die Realität ist nun einmal so, dass schlechte Nachrichten die guten zahlenmäßig deutlich überwiegen. Außerdem bleiben sie länger im Gedächtnis hängen. Eine gute Nachricht hellt für einen Moment die Stimmung auf, eine schlechte beschäftigt oft den ganzen Tag.
Trotzdem ziehe ich am Ende der Woche ein positives Fazit. Das tägliche Lesen guter Nachrichten zeigt mir: Nicht alles ist schlecht, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Und ich muss nicht immer alle aktuellen Nachrichten mitbekommen. Es lohnt sich für die eigene mentale Gesundheit, auch mal abzuschalten und vor allem das Handy wegzulegen, wenn ich merke, dass das meiste, was mir angezeigt wird, für negative Gefühle sorgt. Für den Alltag nehme ich eine einfache Idee mit: morgens den Smartspeaker oder die Sprachsteuerung des Handys nach einer positiven Nachricht zu fragen und eben diese später anderen weiterzuerzählen. Das schafft einen kleinen Moment der Freude und neuen Gesprächsstoff. Denn die guten Nachrichten sind für alle, denen ich begegne, neu, während die schlechten Nachrichten schon in aller Munde sind.
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