Larissa Menne, funky-Jugendreporterin
Blumen zum Date mitbringen. Nachfragen, ob man gut nach Hause gekommen ist. Vielleicht sogar ein handgeschriebener Liebesbrief. All diese Gesten sind beim Kennenlernen nach wie vor beliebt. Schnell könnte daraus der Gedanke entstehen, das Dating der jungen Generation würde wieder konservativer werden. Doch stimmt das?
Dating war nie losgelöst von gesellschaftlichen Vorbildern. Auch heute orientieren sich junge Menschen an dem, was sie sehen, lesen und hören. Romantische Gesten in Filmen prägen die Erwartungen seit Jahrzehnten: vom klassischen Kuss im Regen bis zur großen Liebeserklärung kurz vor dem Abspann. Hinzu kommen Beschreibungen aus Booktok-Bestsellern voller intensiver Gefühle, in der selbst der vermeintlich arrogante Sportler Blumen pflückt und Herzen in den Sand malt. Natürlich orientieren sich Menschen aller Generationen an diesen Vorbildern.
Auch die Musik liefert dafür ein gutes Beispiel. Liebessongs vor 50 Jahren waren romantisch, vor 20 Jahren ebenfalls emotional und moderne Songs sind es immer noch. Auch wenn sich die Wortwahl geändert hat. Ob auf Deutsch oder Englisch, ob Pop, Indie oder Rap, Dating und Liebe werden nach wie vor romantisch und bedeutungsvoll dargestellt. Die Idee, dass Gefühle gezeigt werden dürfen, ist kein neues Phänomen und schon gar kein rückwärtsgewandtes.
Hinzu kommt ein für das Dating ebenfalls relevanter Faktor: das Bedürfnis nach Halt. In einer Welt, in der Arbeitsleben, Freizeit und soziale Beziehungen zunehmend durchgetaktet, schnelllebig und digitalisiert sind, suchen viele Menschen nach etwas Greifbarem. Das können ein Schmuckstück, Blumen oder ein selbstgeschriebenes Gedicht sein. Ein Liebesbrief braucht Zeit. Nachzufragen, ob jemand gut angekommen ist, signalisiert Aufmerksamkeit in einer ansonsten oft flüchtigen Kommunikation. Und weil eben diese Gesten seltener geworden sind, gewinnen sie an Bedeutung, weil sie persönlich sind und von Herzen kommen. Man könnte also sagen: Dating ist einfach individueller geworden.
Viele junge Menschen wünschen sich beim Dating bewusst eine Abwechslung zur permanenten Reizüberflutung. Das Verhalten des Gegenübers sollte dabei idealerweise zeigen, dass sich die Person Zeit genommen hat und echtes Interesse besteht. Dabei können es die Lieblingsblumen, eine Duftkerze mit einem Duft, der an etwas erinnert, oder das selbstgekochte Lieblingsessen sein. Und genau diese durchdachte Geste ist es, die zählt.
Deshalb wäre es falsch zu behaupten, Dating würde wieder konservativer werden. Denn gleichzeitig sind viele „Regeln“, die früher als gesetzt galten, heute Teil individueller Absprachen. Ab welchem Date ein Kuss okay ist, wer die Rechnung übernimmt oder wie Beziehungen definiert werden – all das ist offener und zwangloser als je zuvor. Persönliche Gesten gehören jedoch nach wie vor dazu.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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Deshalb wäre es falsch zu behaupten, Dating würde wieder konservativer werden. Denn gleichzeitig sind viele „Regeln“, die früher als gesetzt galten, heute Teil individueller Absprachen. Ab welchem Date ein Kuss okay ist, wer die Rechnung übernimmt oder wie Beziehungen definiert werden – all das ist offener und zwangloser als je zuvor. Persönliche Gesten gehören jedoch nach wie vor dazu.
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