5 funky facts

Fünf deutsche Wörter mit überraschendem Ursprung

Aufgeschnittene Avocado
Was hat die Avocado mit Hoden zu tun?
Annelie Ahäuser, funky-Jugendreporterin

Während unsere Großeltern noch Wörter wie „Donnerlüttchen“ oder „Pustekuchen“ verwendeten, küren wir jährlich das Jugendwort des Jahres. Wörter wie „Digga“ und „goofy“ ergänzen nun den Wortschatz und zeigen, wie wandelbar unsere Sprache doch ist. Doch hinter einigen Begriffen aus dem alltäglichen Sprachgebrauch verbergen sich überraschende Geschichten. Diese Wörter sorgen beim Blick in das etymologische Wörterbuch garantiert für Staunen.

1. Ketchup: Vom Fisch zur Tomate
Pommes mit Fischsauce? Klingt nach einem dieser neuen Trends, wie der Pudding, der mit der Gabel verspeist wird. Doch verfolgt man auf die Herkunft des Wortes, ist diese Kombination gar nicht mal so abwegig: Die Ursprünge reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück, wo in China der Begriff “kētsiap” eine salzige Fischsauce bezeichnete. Die Rezeptur entwickelte sich stetig weiter und gelangte schließlich auch nach Europa. Für den Durchbruch sorgten dann die Briten, die aus der einst asiatischen Rezeptur das heutige Massenprodukt mit Tomatengeschmack entwickelten.

2. Schmetterling: Hexen auf der Jagd nach Sahne?
Ein häufig verwendeter Emoji unter Instagram-Posts, ein Symbol für Ästhetik und Leichtigkeit – der Schmetterling ist weitverbreitet und sorgt auch beim Beobachten in der freien Wildbahn für Faszination. Doch wusstest du, dass mit diesen zarten Wesen Hexen in Verbindung stehen? Das Wort leitet sich von dem Wort „Schmetten“ ab, was so viel wie „Sahne“ oder „Rahm“ bedeutet. Tatsächlich versteckt sich hinter diesem Begriff ein alter Volksglaube. So nahm man an, dass Hexen in Schmetterlingsgestalt fliegen, um Milch und Rahm zu stehlen, weshalb auch Bezeichnungen wie „Buttervogel“, „Molkendieb“ oder das englische Wort „Butterfly“ entstanden sind.

3. Feier – haben wir da etwas missverstanden?
„Von Party zu Party“ denken viele, wenn sie das Wort „Feier“ hören. Doch ursprünglich bedeutete „Feier“, abstammend vom althochdeutschen „fīra, so viel wie „Ruhe“. Eine Bedeutung, die beim heutigen Verständnis des Wortes zunächst undenkbar ist.

4. Gift als Geschenk?
Hier geht es nicht um den englischen Begriff „Gift“, denn hier wäre „Geschenk“ logischerweise die einfache Übersetzung. Doch auch der deutsche Begriff „Gift“, das schließlich schädliche Wirkungen auf Organismen verursacht und oftmals tödliche Folgen hervorruft, hängt mit dem Geschenk zusammen. Im Althochdeutschen lag die Bedeutung nämlich näher am Englischen, da man mit dem „Gift“ von Gabe, Glück oder Vermählung sprach. Diese Bedeutung, die Gift auch noch bei Goethe hatte, ist heute aus dem deutschen Sprachgebrauch verschwunden, weshalb Formulierungen wie „Ich habe hier ein Gift für dich“ lieber gemieden werden sollten …

5. Avocado: Trendfood in Verbindung mit Geschlechtsorganen?
Gesund, nährstoffreich, Trendsetter: die Avocado! Sei es Guacamole, ein frisch gepresster Smoothie oder der Avocado-Toast am Abend – die aus Süd- und Mittelamerika stammende Frucht lässt sich vielfältig einsetzen. Doch auch dieses Wort sorgt mit seiner Herkunft für eine Überrschung. Übernommen wurde der Begriff vom spanischen „avocado“. Der Ursprung stammt jedoch aus der Nahuatl-Sprache und lässt sich auf den Begriff „ahuacatl“ zurückführen, was so viel wie „Hoden“ bedeutet. Da die Frucht zur besseren Hormonproduktion beiträgt, ist die historische Herkunft für diese Power-Frucht durchaus gerechtfertigt.

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.