Jahr für Jahr wird die Rheinische Kartoffelkönigin von Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Landwirtschaft im Rheinland gewählt. Ihre Aufgabe ist es, die rheinische Landwirtschaft, vor allem den Kartoffelanbau, bei offiziellen Anlässen zu repräsentieren. Nun ist auch die Entscheidung für das Jahr 2025 gefallen: Nina Naebers ist die amtierende Rheinische Kartoffelkönigin. Und zwar eine, die mit den Klischees bricht. Ohne eigenen Hof, dafür aber mit viel Herz für die Landwirtschaft, möchte sie ihr Ehrenamt nutzen, um jungen Menschen Regionalität, Nachhaltigkeit und moderne Agrarthemen nahezubringen. Dabei kombiniert sie Tradition mit digitalem Engagement und zeigt, dass die Krone weit mehr bedeutet als nur Repräsentation. Im Interview berichtet die 23-Jährige, was sie dazu motiviert hat, sich für das Amt zu bewerben.
Frau Naebers, wie sind Sie Kartoffelkönigin geworden – und was hat Sie motiviert, sich zu bewerben? Nina Naebers: Ehrlich gesagt hätte ich mich selbst nicht beworben, da ich nicht von einem Kartoffelbetrieb komme. Aber Bärbel Buschhaus vom Landfrauenverband Geldern und ihre Tochter Julia haben mich auf das Amt angesprochen. Anfangs war ich skeptisch, habe aber schnell gemerkt, welches Potenzial in dem Amt steckt – gerade, wenn man Landwirtschaft gerne auch mal neu und nahbar vermitteln möchte.
Welche Aufgaben und Verpflichtungen gehören zu Ihrem Amt? Ich bin ein Jahr lang als Botschafterin für die rheinische Kartoffel unterwegs, zum Beispiel bei Märkten, Hoffesten oder Veranstaltungen. Auch in der Presse bin ich präsent. Es geht darum, die Kartoffel und die Menschen dahinter sichtbar zu machen, aber auch Themen wie Regionalität, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit ins Gespräch zu bringen. Und natürlich bin ich auch in den sozialen Medien aktiv, denn ich möchte das Amt möglichst vielen jungen Leuten näherbringen.
Was bedeutet das Amt der Kartoffelkönigin für Sie persönlich und für Ihre Region? Für mich ist es eine Herzensangelegenheit. Ich bin in Wachtendonk, einer landwirtschaftlich geprägten Region, aufgewachsen und habe Agrarwissenschaften studiert. Auch wenn meine Eltern keinen Hof betreiben, bin ich durch Freunde, mein Studium und meinen Beruf als Fachkraft für Tierhygiene bei einem Weide- und Zuchtbetrieb ganz nah an der Landwirtschaft dran. Als Kartoffelkönigin kann ich diesen Bezug nutzen, um aufzuklären und die Landwirtschaft aus einer ehrlichen, modernen Perspektive zu zeigen.
Welche Kriterien spielen bei der Wahl zur Kartoffelkönigin eine Rolle? Die Rheinische Kartoffelkönigin, beziehungsweise der Kartoffelkönig, sollte idealerweise zwischen 17 und 29 Jahren alt sein. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich das Ehrenamt in dieser Lebensphase gut mit Schule, Ausbildung oder Studium vereinbaren lässt. Wichtig ist auch Mobilität: Ein Führerschein ist von Vorteil, um Termine eigenständig wahrnehmen zu können.Entscheidend ist vor allem die Begeisterung für die Landwirtschaft – insbesondere natürlich für die Kartoffel. Ein eigener landwirtschaftlicher Hintergrund ist nicht zwingend erforderlich. Vielmehr zählen Interesse und Engagement.Darüber hinaus sollte man Freude am Austausch mit Menschen haben. Man sollte kommunikativ sein und sich wohl dabei fühlen, als Botschafterin oder Botschafter aufzutreten.
Es gibt also auch männliche Amtsinhaber? Seit diesem Jahr steht das Amt auch Männern offen – und ich finde das absolut richtig! Landwirtschaft ist für alle da und die Kartoffel braucht kein bestimmtes Geschlecht, um vertreten zu werden. Ich hoffe, dass sich in Zukunft auch mehr Männer trauen, sich zu bewerben.
Wie erleben Sie die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Rolle? Viele reagieren überrascht und fragen: Kartoffelkönigin, was ist das denn? Wenn ich ihnen dann aber erzähle, worum es wirklich geht, ist das Interesse groß. Ich merke, dass die Menschen Lust haben, mehr über Landwirtschaft und das Amt zu erfahren.
Wer entscheidet über die Auswahl der Gewinnerin? Die Auswahl erfolgt durch den Rheinischen Landwirtschafts-Verband und den Rheinischen LandFrauenverband. Ein Gremium aus haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern sichtet die Bewerbungen, führt die Gespräche und trifft die Entscheidung.
Wie groß ist die Freiheit, das Amt individuell zu gestalten? Sehr groß – das gefällt mir besonders. Ich darf eigene Ideen einbringen, beispielsweise durch kleine Einblicke in den sozialen Medien.
Welche Bedeutung hat Tradition bei der Gestaltung der Veranstaltungen und Auftritte? Tradition gehört natürlich dazu – sie gibt dem Amt Tiefe und Geschichte. Aber ich finde es spannend, diese Tradition mit modernen Formaten zu verbinden. Die Krone ist schön – aber wichtiger ist die Botschaft dahinter.
Hat sich das Bild der Kartoffelkönigin in den letzten Jahren verändert? Ja, definitiv. Heute ist das Amt viel mehr als nur Repräsentation. Es geht um Inhalte, um Austausch, um politische und gesellschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit oder regionale Vermarktung. Das finde ich wichtig – und genau da sehe ich meine Rolle.
Welche Rolle spielen Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit oder Landwirtschaft in Ihrer Amtszeit? Eine große! Ich möchte zeigen, dass Regionalität nicht altmodisch, sondern zukunftsfähig ist. Kartoffeln sind ein tolles Beispiel für ein nachhaltiges und vielseitiges Produkt, vorausgesetzt, man weiß, wo sie herkommen und wie sie angebaut werden. Das sollte meiner Meinung nach wieder mehr Wertschätzung bekommen.
Jahr für Jahr wird die Rheinische Kartoffelkönigin von Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Landwirtschaft im Rheinland gewählt. Ihre Aufgabe ist es, die rheinische Landwirtschaft, vor allem den Kartoffelanbau, bei offiziellen Anlässen zu repräsentieren. Nun ist auch die Entscheidung für das Jahr 2025 gefallen: Nina Naebers ist die amtierende Rheinische Kartoffelkönigin. Und zwar eine, die mit den Klischees bricht. Ohne eigenen Hof, dafür aber mit viel Herz für die Landwirtschaft, möchte sie ihr Ehrenamt nutzen, um jungen Menschen Regionalität, Nachhaltigkeit und moderne Agrarthemen nahezubringen. Dabei kombiniert sie Tradition mit digitalem Engagement und zeigt, dass die Krone weit mehr bedeutet als nur Repräsentation. Im Interview berichtet die 23-Jährige, was sie dazu motiviert hat, sich für das Amt zu bewerben.
Frau Naebers, wie sind Sie Kartoffelkönigin geworden – und was hat Sie motiviert, sich zu bewerben?
Nina Naebers: Ehrlich gesagt hätte ich mich selbst nicht beworben, da ich nicht von einem Kartoffelbetrieb komme. Aber Bärbel Buschhaus vom Landfrauenverband Geldern und ihre Tochter Julia haben mich auf das Amt angesprochen. Anfangs war ich skeptisch, habe aber schnell gemerkt, welches Potenzial in dem Amt steckt – gerade, wenn man Landwirtschaft gerne auch mal neu und nahbar vermitteln möchte.
Welche Aufgaben und Verpflichtungen gehören zu Ihrem Amt?
Ich bin ein Jahr lang als Botschafterin für die rheinische Kartoffel unterwegs, zum Beispiel bei Märkten, Hoffesten oder Veranstaltungen. Auch in der Presse bin ich präsent. Es geht darum, die Kartoffel und die Menschen dahinter sichtbar zu machen, aber auch Themen wie Regionalität, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit ins Gespräch zu bringen. Und natürlich bin ich auch in den sozialen Medien aktiv, denn ich möchte das Amt möglichst vielen jungen Leuten näherbringen.
Was bedeutet das Amt der Kartoffelkönigin für Sie persönlich und für Ihre Region?
Für mich ist es eine Herzensangelegenheit. Ich bin in Wachtendonk, einer landwirtschaftlich geprägten Region, aufgewachsen und habe Agrarwissenschaften studiert. Auch wenn meine Eltern keinen Hof betreiben, bin ich durch Freunde, mein Studium und meinen Beruf als Fachkraft für Tierhygiene bei einem Weide- und Zuchtbetrieb ganz nah an der Landwirtschaft dran. Als Kartoffelkönigin kann ich diesen Bezug nutzen, um aufzuklären und die Landwirtschaft aus einer ehrlichen, modernen Perspektive zu zeigen.
Welche Kriterien spielen bei der Wahl zur Kartoffelkönigin eine Rolle?
Die Rheinische Kartoffelkönigin, beziehungsweise der Kartoffelkönig, sollte idealerweise zwischen 17 und 29 Jahren alt sein. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich das Ehrenamt in dieser Lebensphase gut mit Schule, Ausbildung oder Studium vereinbaren lässt. Wichtig ist auch Mobilität: Ein Führerschein ist von Vorteil, um Termine eigenständig wahrnehmen zu können.Entscheidend ist vor allem die Begeisterung für die Landwirtschaft – insbesondere natürlich für die Kartoffel. Ein eigener landwirtschaftlicher Hintergrund ist nicht zwingend erforderlich. Vielmehr zählen Interesse und Engagement.Darüber hinaus sollte man Freude am Austausch mit Menschen haben. Man sollte kommunikativ sein und sich wohl dabei fühlen, als Botschafterin oder Botschafter aufzutreten.
Es gibt also auch männliche Amtsinhaber?
Seit diesem Jahr steht das Amt auch Männern offen – und ich finde das absolut richtig! Landwirtschaft ist für alle da und die Kartoffel braucht kein bestimmtes Geschlecht, um vertreten zu werden. Ich hoffe, dass sich in Zukunft auch mehr Männer trauen, sich zu bewerben.
Wie erleben Sie die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Rolle?
Viele reagieren überrascht und fragen: Kartoffelkönigin, was ist das denn? Wenn ich ihnen dann aber erzähle, worum es wirklich geht, ist das Interesse groß. Ich merke, dass die Menschen Lust haben, mehr über Landwirtschaft und das Amt zu erfahren.
Wer entscheidet über die Auswahl der Gewinnerin?
Die Auswahl erfolgt durch den Rheinischen Landwirtschafts-Verband und den Rheinischen LandFrauenverband. Ein Gremium aus haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern sichtet die Bewerbungen, führt die Gespräche und trifft die Entscheidung.
Wie groß ist die Freiheit, das Amt individuell zu gestalten?
Sehr groß – das gefällt mir besonders. Ich darf eigene Ideen einbringen, beispielsweise durch kleine Einblicke in den sozialen Medien.
Welche Bedeutung hat Tradition bei der Gestaltung der Veranstaltungen und Auftritte?
Tradition gehört natürlich dazu – sie gibt dem Amt Tiefe und Geschichte. Aber ich finde es spannend, diese Tradition mit modernen Formaten zu verbinden. Die Krone ist schön – aber wichtiger ist die Botschaft dahinter.
Hat sich das Bild der Kartoffelkönigin in den letzten Jahren verändert?
Ja, definitiv. Heute ist das Amt viel mehr als nur Repräsentation. Es geht um Inhalte, um Austausch, um politische und gesellschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit oder regionale Vermarktung. Das finde ich wichtig – und genau da sehe ich meine Rolle.
Welche Rolle spielen Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit oder Landwirtschaft in Ihrer Amtszeit?
Eine große! Ich möchte zeigen, dass Regionalität nicht altmodisch, sondern zukunftsfähig ist. Kartoffeln sind ein tolles Beispiel für ein nachhaltiges und vielseitiges Produkt, vorausgesetzt, man weiß, wo sie herkommen und wie sie angebaut werden. Das sollte meiner Meinung nach wieder mehr Wertschätzung bekommen.
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