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Fünf feministische Social-Media-Kanäle, die einen Besuch wert sind

Auf Social Media wird viel feministische Aufklärungsarbeit geleistet.
Auf Social Media wird viel feministische Aufklärungsarbeit geleistet.
Ada Philippi, funky-Jugendreporterin

Pop-Songs, die durch TikTok zur „feminist anthem“ werden, heftige Debatten in Kommentarspalten, solidarische Hashtags und Haufenweise Fakten-Checks: Der Feminismus des 21. Jahrhunderts spielt sich vor allen Dingen auf Social Media ab. Selbst in die Welt des Online-Feminismus einzutauchen ist jedoch das häufig gar nicht so einfach, da uns durch unsere Social-Media-Algorithmen immer wieder Inhalte aus derselben Blase erreichen. Mit diesen fünf feministischen Kanälen kannst du deinen Social-Media-Feed verschönern.

1. UN Women

In einer Zeit, in der es noch nie so einfach war, sich international zu vernetzen und sich über Themen zu informieren, nehmen sich viele Menschen vor, sich intensiver mit feministischen Themen auseinanderzusetzen. Aber wo anfangen ­– und wie behält man bei der Menge an neuen Nachrichten den Überblick? „UN Women“ ist eine Organisation der UN und kann dabei helfen, Geschlechtergerechtigkeit nicht aus den Augen zu verlieren. In Form von gut recherchierten Info-Posts wird hier über gegenwärtige Missstände informiert und aufgezeigt, was getan werden kann, um zu helfen. Klar formulierte politische Forderungen und eine hilfsbereite, internationale Community in den Kommentaren sorgen dafür, dass man sich mit seinen Erfahrungen als Frau und weiblich gelesene Person nicht so allein fühlt. „UN Women“ findest du unter anderen auf Instagram, TikTok und X. Speziell deutschsprachigen Content gibt es unter „UN Women Germany“ auf Facebook, X und Instagram.

2. themondaytalks

Fast jeden Tag wird in Deutschland ein Mädchen oder eine Frau ermordet, nur weil sie weiblich ist. Das ist nur eine erschreckende Tatsache zum Thema Gewalt gegen Frauen und weiblich gelesene Personen. Wie diese Gewalt aussehen kann, was sich in der Gesellschaft ändern muss und was Feministinnen einfach immer wieder aufregt, darüber spricht die Aktivistin Alina Kuhl auf ihrem Kanal „themondaytalks“ auf Instagram und TikTok.

„Monday Talks“ startete 2022 als feministische Gesprächsrunde, bei der sich wechselnde Gäste aus allen Gesellschaftsbereichen über feministische Themen unterhalten. Seit Mitte 2024 begann die ehrenamtlich engagierte Sozialpsychologin dann vermehrt selbst auf dem Kanal über das Thema Gewalt gegen Frauen zu sprechen. Mit starker Stimme kommentiert sie schlagfertig und authentisch konkrete Ereignisse, erzählt Geschichten aus ihrem Alltag und dem Alltag vieler anderer Frauen und ruft dazu auf, mehr Bewusstsein für das Thema zu schaffen.

3. Malala Yousafzai

Was wäre, wenn dein Schulweg unsicher wäre? Wenn du nicht wüsstest, ob du es heute lebend zur Schule schaffst oder du plötzlich gar nicht mehr zur Schule gehen kannst?

Für die junge Aktivistin Malala Yousafzai ist das nicht nur ein Gedankenspiel, sondern bittere Realität. 2009 erfuhr sie am eigenen Leib, was es bedeutet, keinen Zugang mehr zu Bildung zu haben, nur weil sie ein Mädchen ist. Malala wuchs in Swat, einer Provinz in Pakistan auf, die 2007 von den Taliban eingenommen wurde. Darauf folgten Jahre blutiger Kämpfe und Unterdrückung, insbesondere für Frauen und Mädchen. Doch Malala wollte für ihr Recht auf Bildung kämpfen und begann schon mit 11 Jahren, sich gegen die Taliban zu wehren. Sie schrieb ein Tagebuch über ihre Unterdrückung für den Sender BBC und gab TV-Interviews, in denen sie offen Kritik äußerte. Die Taliban sahen Malala als Bedrohung, 2012 wurde ein Attentat auf sie verübt. Doch auch das hielt Malala nicht davon ab, weiter für das Recht auf Bildung aller Frauen und Mädchen zu kämpfen. Malalas Mut inspirierte weltweit so sehr, dass ihr 2014 der Friedens Nobel Preis für ihr Engagement verliehen wurde.

Heute lebt die 27-Jährige in England und setzt sich weiterhin für Bildungsgerechtigkeit ein, insbesondere für Mädchen. Auf ihren Social-Media-Accounts spricht Malala eloquent und furchtlos mit klaren, hoffnungsvollen Worten zu ihren Follower:innen. Ihr Account macht auf aktuelle Entwicklungen zum Thema Bildungsgerechtigkeit aufmerksam und zeigt sie als Aktivistin bei ihrer Arbeit.

4. Frauen von damals

„Sichtbar machen, was lange unsichtbar war“ –  so lautet das Motto von Bianca Walthers Instagram-Kanal und Podcast „Frauen von damals“. Auf ihrem Kanal teilt sie regelmäßig die realen Geschichten von Frauen und Minderheiten. Sie spricht über ihre Erfolge und Leistungen, die Steine, die ihnen in den Weg gelegt wurden, ihren Mut und ihre Entschlossenheit, auch Wege einzuschlagen, die gesellschaftlich verpönt waren. „Frauen von damals” erzählt einfach und unkompliziert Geschichten, die inspirieren und motivieren sollen, ohne dabei an wissenschaftlicher Qualität zu verlieren.  2024 wurde das Format für den Grimme Online Award nominiert, der hochwertige Medienangebote auszeichnet.

5. not_all_sons_but_yours_

Als Frau Erfolg zu haben und im Rampenlicht zu stehen, ist nicht immer einfach. Hass, Eifersucht und Beleidigungen gehören zum Alltag vieler Frauen. Die Rapperin Nura kennt das nur zu gut. Hass, Rassismus und Misogynie begleiten sie schon ihre ganze Karriere lang, besonders gut lässt sich das in dem Song „Hassfrau“ nachvollziehen, der noch in ihrer Zeit bei SXTN entstand. Doch schon in „Hassfrau“ wurde klar: Nura gibt sich auf keinen Fall geschlagen und stellt sich konsequent dem Hass entgegen. Deshalb erstellte die Rapperin und Feministin 2024 den Instagram-Kanal „not_all_sons_but_yours_“. Der Name ist eine Anspielung auf den Spruch „Not all men“, der ausdrückt, dass nicht alle Männer für geschlechterspezifische Missstände in der Gesellschaft verantwortlich seien. Oft wird der Spruch auch mit Gewalt gegen Frauen in Verbindung gebracht. „Not all sons but yours“ fokussiert sich folglich wieder auf die Tatsache, dass es Männer gibt, die Frauen gegenüber gewalttätig werden – und dass sie uns nahestehen können und jemandes Sohn sind. Außerdem bezieht sich Nura damit auf einen Thread Post, wo jemand schrieb: „Stellt euch mal vor, es gäbe eine TV-Show, in der eine Frau ihre schlimmsten DM’s vorliest und fünf Mütter erraten müssten, welcher ihrer Söhne das geschrieben haben könnte. Auf „not_all_sons_but_yours_“ lädt Nura Hass-Nachrichten hoch, die täglich bei ihr eingehen. Der Kanal zeichnet ein äußerst gruseliges und besorgniserregendes Bild des Alltags der Sängerin.

Du willst mehr? Du bekommst mehr!

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.