Koscheres Streetfood-Festival: Ein „Vorgeschmack“ auf die Jüdischen Kulturtage 2025

Ein gedeckter Tisch mit verschiedenen Speisen und Teegläsern, darunter Brot, Omelette, Salat und Oliven.
Beim koscheren Streetfood-Festival dreht sich alles um internationale Leckereien und jüdische Kultur.
Feliks Thiele, funky-Jugendreporter

Anfang Juli besuchte ich das koschere Streetfood-Festival in Berlin. Jährlich locken die kulinarischen Highlights Tausende Besucher:innen auf das Gelände hinter der neuen Synagoge Berlin – ein Paradies für Feinschmecker:innen und Kulturbegeisterte. Neben dem Erkunden des Festivalgeländes und dem Ausprobieren zahlreicher Essensstände hatte ich auch die Möglichkeit, mit dem Intendanten der Jüdischen Kulturtage zu sprechen, Avi Toubiana.

Die Idee für ein koscheres Streetfood-Festival hatte Avi Toubiana bereits seit einem Jahrzehnt, doch erst mit seiner Ernennung zum Intendanten ergab sich die langersehnte Chance. Obwohl viele sich im Vorfeld skeptisch zeigten, setzte Toubiana seine Vision um. Und der Erfolg gibt ihm Recht: Was 2022 mit knapp 20 Ständen und etwa 4.000 Gästen begann, hat sich zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt. Im vergangenen Jahr besuchten über 10.000 Menschen das Festivalgelände, in diesem Jahr präsentierten sich über 40 Stände mit der optimistischen Aussicht, die 15.000er-Besucher:innenmarke zu knacken.

Avi Toubiana, Intendant der Jüdischen Kulturtage (c) Boaz Arad

Doch was macht dieses Festival eigentlich so attraktiv – besonders für uns Jugendliche?  „Alles!“, bekräftigt Avi Toubiana. Neben den vielfältigen koscheren Köstlichkeiten gab es ein breites Angebot, das keine Langeweile aufkommen ließ. Wir konnten uns am Alba-Basketballstand austoben, an Aktivitäten des Olam-Jugendzentrums teilnehmen, dem Jugendzentrum der Jüdischen Gemeinde, oder uns von Karikaturisten zeichnen lassen. Auch das Bühnenprogramm war ein echtes Highlight: Eine dynamische Jazzband sorgte für Stimmung, Shlomit Tripp von Bubales verzauberte mit einer Puppenshow, und ein „Magical Duo“ begeisterte mit Zaubertricks. Hinzu kamen noch die energiegeladenen Auftritte von Kindertänzern und Jungengruppen der jüdischen Gemeinde. DJ Levinsky brachte die Menge zum Tanzen, eine Seifenblasenshow sorgte für staunende Gesichter und sogar das Maskottchen von Hertha BSC war vor Ort, um für gute Laune zu sorgen. Für Avi Toubiana war jedoch das größte Highlight des Tages, dass alles reibungslos verlief und die Menschen eine tolle Zeit hatten.

Wer nach dem Streetfood-Festival noch nicht genug von jüdischer Kultur hat, sollte sich die Jüdischen Kulturtage 2025 im November schon einmal vormerken. Beim Eröffnungskonzert kommen Hollywood-Fans auf ihre Kosten, denn es wird ikonische Filmmusik zum Besten gegeben, um die jüdische Geschichte auf eine ganz neue, filmreife Weise zu erzählen. Musikalisch wird es auch am 22. November im Fotografiska Berlin mit Hadag Nachash, einer israelischen Funk-Hip-Hop-Band, die für eine unvergessliche Live-Performance bekannt ist. Und auch für Jazz-Liebhaber:innen gibt es Grund zur Freude, denn der international gefeierte Bassist Avishai Cohen wird im Rahmen der Jüdischen Kulturtage auftreten.

Die Jüdischen Kulturtage sind also eine einzigartige Möglichkeit, die jüdische Kultur in ihrer ganzen Vielfalt kennenzulernen. Es geht nicht immer nur um den Holocaust oder den Nahostkonflikt. Vielmehr sei es eine „… reichhaltige Kultur, die sich in Musik und Theater widerspiegelt“, so Avi Toubiana.

Die Jüdischen Kulturtage finden vom 13. bis zum 23. November 2025 in Berlin statt. Weitere Veranstaltungshinweise gibt’s hier.

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