Als Bob Dylan mit gerade einmal 20 Jahren Anfang der 1960er-Jahre in New York auftauchte, war der dort versammelten US-amerikanischen Folk-Szene wohl kaum klar, dass er einmal zum größten Songwriter aller Zeiten avancieren würde. Völlig aus dem Nichts erscheint dieser verschlossene, dauer-grummelnde junge Mann am Krankenbett seines größten Idols Woody Guthrie, um ihm seine Hommage „Song for Woody“ vorzuspielen. Danach – nun ja, weiter scheint sein Plan nicht zu gehen. Kurzerhand nimmt Pete Seeger, ebenfalls ein Großmeister amerikanischer Song-Poeten, den jungen Bob auf und führt ihn in die florierende Live-Szene im Greenwich Village ein. Dort weiß niemand, woher der junge Musiker kommt oder wo er die Inspiration für seine düstere Lyrik hernimmt, doch eines bemerken alle sofort: dass er mit einem geradezu übernatürlichen Talent gesegnet ist.
In dieser Phase der mittlerweile über 60 Jahre andauernden Karriere Bob Dylans setzt der Film „Like a Complete Unknown“ ein, mit Hollywood-Jungstar Timothée Chalamet in der Hauptrolle. Er widmet sich lediglich den Jahren 1961 bis 1965, in denen Dylan vom Niemand zur prägenden kulturellen Figur wurde – und endet konsequenterweise wenige Wochen bevor er mit „Highway 61 Revisited“ eines der einflussreichsten Alben der Pop-Geschichte veröffentlichen würde. Damit folgt der Film dankenswerterweise nicht der typischen Biopic-Formel von Kindheitstrauma, Aufstieg, Fall und Katharsis, von der es in den vergangenen Jahren mehr als genug gab.
Monica Barbaro als Joan Baez neben Timothée Chalamet als Bob Dylan. (c) Searchlight Pictures
Zugegebenermaßen macht es „Like a Complete Unknown“ den Zuschauenden nicht gerade leicht, denn viel erklärt wird hier nicht. Wer also bisher nichts über Bob Dylan weiß und sich einen Film erhofft, der wie ein Wikipedia-Artikel die Karriere und die Gründe für die Genialität des Songwriters aufdröselt, wird vermutlich enttäuscht sein. Viel mehr porträtiert der Film einen undurchsichtigen, irgendwie getriebenen und zeitweise ausgesprochen unsympathischen jungen Künstler. Welche Kraft seine Songs aber bis heute haben und wie sehr sie in einer Zeit zwischen Kubakrise und Civil Rights Movement einschlugen, das zeigt der Film vor allem durch die Reaktionen derer, die in dieser frühen Phase seiner Karriere auf ihn trafen – von Joan Baez bis Johnny Cash.
Neben einer Imitation von Dylans schnoddrigem Sprachduktus, beeindruckt Timothée Chalamet vor allem damit, wie wunderschön er alle Songs selbst singt. Auch Edward Nortons bewegende Performance als Pete Seeger muss unbedingt lobend erwähnt werden. Wer sich also darauf einlässt, von diesem Film nicht zu sehr an die Hand genommen zu werden, wird mit fantastischen Bildern vom New York der 1960er-Jahre, mit tollen Musikaufnahmen und einer unheimlich dichten Atmosphäre belohnt. So ist „Like a Complete Unknown“ eine Zeitreise in eine der wohl prägendsten Phasen der Popmusikgeschichte, in der ein Song der letzten Zuflucht vor einem drohenden Atomkrieg und der Griff zur E-Gitarre einem Judas-artigen Verrat gleichkommen konnte.
Als Bob Dylan mit gerade einmal 20 Jahren Anfang der 1960er-Jahre in New York auftauchte, war der dort versammelten US-amerikanischen Folk-Szene wohl kaum klar, dass er einmal zum größten Songwriter aller Zeiten avancieren würde. Völlig aus dem Nichts erscheint dieser verschlossene, dauer-grummelnde junge Mann am Krankenbett seines größten Idols Woody Guthrie, um ihm seine Hommage „Song for Woody“ vorzuspielen. Danach – nun ja, weiter scheint sein Plan nicht zu gehen. Kurzerhand nimmt Pete Seeger, ebenfalls ein Großmeister amerikanischer Song-Poeten, den jungen Bob auf und führt ihn in die florierende Live-Szene im Greenwich Village ein. Dort weiß niemand, woher der junge Musiker kommt oder wo er die Inspiration für seine düstere Lyrik hernimmt, doch eines bemerken alle sofort: dass er mit einem geradezu übernatürlichen Talent gesegnet ist.
In dieser Phase der mittlerweile über 60 Jahre andauernden Karriere Bob Dylans setzt der Film „Like a Complete Unknown“ ein, mit Hollywood-Jungstar Timothée Chalamet in der Hauptrolle. Er widmet sich lediglich den Jahren 1961 bis 1965, in denen Dylan vom Niemand zur prägenden kulturellen Figur wurde – und endet konsequenterweise wenige Wochen bevor er mit „Highway 61 Revisited“ eines der einflussreichsten Alben der Pop-Geschichte veröffentlichen würde. Damit folgt der Film dankenswerterweise nicht der typischen Biopic-Formel von Kindheitstrauma, Aufstieg, Fall und Katharsis, von der es in den vergangenen Jahren mehr als genug gab.
(c) Searchlight Pictures
Zugegebenermaßen macht es „Like a Complete Unknown“ den Zuschauenden nicht gerade leicht, denn viel erklärt wird hier nicht. Wer also bisher nichts über Bob Dylan weiß und sich einen Film erhofft, der wie ein Wikipedia-Artikel die Karriere und die Gründe für die Genialität des Songwriters aufdröselt, wird vermutlich enttäuscht sein. Viel mehr porträtiert der Film einen undurchsichtigen, irgendwie getriebenen und zeitweise ausgesprochen unsympathischen jungen Künstler. Welche Kraft seine Songs aber bis heute haben und wie sehr sie in einer Zeit zwischen Kubakrise und Civil Rights Movement einschlugen, das zeigt der Film vor allem durch die Reaktionen derer, die in dieser frühen Phase seiner Karriere auf ihn trafen – von Joan Baez bis Johnny Cash.
Neben einer Imitation von Dylans schnoddrigem Sprachduktus, beeindruckt Timothée Chalamet vor allem damit, wie wunderschön er alle Songs selbst singt. Auch Edward Nortons bewegende Performance als Pete Seeger muss unbedingt lobend erwähnt werden. Wer sich also darauf einlässt, von diesem Film nicht zu sehr an die Hand genommen zu werden, wird mit fantastischen Bildern vom New York der 1960er-Jahre, mit tollen Musikaufnahmen und einer unheimlich dichten Atmosphäre belohnt. So ist „Like a Complete Unknown“ eine Zeitreise in eine der wohl prägendsten Phasen der Popmusikgeschichte, in der ein Song der letzten Zuflucht vor einem drohenden Atomkrieg und der Griff zur E-Gitarre einem Judas-artigen Verrat gleichkommen konnte.
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