Sophie Schmitt, funky-Jugendreporterin
Obwohl die Union Gesamt-Wahlsieger der Bundestagswahl 2025 ist, siegte bei den 18- bis 24-Jährigen mehrheitlich Die Linke und die AfD. Das haben die beiden Parteien vor allem ihrer starken Präsenz in den Sozialen Netzwerken zu verdanken. Ein Kommentar.
Die diesjährige Bundestagswahl hat eine tiefe Spaltung der Wählerschaft offenbart: Während die Union als Gesamtsieger aus der Wahl hervorging, dominierten in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen zwei Parteien, die politisch kaum unterschiedlicher sein könnten – Die Linke mit 25 Prozent und die AfD mit 21 Prozent. CDU, SPD und Grüne mussten sich mit mageren Ergebnissen begnügen.
Der Grund für diesen Erfolg? Nicht etwa ein plötzlicher Links- oder Rechtsruck der Jugend – sondern die geschickte Nutzung sozialer Medien. Während die etablierten Mitte-Parteien auf altbewährte Wahlkampfstrategien setzen, haben AfD und Linke längst verstanden, dass Wahlen auf TikTok, Instagram und Co. entschieden werden. Doch während Die Linke junge Wähler:innen mit politischen Inhalten anspricht, setzt die AfD auf gezielte Manipulation, Desinformation und Hetze.
Algorithmen als Wahlkampfhelfer?
Plattformen wie TikTok und Instagram sind keine neutralen Bühnen politischer Kommunikation. Sie sind darauf programmiert, Inhalte mit hoher Interaktion – also Likes, Kommentaren und Shares – gezielt zu pushen. Und was sorgt für die meiste Aufmerksamkeit? Emotional aufgeladene, polarisierende Inhalte.
Das haben AfD und Linke für sich erkannt: Sie liefern zugespitzte Botschaften, klare Feindbilder und pointierte Statements – verpackt in kurzen, leicht verständlichen Clips. Der Algorithmus erledigt den Rest. „Die Algorithmen belohnen emotionale und diskussionsorientierte Inhalte. Das führt dazu, dass Parteien, die klare und oft kontroverse Positionen beziehen, in der Online-Welt zunehmend sichtbar werden,“ erklärt Amelie Marie Weber, Social Media Redakteurin der Tagesschau, auf dem Tagesschau-Instagram-Profil. Das Ergebnis: Eine junge Wähler:innenschaft, die politisch immer stärker von Social Media geprägt wird – und damit von denjenigen Parteien, die das Spiel am besten beherrschen.
Die Strategien von AfD und Linken: Unterschiedlich, aber effektiv
AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel und Linken-Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek haben früh erkannt, dass TikTok nicht nur eine Plattform für Tanzvideos ist, sondern ein politisches Schlachtfeld. Während Weidel mit gezielter Desinformation und rechtspopulistischen Parolen polarisiert, setzt Reichinnek auf soziale Gerechtigkeit und Angriffe auf die CDU und SPD. Beide nutzen die Mechanismen sozialer Medien meisterhaft – jedoch mit völlig unterschiedlichen Methoden.
Alice Weidel provoziert mit irreführenden Aussagen über eine angebliche „Bedrohung der deutschen Kultur“ durch Migration. Ihre Forderung nach „Remigration“ von Migrant:innen, die ihrer Meinung nach nicht bereit wären, sich zu integrieren, führte auf TikTok zu Tausenden neuen Follower:innen, auch ihre Instagram-Follower:innenzahl stieg um etwa 15 Prozent.
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Der Grund für diesen Erfolg? Nicht etwa ein plötzlicher Links- oder Rechtsruck der Jugend – sondern die geschickte Nutzung sozialer Medien. Während die etablierten Mitte-Parteien auf altbewährte Wahlkampfstrategien setzen, haben AfD und Linke längst verstanden, dass Wahlen auf TikTok, Instagram und Co. entschieden werden. Doch während Die Linke junge Wähler:innen mit politischen Inhalten anspricht, setzt die AfD auf gezielte Manipulation, Desinformation und Hetze.
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Plattformen wie TikTok und Instagram sind keine neutralen Bühnen politischer Kommunikation. Sie sind darauf programmiert, Inhalte mit hoher Interaktion – also Likes, Kommentaren und Shares – gezielt zu pushen. Und was sorgt für die meiste Aufmerksamkeit? Emotional aufgeladene, polarisierende Inhalte.
Das haben AfD und Linke für sich erkannt: Sie liefern zugespitzte Botschaften, klare Feindbilder und pointierte Statements – verpackt in kurzen, leicht verständlichen Clips. Der Algorithmus erledigt den Rest. „Die Algorithmen belohnen emotionale und diskussionsorientierte Inhalte. Das führt dazu, dass Parteien, die klare und oft kontroverse Positionen beziehen, in der Online-Welt zunehmend sichtbar werden,“ erklärt Amelie Marie Weber, Social Media Redakteurin der Tagesschau, auf dem Tagesschau-Instagram-Profil. Das Ergebnis: Eine junge Wähler:innenschaft, die politisch immer stärker von Social Media geprägt wird – und damit von denjenigen Parteien, die das Spiel am besten beherrschen.
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Alice Weidel provoziert mit irreführenden Aussagen über eine angebliche „Bedrohung der deutschen Kultur“ durch Migration. Ihre Forderung nach „Remigration“ von Migrant:innen, die ihrer Meinung nach nicht bereit wären, sich zu integrieren, führte auf TikTok zu Tausenden neuen Follower:innen, auch ihre Instagram-Follower:innenzahl stieg um etwa 15 Prozent.
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