Ein heiliger Millenial?

Heilige kennst du vielleicht aus der Kirche oder von Gebetskalendern, in denen die ganzen Namenstage festgeschrieben sind. Denn viele Namen beruhen auf Heilige.
Heilige kennst du vielleicht aus der Kirche oder von Gebetskalendern, in denen die ganzen Namenstage festgeschrieben sind. Denn viele Namen beruhen auf Heilige.
Larissa Menne, funky-Jugendreporterin

Es gibt wieder eine Portion zum Mitnehmen und Angeben. Dieses Mal geht es um eine ungewöhnliche Heiligsprechung. Wusstest du, dass ein Millenial heiliggesprochen werden soll?

Sankt Martin, Sankt Nikolaus oder Hildegard von Bingen – vielleicht hast du diese Namen schon einmal gehört. Alle drei Personen sind berühmte Heilige. Was sie alle gemeinsam haben: Sie lebten vor langer Zeit. Doch das scheint nicht unbedingt eine Voraussetzung für die Heiligsprechung zu sein, wie ein jüngstes Beispiel zeigt. Carlo Acutis wurde 1991 geboren und könnte der erste „heilige Millenial“ werden.

Als Heilige werden Menschen nach ihrem Tod ausgezeichnet, die sich durch intensive Gläubigkeit oder durch besondere Taten während ihrer Lebzeiten hervorgetan haben. Heilige Personen gibt es in vielen Religionen. Eine besondere Bedeutung haben sie allerdings in der katholischen Kirche, denn hier kann der Papst Menschen heiligsprechen. Diese werden dann beispielsweise in Form von Gedenktagen, Abbildungen oder Anbetungen verehrt. Einige der Heiligen gelten auch als Schutzbefohlene für bestimmte Berufsgruppen, unter anderem ist der Heilige Florian, Patron der Feuerwehr, und die Heilige Barbara, Patronin der Bergleute.

Carlo Acutis, der möglicherweise heilige Millenial, wurde 1991 geboren und starb im Alter von 15 Jahren an Leukämie. Der junge Italiener war sehr religiös und interessierte sich zeitlebens für neuzeitliche Wunder. Seine zweite Leidenschaft galt dem Computer und dem Programmieren, sodass er die Wunder auf einer Website dokumentierte und so die Begeisterung für den Glauben vielen (jungen) Menschen im Internet zugänglich machte.

Acutis werden darüber hinaus von der katholischen Kirche zwei Wunderheilungen nach seinem Tod zugesprochen. So sollen eine schwerverletzte junge Frau im Jahr 2022 und ein sechsjähriger Junge im Jahr 2010 geheilt worden seien, nachdem zuvor ihre Eltern an seinem Grab gebetet hatten. Das mit einem Glasfenster versehene Grab im italienischen Assisi ist ein beliebter Pilgerort für Katholiken aus der ganzen Welt. Schon am 10. Oktober 2020 wurde Carlo Acutis seliggesprochen. Mit dieser Vorstufe zur Heiligsprechung geht einher, dass die Seliggesprochenen in einer bestimmten Region öffentlich verehrt werden dürfen, bei Heiligen ist dies hingegen weltweit möglich. Um heiliggesprochen zu werden ist in der Regel das Vollbringen von zwei Wundern nötig. Carlo Acutis erfüllt also mittlerweile die „Voraussetzungen“.

Papst Franziskus hat daher im Mai 2024 die vorbereitenden Unterlagen zur Heiligsprechung des engagierten Jugendlichen ausgefüllt. Ein genauer Termin für die Heiligsprechung steht aber noch aus. Dann jedoch könnte Carlo Acutis der erste „heilige Millenial“ werden, also ein Mensch, der in den 1980er- oder 1990er-Jahren geboren wurde. Aufgrund seiner Aktivität im Internet wünschen sich darüber hinaus viele internationale Gläubige, dass die Katholische Kirche den gläubigen Christen zum „Patron des Internets“ ernennt.

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