Besserwisserwissen: Die Geschichte der Schultüte

Das Wort "Schulstart" auf kleinen Holzplättchen.
So ist die Schultüte entstanden.
Marie Gorthan, funky-Jugendreporterin

Es gibt wieder eine Portion Wissen zum Mitnehmen und Angeben. Dieses Mal geht es um die Schultüte. Weißt du, seit wann es sie gibt?

Am Tag der Einschulung tummeln sich aufgeregte Kinder vor dem Schulgebäude. In der Hand trägt jedes Kind eine bunte Schultüte, die bis zum Rand gefüllt ist mit Süßigkeiten und allen möglichen Dingen, die die Erstklässlerinnen und Erstklässler für ihren Start in die Schule benötigen. Doch woher kommt die Tradition der Schultüte und wie hat sie sich über die Jahre verändert?

Entstanden ist die sogenannte Zuckertüte im 18. Jahrhundert in Sachsen und Thüringen. Befüllt war sie mit Nüssen, Trockenfrüchten, Brezeln oder kleinen Süßigkeiten. Der erste Beleg lässt sich bereits 1781 in einer Autobiografie von Karl Gottlieb Bretschneider finden.

Eltern erzählten ihren Kindern zu der Zeit, dass im Keller der Schule Schultüten an einem Baum wuchsen. Wenn die Tüten groß genug waren, durfte das Kind zur Schule gehen. Diese Geschichte wurde mit der Veröffentlichung des Zuckertütenbuchs von Moritz Heger bekannt. Auch heute wird in manchen Kindergärten noch ein Zuckertütenfest gefeiert. Oft wird bei diesem Anlass ein gebastelter Strauch im Garten aufgestellt, an dem die Schultüten „reifen“, bis die Kinder sie pflücken dürfen.

Außerhalb von Sachsen und Thüringen waren die Tüten zunächst recht unbekannt. Erst im Jahr 1910 begann die Firma von Carl August Nestler mit der industriellen Serienfertigung von Schultüten. So wurde sie für jedermann erschwinglich und erfreute sich auch im restlichen Deutschland großer Beliebtheit.

Heutzutage ist die Tüte mit bunten Kindermotiven verziert. Trockenfrüchte und Nüsse findet man nur noch selten, dafür Süßigkeiten, Buntstifte und kleine Spielzeuge. Auch wenn sich die Schultüte über die Jahre verändert hat, steht sie früher wie heute für den Übergang und Neubeginn in einen neuen Lebensabschnitt.

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.