Magdalena Naumann, funky-Jugendreporterin
Ich bin mit einer Freundin im Urlaub. Wir kennen uns schon viele Jahre, könnten aber nicht unterschiedlicher sein. Wenn man sich immer nur auf einen Kaffee trifft, weiß man ja auch eigentlich gar nicht, wie die andere im Alltag tickt. Und genau das sollte uns in diesem gemeinsamen Urlaub vor Augen geführt werden: Während ich nämlich in ihren Augen eine ganz klassische Type-B-Chaotin bin, scheint sie mir eine Type-A-Ultra zu sein.
Was das heißt? Type-A-Persönlichkeiten zeichnen sich angeblich durch Ehrgeiz, Pünktlichkeit und Kontrolllust aus, während Type-B-Persönlichkeiten gelassener, chaotischer und spontaner sein sollen. Diese in den 1950er-Jahren entwickelte Persönlichkeitstheorie unterscheidet zwei gegensätzliche Verhaltensweisen und Reaktionen auf Stress, ist aber inzwischen veraltet. Was natürlich nicht heißt, dass sie auf TikTok oder an dieser Stelle von mir nicht wieder herausgekramt werden kann!
Als wir in unserem Hotelzimmer ankommen, lege ich meinen Rucksack aufs Bett und fange an, einzelne Teile herauszuziehen und auf meiner Hälfte zu verteilen. Meine Freundin steht derweil noch in der Tür und stellt ihre Schuhe fein säuberlich auf die dafür vorgesehene Ablage. Sie sortiert den Inhalt ihres Koffers ordentlich in den Kleiderschrank ein. Jup – die Kleidung darf schließlich nicht knittern und die Hosen müssen auf Bruch gelegt hängen.
Als wir uns gegen Abend etwas akklimatisiert haben, wollen wir unsere Umgebung erkunden. Ich stehe schon an der Tür, um wahllos draufloszulaufen, da werde ich zurückgerufen. Type A checkt erstmal den Wetterbericht, die Bahnverbindungen und die Google-Bewertungen. Dann machen wir einen Plan. Während das meiner Begleitung Sicherheit gibt, fühle ich mich sofort ein wenig eingeengt.
Am nächsten Morgen werde ich um 7:30 Uhr unsanft von ihrem Wecker aus dem Schlaf geklingelt. Das Frühstück wartet und wir müssen Type A zufolge die Ersten sein, um die warmen Brötchen genießen zu können. Während ich versuche, meinen Kaffee gemütlich auszutrinken, beginnen wir mit der Tagesplanung. Vor mir liegt ein Stadtplan, geschmückt mit bunten Markierungen, die mir das heutige Programm vor Augen führen sollen. Keine Zeit für Abweichungen. Unterwegs setze ich dann zur ersten Kompromissfindung an, indem ich erkläre, warum ein zweiter Kaffee im Café dringend notwendig ist – mit Erfolg. Jetzt ist er hin, der Zeitplan. Aber ich fühle mich zum ersten Mal entspannt.
Den zweiten Tag plane dann ich. Nach einem entspannten Frühstück schmeiße ich schnell alles in meinen Rucksack zurück. Der Check-out sitzt mir im Nacken – aber auch nur mir, meine Reisebegleitung hat bereits vor dem Frühstück alles gewissenhaft eingepackt. Die Suche nach einem Schließfach für unser Gepäck gestaltet sich ähnlich hektisch, da ich keines im Voraus gebucht habe. Schlussendlich schlendern wir, ohne Gepäck, ein wenig durch die Altstadt. Auch meine Begleiterin muss zugeben, dass das ziellose Schlendern entspannen kann – ha!
Heute können wir beide darüber lachen. Einen gemeinsamen Urlaub wird es allerdings nie wieder geben. Nur Coffee-Dates, zu denen ich zu spät komme und sie die Karte schon vorher studiert hat.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
-
Sich mit anderen zu vergleichen ist menschlich. Problematisch wird es, wenn die Vergleiche Druck erzeugen…
-
Überall Krisen: Diesen Eindruck habe ich häufig. Also beschließe ich, für sieben Tage gegenzusteuern: Jeden…
-
„Das hast du gut gemacht!“ oder „Dieses Outfit steht dir super!“: Über solche Komplimente freuen…
-
Eine Woche lang kein Geld ausgeben – kaum vorstellbar, würde man meinen. Unsere Jugendreporterin macht…
Ich bin mit einer Freundin im Urlaub. Wir kennen uns schon viele Jahre, könnten aber nicht unterschiedlicher sein. Wenn man sich immer nur auf einen Kaffee trifft, weiß man ja auch eigentlich gar nicht, wie die andere im Alltag tickt. Und genau das sollte uns in diesem gemeinsamen Urlaub vor Augen geführt werden: Während ich nämlich in ihren Augen eine ganz klassische Type-B-Chaotin bin, scheint sie mir eine Type-A-Ultra zu sein.
Was das heißt? Type-A-Persönlichkeiten zeichnen sich angeblich durch Ehrgeiz, Pünktlichkeit und Kontrolllust aus, während Type-B-Persönlichkeiten gelassener, chaotischer und spontaner sein sollen. Diese in den 1950er-Jahren entwickelte Persönlichkeitstheorie unterscheidet zwei gegensätzliche Verhaltensweisen und Reaktionen auf Stress, ist aber inzwischen veraltet. Was natürlich nicht heißt, dass sie auf TikTok oder an dieser Stelle von mir nicht wieder herausgekramt werden kann!
Als wir in unserem Hotelzimmer ankommen, lege ich meinen Rucksack aufs Bett und fange an, einzelne Teile herauszuziehen und auf meiner Hälfte zu verteilen. Meine Freundin steht derweil noch in der Tür und stellt ihre Schuhe fein säuberlich auf die dafür vorgesehene Ablage. Sie sortiert den Inhalt ihres Koffers ordentlich in den Kleiderschrank ein. Jup – die Kleidung darf schließlich nicht knittern und die Hosen müssen auf Bruch gelegt hängen.
Als wir uns gegen Abend etwas akklimatisiert haben, wollen wir unsere Umgebung erkunden. Ich stehe schon an der Tür, um wahllos draufloszulaufen, da werde ich zurückgerufen. Type A checkt erstmal den Wetterbericht, die Bahnverbindungen und die Google-Bewertungen. Dann machen wir einen Plan. Während das meiner Begleitung Sicherheit gibt, fühle ich mich sofort ein wenig eingeengt.
Am nächsten Morgen werde ich um 7:30 Uhr unsanft von ihrem Wecker aus dem Schlaf geklingelt. Das Frühstück wartet und wir müssen Type A zufolge die Ersten sein, um die warmen Brötchen genießen zu können. Während ich versuche, meinen Kaffee gemütlich auszutrinken, beginnen wir mit der Tagesplanung. Vor mir liegt ein Stadtplan, geschmückt mit bunten Markierungen, die mir das heutige Programm vor Augen führen sollen. Keine Zeit für Abweichungen. Unterwegs setze ich dann zur ersten Kompromissfindung an, indem ich erkläre, warum ein zweiter Kaffee im Café dringend notwendig ist – mit Erfolg. Jetzt ist er hin, der Zeitplan. Aber ich fühle mich zum ersten Mal entspannt.
Den zweiten Tag plane dann ich. Nach einem entspannten Frühstück schmeiße ich schnell alles in meinen Rucksack zurück. Der Check-out sitzt mir im Nacken – aber auch nur mir, meine Reisebegleitung hat bereits vor dem Frühstück alles gewissenhaft eingepackt. Die Suche nach einem Schließfach für unser Gepäck gestaltet sich ähnlich hektisch, da ich keines im Voraus gebucht habe. Schlussendlich schlendern wir, ohne Gepäck, ein wenig durch die Altstadt. Auch meine Begleiterin muss zugeben, dass das ziellose Schlendern entspannen kann – ha!
Heute können wir beide darüber lachen. Einen gemeinsamen Urlaub wird es allerdings nie wieder geben. Nur Coffee-Dates, zu denen ich zu spät komme und sie die Karte schon vorher studiert hat.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
Sich mit anderen zu vergleichen ist menschlich. Problematisch wird es, wenn die Vergleiche Druck erzeugen…
Überall Krisen: Diesen Eindruck habe ich häufig. Also beschließe ich, für sieben Tage gegenzusteuern: Jeden…
„Das hast du gut gemacht!“ oder „Dieses Outfit steht dir super!“: Über solche Komplimente freuen…
Eine Woche lang kein Geld ausgeben – kaum vorstellbar, würde man meinen. Unsere Jugendreporterin macht…