Larissa Menne, funky-Jugendreporterin
„Eine Frau sollte ihrem Mann gehorchen.“ Dieser Satz klingt, als stamme er aus einer Zeit, in der Frauen weder wählen, noch ein eigenes Bankkonto eröffnen durften. Doch genau dieser Aussage stimmen laut einer aktuellen globalen Ipsos-Umfrage rund 30 Prozent der jungen Männer weltweit zu. Die Umfrage zeigt auch, dass junge Männer werden insgesamt konservativer werden und traditionelle Rollenbilder weltweit noch ziemlich verbreitet sind.
Bevor man jedoch vorschnelle Schlüsse zieht, lohnt sich ein genauer Blick auf die Studie. Es handelt sich um eine globale Umfrage, die über zahlreiche Kultur- und Gesellschaftsgrenzen hinweg durchgeführt wurde. Die Ergebnisse spiegeln also Einstellungen aus sehr unterschiedlichen politischen, sozialen und religiösen Kontexten wider. Sie sind nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar. Hierzulande ist der Anteil der Männer, die meinen, Frauen sollten ihren Männern gehorchen, deutlich geringer.
Und trotzdem ist die Studie ein alarmierendes Signal. Deutlich wird nämlich: Zur Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ist es noch ein weiter Weg. Dabei verweisen die Studienergebnisse auf ein grundsätzliches Problem. Offensichtlich ist Gleichberechtigung längst nicht so selbstverständlich, wie viele gedacht haben. Fortschritte können ins Stocken geraten oder sogar wieder rückgängig gemacht werden. Die Ursachen dafür reichen von auseinanderdriftenden politischen Strömungen bis zu traditionellen Rollenbildern auf Social Media. Wenn junge Männer zunehmend konservative Positionen übernehmen, ist das ein Warnsignal.
Allen Leser:innen der Studie muss bewusst werden: Die Gleichstellung der Geschlechter ist kein Projekt, das irgendwann einfach abgeschlossen ist. Sie muss immer wieder verteidigt und weiterentwickelt werden. Genau deshalb sind politische und gesellschaftliche Initiativen zur Förderung der Rechte von Frauen so wichtig. Programme gegen Diskriminierung, Projekte für mehr wirtschaftliche und soziale Teilhabe von Frauen oder Bildungsangebote zu Gleichberechtigung bleiben unabdingbar. Dabei geht es nicht nur darum über Betroffene zu reden, sondern mit Betroffenen.
Die Umfrage zeigt aber noch etwas anderes: Gleichberechtigung beginnt nicht erst im Parlament oder im Berufsleben. Sie beginnt im Kinderzimmer. Lange lag der Fokus darauf, Mädchen zu stärken. Das war und bleibt wichtig. Mädchen sollen selbstbewusst sein, unabhängig denken und ihren eigenen Weg gehen. Doch dabei darf auch die andere Seite nicht vergessen werden: Jungen müssen lernen, was Gleichberechtigung bedeutet. Ein modernes Rollenverständnis entsteht nicht von allein. Sie müssen vermittelt bekommen, dass Respekt, Partnerschaftlichkeit und Ebenbürtigkeit die Grundlagen für gelungene Beziehungen sind. Und zwar nicht nur für romantische Beziehungen, sondern auch für Kollegialität im Berufsleben oder für Freundschaften.
Deutlich wird also, dass Gleichberechtigung sich nicht automatisch mit jeder neuen Generation entwickelt. Die entscheidende Frage lautet: Welche Vorstellungen von Frauen und Männern geben wir an die nächste Generation weiter?
Diese Frage müssen wir alle uns immer wieder stellen und danach handeln. Und zwar im Alltag, in Familien, in Schulen, im Berufsleben und in Freundeskreisen. Denn Gleichberechtigung ist eine Aufgabe, für Generation aufs Neue lösen muss.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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„Eine Frau sollte ihrem Mann gehorchen.“ Dieser Satz klingt, als stamme er aus einer Zeit, in der Frauen weder wählen, noch ein eigenes Bankkonto eröffnen durften. Doch genau dieser Aussage stimmen laut einer aktuellen globalen Ipsos-Umfrage rund 30 Prozent der jungen Männer weltweit zu. Die Umfrage zeigt auch, dass junge Männer werden insgesamt konservativer werden und traditionelle Rollenbilder weltweit noch ziemlich verbreitet sind.
Bevor man jedoch vorschnelle Schlüsse zieht, lohnt sich ein genauer Blick auf die Studie. Es handelt sich um eine globale Umfrage, die über zahlreiche Kultur- und Gesellschaftsgrenzen hinweg durchgeführt wurde. Die Ergebnisse spiegeln also Einstellungen aus sehr unterschiedlichen politischen, sozialen und religiösen Kontexten wider. Sie sind nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar. Hierzulande ist der Anteil der Männer, die meinen, Frauen sollten ihren Männern gehorchen, deutlich geringer.
Und trotzdem ist die Studie ein alarmierendes Signal. Deutlich wird nämlich: Zur Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ist es noch ein weiter Weg. Dabei verweisen die Studienergebnisse auf ein grundsätzliches Problem. Offensichtlich ist Gleichberechtigung längst nicht so selbstverständlich, wie viele gedacht haben. Fortschritte können ins Stocken geraten oder sogar wieder rückgängig gemacht werden. Die Ursachen dafür reichen von auseinanderdriftenden politischen Strömungen bis zu traditionellen Rollenbildern auf Social Media. Wenn junge Männer zunehmend konservative Positionen übernehmen, ist das ein Warnsignal.
Allen Leser:innen der Studie muss bewusst werden: Die Gleichstellung der Geschlechter ist kein Projekt, das irgendwann einfach abgeschlossen ist. Sie muss immer wieder verteidigt und weiterentwickelt werden. Genau deshalb sind politische und gesellschaftliche Initiativen zur Förderung der Rechte von Frauen so wichtig. Programme gegen Diskriminierung, Projekte für mehr wirtschaftliche und soziale Teilhabe von Frauen oder Bildungsangebote zu Gleichberechtigung bleiben unabdingbar. Dabei geht es nicht nur darum über Betroffene zu reden, sondern mit Betroffenen.
Die Umfrage zeigt aber noch etwas anderes: Gleichberechtigung beginnt nicht erst im Parlament oder im Berufsleben. Sie beginnt im Kinderzimmer. Lange lag der Fokus darauf, Mädchen zu stärken. Das war und bleibt wichtig. Mädchen sollen selbstbewusst sein, unabhängig denken und ihren eigenen Weg gehen. Doch dabei darf auch die andere Seite nicht vergessen werden: Jungen müssen lernen, was Gleichberechtigung bedeutet. Ein modernes Rollenverständnis entsteht nicht von allein. Sie müssen vermittelt bekommen, dass Respekt, Partnerschaftlichkeit und Ebenbürtigkeit die Grundlagen für gelungene Beziehungen sind. Und zwar nicht nur für romantische Beziehungen, sondern auch für Kollegialität im Berufsleben oder für Freundschaften.
Deutlich wird also, dass Gleichberechtigung sich nicht automatisch mit jeder neuen Generation entwickelt. Die entscheidende Frage lautet: Welche Vorstellungen von Frauen und Männern geben wir an die nächste Generation weiter?
Diese Frage müssen wir alle uns immer wieder stellen und danach handeln. Und zwar im Alltag, in Familien, in Schulen, im Berufsleben und in Freundeskreisen. Denn Gleichberechtigung ist eine Aufgabe, für Generation aufs Neue lösen muss.
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