Jenna Wolfram, funky-Jugendreporterin
„Locking in for 2026“ als Caption unzähliger Posts auf TikTok, Selbstoptimierungsratgeber wie „Die 1%-Methode“ in weltweiten Bestseller-Listen, gesunde Rezepte auf dem Pinterest-Kanal „Mealspo“: Solchen und ähnlichen Inhalten wird in Anbetracht des Jahreswechsels und der Neujahrsvorsätze mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Grundidee ist nicht zwingend problematisch: Im Idealfall wird nur darauf abgezielt, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken oder mehr Erfolge im Schul- oder Berufsleben zu erzielen. Aber was passiert, wenn aus dem Ablegen schlechter Gewohnheiten ein ungesundes Streben nach unerreichbaren Idealbildern wird? Und welche Rolle spielen dabei TikTok, Instagram und andere soziale Medien?
Selbstverständlich ist nichts falsch daran, an sich als Person arbeiten und unvorteilhaften Verhaltensweisen abzulegen zu wollen. Zumindest, solange es dem Ziel dient, ein erfüllteres und zufriedenes Leben zu führen. Das eigentliche Problem ist, dass es durch den Einfluss sozialer Medien selten bei kleinen, harmlosen Veränderungen bleibt. Wenn der Vergleich mit realitätsfernen Idealen zu einem rastlosen Eifern nach Perfektion führt, bei dem persönliche Grenzen überschritten und ungesunde Denk- und Verhaltensmuster geschaffen werden, wird es problematisch.
Deshalb lohnt es sich, den Grund für den Wunsch nach Veränderung zu ergründen. Durch den ständigen Vergleich mit Idealen, die auf TikTok oder Instagram konstruiert werden, liegt dieser nämlich immer seltener im eigenen Interesse. Stattdessen bekommt man Angst, nicht attraktiv genug zu sein, Leistungen nicht zu erfüllen, zu undiszipliniert zu sein. Diese Sorge trifft dann jedoch auf die scheinbare Rettung: Influencer:innen posten Ratschläge, wie man seine „clean girl era“ beginnt, welche Lebensmittel auf gar keinen Fall konsumiert werden dürfen, oder zu welcher Uhrzeit man am besten aufsteht, um neben der Schule seine tägliche Workout-Routine einplanen zu können. Und auch, wenn das für einige Personen hilfreich und inspirierend sein mag, beschleicht die Zuschauenden das Gefühl, der Aufwand, den man erbringt, sei niemals genug. Und genau diese Seite der Selbstoptimierung verspricht k einen guten Ausgang der „self improvement journey“, sondern nur noch eine Verstärkung des mangelnden Selbstbewusstseins sowie einen zu strengen Fokus auf oberflächliche Werte.
Problematisch ist auch, dass durch die Überanalysierung des Erscheinungsbildes selbst kleinste Details als unattraktiv dargestellt werden. Die Unsicherheit über verschiedenste Körpermerkmale nimmt noch mehr zu: Selbst banale Dinge wie ein unstimmiges Kinn-Nase-Stirn-Verhältnis, keine „Legging-Legs“ oder einen „vertikalen Bauchnabel“ zu haben, gelten als verwerflich. Dass es sich bei diesen angeblichen „Makeln“ jedoch um Dinge handelt, die im täglichen Leben weder jemanden stören, geschweige denn auffallen, wird häufig vergessen. Die Liste scheinbar verbesserungsfähiger äußerlicher Merkmale auf Social Media wächst täglich, und somit auch die Unzufriedenheit derjenigen, die den unrealistischen Schönheitsidealen nacheifern. Stress und Leidensdruck sind die Folge, da man einem Bild entsprechen möchte, das schlichtweg unerreichbar ist. Um aber trotzdem so „perfekt“ wie möglich zu sein, werden häufig Strategien angewendet werden, die schädlich und ungesund sind: zwanghafte Bewegungsroutinen, gestörtes Essverhalten oder Lernen bis zur Erschöpfung. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, wirkt das ganze Konzept der Selbstoptimierung nicht mehr so zielführend.
Es ist also ein schmaler Grat, auf dem man sich bewegt, wenn man besser, schöner und klüger werden möchte. Alles, was über das eigene Wohlbefinden hinausgeht, verspricht nur selten ein nachhaltiges Ergebnis. Daher sollte man sich bei der Wahl seiner Vorsätze auf die persönlichen Möglichkeiten stützen, und besonders unter Rücksicht auf den ständigen Vergleich mit Personen im Internet auf die eigentliche Intention achten: Verbessere ich mich für mich, oder aus Angst vor der Ablehnung anderer?
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
-
Im stressigen Alltag gerät unser Nervensystem leicht aus dem Gleichgewicht. Hier kommen daher fünf Dinge,…
-
Mit dem Ziel, die Anzahl der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr zu erhöhen, stimmte der…
-
Jonas liebt es, zu reden. Noch mehr liebt er es, sich selbst zuzuhören. Und so…
-
TikTok ist voll mit Trends, die sich humorvoll um Partnerschaften drehen. Die zurzeit virale „Bird…
„Locking in for 2026“ als Caption unzähliger Posts auf TikTok, Selbstoptimierungsratgeber wie „Die 1%-Methode“ in weltweiten Bestseller-Listen, gesunde Rezepte auf dem Pinterest-Kanal „Mealspo“: Solchen und ähnlichen Inhalten wird in Anbetracht des Jahreswechsels und der Neujahrsvorsätze mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Grundidee ist nicht zwingend problematisch: Im Idealfall wird nur darauf abgezielt, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken oder mehr Erfolge im Schul- oder Berufsleben zu erzielen. Aber was passiert, wenn aus dem Ablegen schlechter Gewohnheiten ein ungesundes Streben nach unerreichbaren Idealbildern wird? Und welche Rolle spielen dabei TikTok, Instagram und andere soziale Medien?
Selbstverständlich ist nichts falsch daran, an sich als Person arbeiten und unvorteilhaften Verhaltensweisen abzulegen zu wollen. Zumindest, solange es dem Ziel dient, ein erfüllteres und zufriedenes Leben zu führen. Das eigentliche Problem ist, dass es durch den Einfluss sozialer Medien selten bei kleinen, harmlosen Veränderungen bleibt. Wenn der Vergleich mit realitätsfernen Idealen zu einem rastlosen Eifern nach Perfektion führt, bei dem persönliche Grenzen überschritten und ungesunde Denk- und Verhaltensmuster geschaffen werden, wird es problematisch.
Deshalb lohnt es sich, den Grund für den Wunsch nach Veränderung zu ergründen. Durch den ständigen Vergleich mit Idealen, die auf TikTok oder Instagram konstruiert werden, liegt dieser nämlich immer seltener im eigenen Interesse. Stattdessen bekommt man Angst, nicht attraktiv genug zu sein, Leistungen nicht zu erfüllen, zu undiszipliniert zu sein. Diese Sorge trifft dann jedoch auf die scheinbare Rettung: Influencer:innen posten Ratschläge, wie man seine „clean girl era“ beginnt, welche Lebensmittel auf gar keinen Fall konsumiert werden dürfen, oder zu welcher Uhrzeit man am besten aufsteht, um neben der Schule seine tägliche Workout-Routine einplanen zu können. Und auch, wenn das für einige Personen hilfreich und inspirierend sein mag, beschleicht die Zuschauenden das Gefühl, der Aufwand, den man erbringt, sei niemals genug. Und genau diese Seite der Selbstoptimierung verspricht k einen guten Ausgang der „self improvement journey“, sondern nur noch eine Verstärkung des mangelnden Selbstbewusstseins sowie einen zu strengen Fokus auf oberflächliche Werte.
Problematisch ist auch, dass durch die Überanalysierung des Erscheinungsbildes selbst kleinste Details als unattraktiv dargestellt werden. Die Unsicherheit über verschiedenste Körpermerkmale nimmt noch mehr zu: Selbst banale Dinge wie ein unstimmiges Kinn-Nase-Stirn-Verhältnis, keine „Legging-Legs“ oder einen „vertikalen Bauchnabel“ zu haben, gelten als verwerflich. Dass es sich bei diesen angeblichen „Makeln“ jedoch um Dinge handelt, die im täglichen Leben weder jemanden stören, geschweige denn auffallen, wird häufig vergessen. Die Liste scheinbar verbesserungsfähiger äußerlicher Merkmale auf Social Media wächst täglich, und somit auch die Unzufriedenheit derjenigen, die den unrealistischen Schönheitsidealen nacheifern. Stress und Leidensdruck sind die Folge, da man einem Bild entsprechen möchte, das schlichtweg unerreichbar ist. Um aber trotzdem so „perfekt“ wie möglich zu sein, werden häufig Strategien angewendet werden, die schädlich und ungesund sind: zwanghafte Bewegungsroutinen, gestörtes Essverhalten oder Lernen bis zur Erschöpfung. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, wirkt das ganze Konzept der Selbstoptimierung nicht mehr so zielführend.
Es ist also ein schmaler Grat, auf dem man sich bewegt, wenn man besser, schöner und klüger werden möchte. Alles, was über das eigene Wohlbefinden hinausgeht, verspricht nur selten ein nachhaltiges Ergebnis. Daher sollte man sich bei der Wahl seiner Vorsätze auf die persönlichen Möglichkeiten stützen, und besonders unter Rücksicht auf den ständigen Vergleich mit Personen im Internet auf die eigentliche Intention achten: Verbessere ich mich für mich, oder aus Angst vor der Ablehnung anderer?
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
Im stressigen Alltag gerät unser Nervensystem leicht aus dem Gleichgewicht. Hier kommen daher fünf Dinge,…
Mit dem Ziel, die Anzahl der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr zu erhöhen, stimmte der…
Jonas liebt es, zu reden. Noch mehr liebt er es, sich selbst zuzuhören. Und so…
TikTok ist voll mit Trends, die sich humorvoll um Partnerschaften drehen. Die zurzeit virale „Bird…