5 funky facts

Fünf Dinge, die unser Nervensystem liebt  

Eine Frau legt ihre Hände überkreuz auf ihre Brust.
Berührungen, wie die Schmetterlingsumarmung, können das Nervensystem regulieren.
Celina Thümen, funky-Jugendreporterin

Unser Nervensystem arbeitet ununterbrochen im Hintergrund. Es bewertet Situationen, reagiert auf Reize und entscheidet, ob wir uns sicher fühlen oder in Alarmbereitschaft gehen. In einem Alltag, der häufig von Stress, Schnelligkeit und ständiger Erreichbarkeit geprägt ist, gerät dieses System leicht aus dem Gleichgewicht. Hier kommen daher fünf Möglichkeiten, das Nervensystem gezielt zu unterstützen.  

1. Routinen und Vorhersehbarkeit  
Das menschliche Nervensystem reagiert sensibel auf Ungewissheit. Fehlt Vorhersehbarkeit, schaltet das Gehirn schneller in einen Alarmzustand: Der Cortisolspiegel steigt und es wird ständig nach potenziellen Gefahren gesucht. Verlässliche Routinen wirken dem entgegen. Wenn Abläufe berechenbar sind, kann das Nervensystem zur Ruhe kommen. Wer weiß, wie der Morgen abläuft, wann Pausen stattfinden oder wie der Abend gestaltet ist, hat ein höheres Sicherheitsgefühl. Das Nervensystem lernt, dass es nicht dauerhaft wachsam sein muss. Wichtig dabei ist, dass es nicht darum geht, jeden Tag identisch zu gestalten. Stattdessen sollte ein Rhythmus erkennbar sein: Das Weckerklingeln um 8 Uhr, der Spaziergang nach dem Feierabend oder der warme Kakao vor dem Schlafengehen.  

2. Zeit in der Natur 
Im modernen Alltag verbringen viele Menschen einen Großteil ihrer Zeit vor Bildschirmen. Handy-Mitteilungen, E-Mails und soziale Medien beanspruchen unsere Aufmerksamkeit nahezu ununterbrochen. Zur Regulation des Nervensystems ist es jedoch ausgesprochen wichtig, dennoch regelmäßig Zeit in der Natur zu verbringen. Ein Aufenthalt im Grünen aktiviert den parasympathischen Teil des Nervensystems, also den Bereich, der für Erholung und Regeneration zuständig ist. Naturgeräusche, wie etwa Vogelgesang, können nachweislich psychische Anspannung reduzieren.  

3. Selbstberührungen  
Berührungen sind ein menschliches Grundbedürfnis. Schon im Mutterleib entwickelt sich unser Tastsinn und er ist der letzte Sinn, der vor dem Tod erlischt, weshalb er auch als „Mutter der Sinne“ bezeichnet wird. Körperkontakt beeinflusst unseren Herzschlag, die Atmung, wirkt direkt auf das autonome Nervensystem und beruhigt die Amygdala, das Alarmzentrum unseres Gehirns. Dazu muss die Berührung jedoch nicht zwangsläufig von anderen Personen kommen. Auch Selbstberührungen können regulierend wirken. Insbesondere für Menschen mit traumatischen Erfahrungen ist das eine gute Möglichkeit, um chronische Anspannung und Übererregung zu reduzieren. Dabei kann es schon ausreichen, eine Hand auf das Herz, die andere auf den Bauch zu legen und sich auf den leichten Druck oder die Wärme der Berührung zu konzentrieren.  

4. Sich abklopfen 
Klopftechniken zielen ebenfalls auf die Beruhigung der Amygdala ab. Sanftes, rhythmisches Klopfen an bestimmten Punkten des Körpers sendet Signale an das Gehirn, die die Überaktivierung der Amygdala dämpfen können. In den letzten Jahren zeigten zahlreiche klinische Studien die Wirksamkeit des Abklopfens bei Angststörungen, Depressionen und insbesondere bei posttraumatischen Belastungsstörungen. Geeignete Körperstellen sind etwa der Bereich unterhalb der Augen, der Lippen, der Nase oder des Schlüsselbeins. Eine weitere bekannte Möglichkeit ist die sogenannte „Schmetterlingsumarmung“. Hierzu werden die Hände überkreuzt auf die Brust gelegt und anschließend mit den Fingerspitzen auf den Körper geklopft. Das Klopfen erfolgt sanft und gleichmäßig.  

5. Bewusstes Atmen 
Auch durch die Atmung kann das Nervensystem gezielt entspannt und dem Gehirn Sicherheit vermittelt werden. Gleichzeitig verbessert eine tiefe Atmung die Sauerstoffversorgung des präfrontalen Cortex, also der Gehirnregion, die für Logik und Planung zuständig ist. Eine einfache Übung besteht darin, eine Hand auf den Bauch zu legen. Anschließend wird für vier Sekunden eingeatmet, dann der Atem kurz angehalten und dann vier Sekunden langsam durch den Mund ausgeatmet, als würde man eine Kerze auspusten. Beim Einatmen sollte sich die Hand auf dem Bauch bewegen.  

Du willst mehr? Du bekommst mehr!

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.