Auch wenn die Unterdrückung irgendwann endet, reißen Autoritarismus und Gewalt Wunden in eine Gesellschaft, die lange nicht verheilen. Wenn unzählige Leben zerstört sind, wird aus traumatisierten und entzweiten Individuen noch lange keine Gemeinschaft. Es sind Überlegungen wie diese, die im Subtext dieses Films mitschwingen, den es eigentlich gar nicht geben sollte und der, zumindest bei seinem deutschen Kinostart, zu einem geradezu gespenstischen Zeitpunkt erscheint.
„Ein einfacher Unfall“ ist ein Thriller des iranischen Regisseurs Jafar Panahi, der in seinem Heimatland bereits 2010 mit einem 20-jährigen Berufsverbot belegt und aufgrund seiner regimekritischen Werke schon mehrfach verhaftet wurde – was ihn nicht davon abhielt, seiner Passion unermüdlich zu folgen und zu einem der bedeutendsten iranischen Filmemacher des 21. Jahrhunderts zu werden. Auch „Ein einfacher Unfall“ musste Panahi heimlich, mit einer limitierten Crew und ohne Drehgenehmigung der iranischen Behörden produzieren.
Der Film, der bei den vergangenen Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewann, erzählt von einer bunt zusammengewürfelten Gruppe Iraner:innen, die zufällig einem Mann begegnen, in dem sie ihren grausamen Folterer aus ihrer Zeit im Gefängnis wiedererkennen – oder wiederzuerkennen glauben… Und so beginnt ein atemloses und absurdes Psychospiel, das Fragen nach Moral im Angesicht von Unterdrückung und nach der Rechtfertigung von Gewalt aufwirft, dabei aber einen überraschend humorvollen Tonfall wählt. Die scharfen Dialoge und teilweise sehr schrulligen Charaktere machen aus „Ein einfacher Unfall“ einen Rache-Thriller, der an der Oberfläche ausgesprochen lustig und spannend ist, während sich darunter tiefer Schmerz und politische Sprengkraft verbergen. Fantastisch gefilmte Bilder liefern zudem einen eher seltenen Blick in dieses riesige und faszinierende Land, das in der westlichen Aufmerksamkeit allzu häufig als abstrakte, undurchsichtige und womöglich bedrohliche Entität erscheint. Diesen fünf Menschen dabei zuzusehen, wie sie im Grunde nur ihrem Alltag nachgehen wollen, doch der allgegenwärtigen Repression nicht entkommen können, berührt zutiefst – zumal in einer Zeit, in der man selbst hilflos mit den Protestierenden im Iran und ihrem unbeirrbaren Kampf für Freiheit bangt.
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Auch wenn die Unterdrückung irgendwann endet, reißen Autoritarismus und Gewalt Wunden in eine Gesellschaft, die lange nicht verheilen. Wenn unzählige Leben zerstört sind, wird aus traumatisierten und entzweiten Individuen noch lange keine Gemeinschaft. Es sind Überlegungen wie diese, die im Subtext dieses Films mitschwingen, den es eigentlich gar nicht geben sollte und der, zumindest bei seinem deutschen Kinostart, zu einem geradezu gespenstischen Zeitpunkt erscheint.
„Ein einfacher Unfall“ ist ein Thriller des iranischen Regisseurs Jafar Panahi, der in seinem Heimatland bereits 2010 mit einem 20-jährigen Berufsverbot belegt und aufgrund seiner regimekritischen Werke schon mehrfach verhaftet wurde – was ihn nicht davon abhielt, seiner Passion unermüdlich zu folgen und zu einem der bedeutendsten iranischen Filmemacher des 21. Jahrhunderts zu werden. Auch „Ein einfacher Unfall“ musste Panahi heimlich, mit einer limitierten Crew und ohne Drehgenehmigung der iranischen Behörden produzieren.
Der Film, der bei den vergangenen Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewann, erzählt von einer bunt zusammengewürfelten Gruppe Iraner:innen, die zufällig einem Mann begegnen, in dem sie ihren grausamen Folterer aus ihrer Zeit im Gefängnis wiedererkennen – oder wiederzuerkennen glauben… Und so beginnt ein atemloses und absurdes Psychospiel, das Fragen nach Moral im Angesicht von Unterdrückung und nach der Rechtfertigung von Gewalt aufwirft, dabei aber einen überraschend humorvollen Tonfall wählt. Die scharfen Dialoge und teilweise sehr schrulligen Charaktere machen aus „Ein einfacher Unfall“ einen Rache-Thriller, der an der Oberfläche ausgesprochen lustig und spannend ist, während sich darunter tiefer Schmerz und politische Sprengkraft verbergen. Fantastisch gefilmte Bilder liefern zudem einen eher seltenen Blick in dieses riesige und faszinierende Land, das in der westlichen Aufmerksamkeit allzu häufig als abstrakte, undurchsichtige und womöglich bedrohliche Entität erscheint. Diesen fünf Menschen dabei zuzusehen, wie sie im Grunde nur ihrem Alltag nachgehen wollen, doch der allgegenwärtigen Repression nicht entkommen können, berührt zutiefst – zumal in einer Zeit, in der man selbst hilflos mit den Protestierenden im Iran und ihrem unbeirrbaren Kampf für Freiheit bangt.
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