Spätestens seit ihrem spektakulären Auftritt im Viertelfinale der Frauenfußball-EM dürfte Ann-Katrin Berger den meisten ein Begriff sein. Als „Nummer eins“ des Teams fischte sie einen Ball nach dem anderen aus der Luft und sicherte ihrer Mannschaft so den Einzug ins Halbfinale. Doch auch abseits des Fußballplatzes hat die Profi-Torhüterin viel zu erzählen – und macht dies nun in ihrem Buch „Das Spiel meines Lebens – Wie ich den Krebs besiegte und Deutschlands beste Torhüterin wurde“ allen Interessierten zugänglich. Im Interview spricht sie über den Umgang mit Rückschlägen, ihre Krebserkrankung und gibt jungen Mädchen Tipps für den Weg in den Profifußball.
Liebe Ann-Katrin, dein Auftritt im Viertelfinale gegen Frankreich war einer der Top-Momente der Frauenfußball-EM. Wie hast du das Spiel auf dem Platz erlebt? Ann-Katrin Berger: Bei jedem Spiel möchte ich nicht verlieren und jedes Spiel ist ein Erlebnis für mich. Im Nachhinein war das jedoch eines der intensivsten Spiele, die ich je gespielt habe. Die Mannschaft hat in so einem schwierigen Moment Unfassbares geleistet. Die Atmosphäre, die wir auf dem Platz erleben durften, war grandios, und wir hatten viele Fans, die uns unterstützt haben. Es war eines meiner Lieblingsspiele überhaupt.
Welche Bedeutung hat es für dich, Deutschland als Stammtorhüterin bei einer EM zu vertreten? Als deutsche Nummer eins eine EM zu spielen – da ist ein Traum in Erfüllung gegangen. In Deutschland gibt es viele gute Torhüterinnen. Ich habe mich nie wirklich in der EM gesehen. Umso schöner, dass es dann dazu kam. Es beweist auch, dass sich jeder Schritt in meiner Fußballkarriere gelohnt hat, immer weiterzumachen und niemals aufzugeben.
Was war für dich persönlich das schönste Erlebnis während des Turniers – unabhängig vom sportlichen Ergebnis? Dass meine Familie dabei war. Sogar mein Großvater, der während des Turniers 92 Jahre alt wurde. Gerade durch die Jahre, in denen ich nicht so oft bei meiner Familie sein konnte, war das ein unfassbar schönes Erlebnis. Das ganze Turnier hat einfach Spaß gemacht. Natürlich hatte es auch seine negativen Seiten, aber das gehört dazu. Dadurch schätzt man die schönen Erlebnisse auf und neben dem Platz noch viel mehr.
Was ist das Erste, das du nach einem großen Sieg machst – und was nach einer Niederlage? Wenn wir gewinnen, freue ich mich für meine Mannschaft. Danach reflektiere ich meine Leistung – egal, ob wir gewonnen oder verloren haben. Reflexion ist für mich immer ganz wichtig. Bei Niederlagen versuche ich, den Zusammenhalt der Mannschaft zu stärken. Manche Spielerinnen brauchen mehr Unterstützung als andere. Wenn das Spiel ganz schlimm war, setze ich mich alleine hin und denke über die Spielszenen nach.
Wie gehst du mit Druck um? Beim Fußballspielen verspüre ich nicht so viel Druck. Ich bin zu der geworden, die ich heute bin, weil ich ein gewisses Können habe und mir immer sage, dass jeder Mensch Fehler macht. Aber wenn ich Druck verspüre, dann, weil ich meinen Trainer und die Mannschaft nicht enttäuschen will. Sie vertrauen mir und stellen mich auf. Ich will für sie spielen und nicht für mich.
Frauenfußball bekommt heute mehr Aufmerksamkeit als noch vor ein paar Jahren. Spürst du das als Spielerin auch in deinem Alltag? Natürlich bekomme ich jetzt mehr Aufmerksamkeit. Wenn ich überlege, wie ich in Potsdam oder sogar noch früher in Sindelfingen in der zweiten Bundesliga gespielt habe, ist es wunderschön, zu sehen, wie der Frauenfußball sich entwickelt hat. Auch der normale Alltag verändert sich. Ich bin mehr unter Beobachtung – was ich mache, esse, sage. Das gehört zum Job dazu und ich hoffe, dass die Aufmerksamkeit für den Frauenfußball noch weiter zunimmt.
Was würdest du jungen Mädchen sagen, die Profi-Fußballerin werden möchten? Wer Profi werden möchte, sollte fest daran glauben. Aber man muss sich bewusst machen, dass es kein einfacher Weg ist. Man muss hart arbeiten. Man wird andere Sachen verpassen. Wichtig ist auch, den Spaß nicht zu verlieren. Sonst wird man zu hart und verkrampft.
Welche Veränderungen wünschst du dir für den Frauenfußball in den nächsten fünf Jahren? Von Sponsoren über Trainingsbedingungen bis zum Gehalt: Damit der Frauenfußball besser wird und stärker gefördert wird, sind Veränderungen notwendig. Die Trainingsbedingungen sollten für die erste und zweite Liga gleich sein. Dann passiert etwas Magisches: Die Spielerinnen werden besser, die Spiele für Zuschauerinnen und Zuschauer spannender und ziehen so auch mehr Menschen an. Dann kommen die Förderungen ganz von allein.
Du hast zweimal eine Schilddrüsenkrebserkrankung überstanden. Wie hat dich diese Erfahrung als Mensch und Sportlerin geprägt? Ich kannte nur das Fußballspielen, das war mein Leben. Das durch eine Krankheit weggenommen zu bekommen, war nicht in Ordnung. Das war eine wichtige Erfahrung. Ich bin froh, dass ich es so gut überstanden habe. Man darf sich als Sportlerin nicht zu sicher sein, dass dem Körper nichts passieren kann. Das habe ich über die Jahre gelernt. So eine Erkrankung ist nicht schön, hat in meinem Fall aber dazu geführt, dass ich mein Leben, meine Mannschaft, den Fußball, meine Familie und meine Freundschaften noch mehr wertschätze.
Du trägst ein Tattoo mit den Worten „All we have is now“. Wie hängt das mit deinen Erlebnissen zusammen? Ich habe mich als Sportlerin unantastbar gefühlt, was Krankheiten betrifft. Durch meine Erkrankung ist mir bewusst geworden, dass das, was wir haben, das Hier und Jetzt ist. Das war ein Weckruf für mich. Deswegen wollte ich mir das Tattoo stechen lassen.
Was motiviert dich, trotz Rückschlägen immer wieder zurückzukommen? Jemand hat mal zu mir gesagt: Wenn du aufgehört hast, besser zu werden, hast du aufgehört, gut zu sein. Das ist einer meiner Lieblingssätze. Egal, ob beim Fußball oder im Privaten – alles ist Arbeit. Man muss sich darüber im Klaren sein, für was es sich lohnt, weiterzumachen. In einer Mannschaft muss man füreinander arbeiten, in einer Beziehung muss man Kompromisse eingehen, in der Familie muss man sich entgegenkommen und mit Rückschlagen umgehen. Für mich war es immer wichtig, Leute um mich herum zu haben, denen ich helfen kann und die mir helfen können, wenn ich Probleme habe.
Im November erscheint dein Buch „Das Spiel meines Lebens – Wie ich den Krebs besiegte und Deutschlands beste Torhüterin wurde“. Warum war für dich jetzt der richtige Zeitpunkt, deine Geschichte in einem Buch zu erzählen? Mir wurde jetzt seit mehreren Jahren gesagt, dass mein Leben total interessant sei und ich ein richtig gutes Buch darüber schreiben könnte. Ich selbst habe mein Leben als ganz normal wahrgenommen, mit Ups und Downs. Jeder Mensch hat seine Höhen und Tiefen. Deshalb wollte ich anfangs nicht so viel über mich reden. Irgendwann ist mir bewusst geworden, dass ich mit meinem Buch vielleicht ein oder zwei Menschen weiterhelfen könnte. Egal ob in Sachen Fußball, Krankheit, Familienleben oder Träume. Und wenn ich Menschen helfen kann, erfüllt mich das. Deshalb habe ich mich irgendwann von meiner Familie, meinen Freundinnen und Freunden und meinen Teamkollegen dazu überreden lassen, ein Buch zu schreiben. Ich habe bemerkt, dass ich mehr zu sagen habe, als ich dachte.
Spätestens seit ihrem spektakulären Auftritt im Viertelfinale der Frauenfußball-EM dürfte Ann-Katrin Berger den meisten ein Begriff sein. Als „Nummer eins“ des Teams fischte sie einen Ball nach dem anderen aus der Luft und sicherte ihrer Mannschaft so den Einzug ins Halbfinale. Doch auch abseits des Fußballplatzes hat die Profi-Torhüterin viel zu erzählen – und macht dies nun in ihrem Buch „Das Spiel meines Lebens – Wie ich den Krebs besiegte und Deutschlands beste Torhüterin wurde“ allen Interessierten zugänglich. Im Interview spricht sie über den Umgang mit Rückschlägen, ihre Krebserkrankung und gibt jungen Mädchen Tipps für den Weg in den Profifußball.
Liebe Ann-Katrin, dein Auftritt im Viertelfinale gegen Frankreich war einer der Top-Momente der Frauenfußball-EM. Wie hast du das Spiel auf dem Platz erlebt?
Ann-Katrin Berger: Bei jedem Spiel möchte ich nicht verlieren und jedes Spiel ist ein Erlebnis für mich. Im Nachhinein war das jedoch eines der intensivsten Spiele, die ich je gespielt habe. Die Mannschaft hat in so einem schwierigen Moment Unfassbares geleistet. Die Atmosphäre, die wir auf dem Platz erleben durften, war grandios, und wir hatten viele Fans, die uns unterstützt haben. Es war eines meiner Lieblingsspiele überhaupt.
Welche Bedeutung hat es für dich, Deutschland als Stammtorhüterin bei einer EM zu vertreten?
Als deutsche Nummer eins eine EM zu spielen – da ist ein Traum in Erfüllung gegangen. In Deutschland gibt es viele gute Torhüterinnen. Ich habe mich nie wirklich in der EM gesehen. Umso schöner, dass es dann dazu kam. Es beweist auch, dass sich jeder Schritt in meiner Fußballkarriere gelohnt hat, immer weiterzumachen und niemals aufzugeben.
Was war für dich persönlich das schönste Erlebnis während des Turniers – unabhängig vom sportlichen Ergebnis?
Dass meine Familie dabei war. Sogar mein Großvater, der während des Turniers 92 Jahre alt wurde. Gerade durch die Jahre, in denen ich nicht so oft bei meiner Familie sein konnte, war das ein unfassbar schönes Erlebnis. Das ganze Turnier hat einfach Spaß gemacht. Natürlich hatte es auch seine negativen Seiten, aber das gehört dazu. Dadurch schätzt man die schönen Erlebnisse auf und neben dem Platz noch viel mehr.
Was ist das Erste, das du nach einem großen Sieg machst – und was nach einer Niederlage?
Wenn wir gewinnen, freue ich mich für meine Mannschaft. Danach reflektiere ich meine Leistung – egal, ob wir gewonnen oder verloren haben. Reflexion ist für mich immer ganz wichtig. Bei Niederlagen versuche ich, den Zusammenhalt der Mannschaft zu stärken. Manche Spielerinnen brauchen mehr Unterstützung als andere. Wenn das Spiel ganz schlimm war, setze ich mich alleine hin und denke über die Spielszenen nach.
Wie gehst du mit Druck um?
Beim Fußballspielen verspüre ich nicht so viel Druck. Ich bin zu der geworden, die ich heute bin, weil ich ein gewisses Können habe und mir immer sage, dass jeder Mensch Fehler macht. Aber wenn ich Druck verspüre, dann, weil ich meinen Trainer und die Mannschaft nicht enttäuschen will. Sie vertrauen mir und stellen mich auf. Ich will für sie spielen und nicht für mich.
Frauenfußball bekommt heute mehr Aufmerksamkeit als noch vor ein paar Jahren. Spürst du das als Spielerin auch in deinem Alltag?
Natürlich bekomme ich jetzt mehr Aufmerksamkeit. Wenn ich überlege, wie ich in Potsdam oder sogar noch früher in Sindelfingen in der zweiten Bundesliga gespielt habe, ist es wunderschön, zu sehen, wie der Frauenfußball sich entwickelt hat. Auch der normale Alltag verändert sich. Ich bin mehr unter Beobachtung – was ich mache, esse, sage. Das gehört zum Job dazu und ich hoffe, dass die Aufmerksamkeit für den Frauenfußball noch weiter zunimmt.
Was würdest du jungen Mädchen sagen, die Profi-Fußballerin werden möchten?
Wer Profi werden möchte, sollte fest daran glauben. Aber man muss sich bewusst machen, dass es kein einfacher Weg ist. Man muss hart arbeiten. Man wird andere Sachen verpassen. Wichtig ist auch, den Spaß nicht zu verlieren. Sonst wird man zu hart und verkrampft.
Welche Veränderungen wünschst du dir für den Frauenfußball in den nächsten fünf Jahren?
Von Sponsoren über Trainingsbedingungen bis zum Gehalt: Damit der Frauenfußball besser wird und stärker gefördert wird, sind Veränderungen notwendig. Die Trainingsbedingungen sollten für die erste und zweite Liga gleich sein. Dann passiert etwas Magisches: Die Spielerinnen werden besser, die Spiele für Zuschauerinnen und Zuschauer spannender und ziehen so auch mehr Menschen an. Dann kommen die Förderungen ganz von allein.
Du hast zweimal eine Schilddrüsenkrebserkrankung überstanden. Wie hat dich diese Erfahrung als Mensch und Sportlerin geprägt?
Ich kannte nur das Fußballspielen, das war mein Leben. Das durch eine Krankheit weggenommen zu bekommen, war nicht in Ordnung. Das war eine wichtige Erfahrung. Ich bin froh, dass ich es so gut überstanden habe. Man darf sich als Sportlerin nicht zu sicher sein, dass dem Körper nichts passieren kann. Das habe ich über die Jahre gelernt. So eine Erkrankung ist nicht schön, hat in meinem Fall aber dazu geführt, dass ich mein Leben, meine Mannschaft, den Fußball, meine Familie und meine Freundschaften noch mehr wertschätze.
Du trägst ein Tattoo mit den Worten „All we have is now“. Wie hängt das mit deinen Erlebnissen zusammen?
Ich habe mich als Sportlerin unantastbar gefühlt, was Krankheiten betrifft. Durch meine Erkrankung ist mir bewusst geworden, dass das, was wir haben, das Hier und Jetzt ist. Das war ein Weckruf für mich. Deswegen wollte ich mir das Tattoo stechen lassen.
Was motiviert dich, trotz Rückschlägen immer wieder zurückzukommen?
Jemand hat mal zu mir gesagt: Wenn du aufgehört hast, besser zu werden, hast du aufgehört, gut zu sein. Das ist einer meiner Lieblingssätze. Egal, ob beim Fußball oder im Privaten – alles ist Arbeit. Man muss sich darüber im Klaren sein, für was es sich lohnt, weiterzumachen. In einer Mannschaft muss man füreinander arbeiten, in einer Beziehung muss man Kompromisse eingehen, in der Familie muss man sich entgegenkommen und mit Rückschlagen umgehen. Für mich war es immer wichtig, Leute um mich herum zu haben, denen ich helfen kann und die mir helfen können, wenn ich Probleme habe.
Im November erscheint dein Buch „Das Spiel meines Lebens – Wie ich den Krebs besiegte und Deutschlands beste Torhüterin wurde“. Warum war für dich jetzt der richtige Zeitpunkt, deine Geschichte in einem Buch zu erzählen?
Mir wurde jetzt seit mehreren Jahren gesagt, dass mein Leben total interessant sei und ich ein richtig gutes Buch darüber schreiben könnte. Ich selbst habe mein Leben als ganz normal wahrgenommen, mit Ups und Downs. Jeder Mensch hat seine Höhen und Tiefen. Deshalb wollte ich anfangs nicht so viel über mich reden. Irgendwann ist mir bewusst geworden, dass ich mit meinem Buch vielleicht ein oder zwei Menschen weiterhelfen könnte. Egal ob in Sachen Fußball, Krankheit, Familienleben oder Träume. Und wenn ich Menschen helfen kann, erfüllt mich das. Deshalb habe ich mich irgendwann von meiner Familie, meinen Freundinnen und Freunden und meinen Teamkollegen dazu überreden lassen, ein Buch zu schreiben. Ich habe bemerkt, dass ich mehr zu sagen habe, als ich dachte.
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