Besserwisserwissen: Amnesty-Report 2024/25 zeigt weltweiten Rückgang der Frauenrechte

Afghanische Frauen in blauer Vollverschleierung
Besonders dramatisch ist die Situation von Frauen laut Amnesty-Report in Afghanistan.
Celina Thümen, funky-Jugendreporterin

Es gibt eine neue Portion Wissen zum Mitnehmen. Wie steht es aktuell weltweit um die Rechte von Frauen und Mädchen? Der Amnesty International Report 2024/25 liefert besorgniserregende Antworten:  In vielen Regionen nahmen Diskriminierung, Gewalt und Repression zu – auch Deutschland ist davon nicht ausgenommen.  

Afghanistan: Ausschluss aus dem öffentlichen Leben 

Besonders dramatisch ist die Situation in Afghanistan. Die Taliban schränkt die Rechte von Frauen und Mädchen immer stärker ein. Sie dürfen nur bis zur sechsten Klasse die Schule besuchen, sind weitestgehend vom Arbeitsleben ausgeschlossen und haben keinen Zugang zu sportlichen Aktivitäten. Auch öffentliches Singen oder Reden wurde ihnen verboten, ebenso das Reisen und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne männliche Begleitung. Frauen, die gegen die rigiden Vorschriften verstoßen, werden verhaftet und misshandelt. Darüber hinaus nahmen Zwangs- und Frühverheiratungen deutlich zu.  

Iran: Verschärfte Kleidungsvorschriften und digitale Überwachung 

Auch im Iran hat sich die Unterdrückung von Frauen weiter verschärft. Neue Gesetze sehen Auspeitschungen oder hohe Geld- und Gefängnisstrafen für Verstöße gegen die strengen Kleidungsvorschriften vor. Um die Einhaltung der Regelungen durchzusetzen, griffen die Behörden verstärkt auf digitale Überwachungsmaßnahmen, wie Gesichtserkennung, zurück. Studentinnen ohne die vorgeschriebene Kopfbedeckung wurden vom Studium ausgeschlossen, Autofahrerinnen verfolgt und Frauen gezwungen, an „Sittlichkeitskursen“ teilzunehmen.  

Gewalt gegen Frauen in bewaffneten Konflikten 

Alarmierend ist des Weiteren der Anstieg der Gewalt gegen Frauen in Kriegsgebieten. In der Zentralafrikanischen Republik wurden allein im ersten Halbjahr 2024 über 11.000 Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt gemeldet. In der Demokratischen Republik Kongo verdoppelte sich die Zahlen zur sexualisierten Gewalt innerhalb eines Jahres. Im Sudan gab es systematische Massenvergewaltigungen von Frauen und Mädchen durch Milizen der paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RFS). Auch aus Somalia sowie dem Südsudan gibt es Berichte über schwere sexualisierte Übergriffe auf Frauen im Kontext der dortigen Konflikte.  

Viele Femizide in Staaten Lateinamerikas  

In Argentinien wurde 2024 im Schnitt alle 33 Stunden eine Frau getötet – gleichzeitig kürzte die Regierung Mittel zur Gewaltprävention. Auch die Situation in Mexiko bietet Anlass zur Sorge: Hier gab es mindestens 829 Femizide und insgesamt über 3.400 Morde an Frauen. Der Amnesty-Report weist darauf hin, dass viele Fälle nicht angemessen untersucht werden und die Täter oft straflos davonkommen.  

USA: Verschärfte Abtreibungsgesetze  

Ende 2024 waren Schwangerschaftsabbrüche in 19 US-amerikanischen Bundesstaaten weitgehend oder vollständig verboten. Frauen erhielten deshalb teilweise zu spät medizinische Hilfe oder mussten Schwangerschaften gegen ihren Willen austragen. Allein im Bundesstaat Georgia starben mindestens zwei Frauen aufgrund der restriktiven Gesetzgebung.  

Deutschland: Anstieg bei Gewalt und Hassdelikten gegen Frauen 

Auch in Deutschland zeichnet sich eine bedenkliche Entwicklung ab. Laut Bundeskriminalamt stiegen 2023 die Zahlen bei frauenfeindlichen Hassverbrechen um mehr als 56 Prozent. Zuwächse gab es außerdem bei digitaler Gewalt (+ 25 Prozent), Menschenhandel (+ 6,9 Prozent), Sexualstraftaten (+ 6,2 Prozent) und häuslicher Gewalt (+ 5,6 Prozent). Besonders alarmierend: 16,5 Prozent mehr Frauen als im Vorjahr wurden von Partnern oder Ex-Partner getötet.  

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