Im Laufe der Zeit stellen Kinder ihren Eltern tausendundeine Frage. In dieser Rubrik wird der Spieß umgedreht und Eltern dürfen all das fragen, was sie schon immer über Jugendliche wissen wollten.
Die Mutter einer 14-jährigen Tochter fragt: „Wie können wir in stressigen Zeiten wirklich unterstützen?“
Jule Noike aus der funky-Jugendredaktion antwortet: Liebe Eltern, ihr habt es selbst erlebt – die Phase des Erwachsenwerdens bringt neben schönen Seiten auch Stress mit sich. Der straffe Klausurplan, der Schulabschluss, die Anfangszeit in der Ausbildung oder im Studium, der Auszug aus dem Elternhaus – erwachsen zu werden ist immer mit Veränderungen und neuer Verantwortung verbunden. Logisch, dass die Beziehung zu euch von diesem Umbruch nicht ausgenommen ist, oder?
Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass ihr uns gar nicht mehr unterstützen sollt. Ganz im Gegenteil, schon kleine Gesten, die zeigen, dass ihr uns auf diesem aufregenden Weg bestmöglich unterstützt, sind Goldwert. Allerdings kommt es auf die Definition von „bestmöglich“ an. Statt das zu tun, was eurer Meinung nach am hilfreichsten ist, fragt uns doch offen, was wir brauchen. Und sollte die Antwort auf die Frage „Wie kann ich helfen?“ mal nicht so ausfallen, wie ihr euch das wünscht, gilt es das zu akzeptieren.
Wir Jugendlichen verbringen die kleinen Pausen im Alltag gerne mit ihren Freundinnen und Freunden. Nicht, weil wir euch weniger lieben, sondern weil es tröstlich und ermutigend ist, sich mit Menschen zu umgeben, die gerade das Gleiche erleben wie man selbst. Um herauszufinden, was gerade die hilfreichste Form der Unterstützung ist, gilt also wie so oft: Kommunizieren!
Und auch wenn das Gefühl aufkommt, euer Kind kommuniziert nicht seine echten Bedürfnisse und zieht sich zurück, ist es wichtig, keinen Druck aufzubauen. Vielleicht versucht ihr lieber, den Wunsch nach Rückzug anzunehmen und dafür an anderer Stelle Druck herauszunehmen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es schon sehr entlastend ist, wenn die Familie in der stressigen Klausurenphase die eigenen Haushaltspflichten übernimmt – und das ganz ohne Vorwürfe oder daran geknüpfte Bedingungen. Ebenso wertvoll sind kurze Sätze im Alltag, die uns im Teufelskreis aus nicht kürzer werdenden To-Do-Listen daran erinnern, dass jemand an uns glaubt. Schon ein einfaches „Du schaffst das!“ kann stressreduzierend wirken.
Also, liebe Eltern: Wir wünschen uns, dass ihr Unterstützung anbietet statt sie uns aufzudrängen. Dass ihr unsere Bedürfnisse akzeptiert und es auch versteht, wenn wir unseren Rückzugsort vielleicht eher bei Freunden und Freundinnen suchen, als bei euch. Und vor allem: dass ihr trotz der ein oder anderen Auseinandersetzung nicht aufhört, an uns zu glauben – gerade, wenn wir selbst zweifeln.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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Also, liebe Eltern: Wir wünschen uns, dass ihr Unterstützung anbietet statt sie uns aufzudrängen. Dass ihr unsere Bedürfnisse akzeptiert und es auch versteht, wenn wir unseren Rückzugsort vielleicht eher bei Freunden und Freundinnen suchen, als bei euch. Und vor allem: dass ihr trotz der ein oder anderen Auseinandersetzung nicht aufhört, an uns zu glauben – gerade, wenn wir selbst zweifeln.
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