Im Laufe der Zeit stellen Kinder ihren Eltern tausendundeine Frage. In dieser Rubrik soll der Spieß einfach mal umgedreht werden und Eltern dürfen all das fragen, was sie schon immer über Jugendliche wissen wollten.
Der Vater einer 18-jährigen Tochter fragt: „Warum wollt ihr nicht mehr so richtig arbeiten?“
Sophie Ostermann aus der funky-Jugendredaktion antwortet: Es gibt einige Gründe, warum die Gen Z nicht mehr so arbeiten möchte, wie es die Boomer noch kennen. Es ist jedoch unfair, das zu verallgemeinern.
Ich kenne viele junge Menschen, die arbeiten und ihren Teil zur Gesellschaft beitragen möchten. Trotzdem hat sich das Verständnis von Arbeit verändert. Um zu verstehen, warum die Gen Z weniger oder nicht in einem Nine-to-five-Job arbeiten möchte, müsst ihr euch in unsere Lage versetzen: Auf den ersten Blick scheint uns die Welt offen zu stehen. Wir haben Möglichkeiten, die ihr nie hattet. Wir könnten alles werden. Aber der Schein trügt. Seid ihr noch damit aufgewachsen, dass der Traum von Eigenheim möglich erscheint, wachsen wir nur mit negativen Zukunftsszenarien auf. Die Inflation scheint es unmöglich zu machen, auch nur daran denken zu können, mit 30 ein eigenes Haus zu bauen. Stattdessen arbeiten wir, um zu hohe Mieten zu bezahlen und zu teure Lebensmittel zu kaufen. Für Freizeit oder gar Sparpläne bleibt meistens kaum Geld übrig.
Dann kommen Kriege hinzu. Es gibt keine Garantie mehr dafür, dass der Frieden zwischen den Ländern erhalten bleibt. Immer mehr Länder werden von rechten und populistischen Staatsoberhäuptern angeführt. Und dann ist da noch der Klimawandel. Wer weiß, wie viele Umweltkatastrophen es noch braucht, um unseren Planeten soweit zu zerstören, dass das Leben, so wie wir es kennen, nicht mehr möglich sein wird?
Und auch das ist noch nicht alles. Der Rechtsruck in der Politik ist allgegenwärtig. Die Angst, dass faschistische Regime wieder an die Macht komme, ist groß. Wir wissen nicht, ob das Rentensystem in 50 Jahren immer noch funktionieren wird oder ob wir bis an unser Lebensende arbeiten müssen, um den Standard – wenn überhaupt – zu halten, den unsere Eltern uns vorleben. Ihr konntet durch einen stabilen Job ein Eigenheim und ein Leben finanzieren. Wir können davon nur träumen.
Ihr seht also: Unsere Zukunft erscheint alles andere als rosig. Viele stellen sich deswegen die Frage, warum sie den ganzen Tag arbeiten sollen, nur um sich das absolute Minimum finanzieren zu können. Warum nicht einfach leben und die Welt sehen? Gerade in unsicheren Zeiten ist der Drang groß, noch viel von der Welt zu sehen und so viel zu erleben, wie es eben möglich ist, bevor man sich niederlässt. Es war noch nie so einfach, andere Kulturen und neue Leute kennenzulernen wie heute. Warum diese Chance nicht nutzen? Wer in jungen Jahren viel erlebt, sammelt neue Perspektiven und Erfahrungen, die dann an jüngere Generationen weitergegeben werden können. Trägt man nicht auch dadurch etwas zur Gesellschaft bei?
Liebe Eltern, es ist nicht so, dass wir nicht arbeiten wollen. Viele der Gen Z sehen einfach nur keine finanzierbare Zukunft und wollen mehr vom Leben, als nur zu arbeiten. Wenn Arbeitsmodelle reformiert, Zahlungen angepasst und das Leben wieder erschwinglicher wird, dann bin ich mir sicher, dass viele auch wieder gerne arbeiten werden.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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Liebe Eltern, es ist nicht so, dass wir nicht arbeiten wollen. Viele der Gen Z sehen einfach nur keine finanzierbare Zukunft und wollen mehr vom Leben, als nur zu arbeiten. Wenn Arbeitsmodelle reformiert, Zahlungen angepasst und das Leben wieder erschwinglicher wird, dann bin ich mir sicher, dass viele auch wieder gerne arbeiten werden.
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