Daumen hoch für das Abenteuer: Hitchhiking von Deutschland nach Indonesien

Von Deutschland bis nach Indonesien mit dem Auto: funky-Jugendredporter Arne berichtet von seiner ungewöhnlichen Reise.
Von Deutschland bis nach Indonesien mit dem Auto: funky-Jugendredporter Arne berichtet von seiner ungewöhnlichen Reise.

Ein funky-Jugendredporter auf Reisen: Doch bei Arne Kaiser sollte es nicht das klassische Gap-Year in Neuseeland oder Australien sein, sondern eine wilde Hitchhiking-Reise – und zwar von Deutschland nach Indonesien. Was ihn dazu bewegt hat, diesen ungewöhnlichen Weg auf sich zu nehmen, und welche Erlebnisse er auf seiner Reise so macht, darüber wird er in regelmäßigen Beiträgen für funky berichten.

Arne Kaiser, funky-Jugendreporter
© Arne Kaiser

Mit dem Abitur in der Tasche und einem brennenden Fernweh im Herzen begann ich im August ein Jahr, das die Grenzen meiner Komfortzone sprengen sollte. Als 19-Jähriger wagte ich mich ganz alleine auf eine unkonventionelle Reise von Deutschland nach Indonesien – per Anhalter. Ich suchte also nicht nur nach dem Unbekannten, sondern auch nach ungewöhnlichen Wegen, um es zu entdecken. Ich nahm mir daher dieses eine Jahr Zeit, begleitet von meinem 75-Liter-Rucksack und einer Hängematte, um verschiedene Menschen, Kulturen und Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Warum das Ganze? Weil es verdammt nochmal Spaß macht!

Eine Zahl, die mich die ganze Reise lang begleiten sollte: 20. Wenn ich wiederkomme werde ich 20-Jahre alt sein, ich will jeden Tag maximal 20 Euro ausgeben und damit über 20 Länder bereisen. Nur wenig will ich auf meiner Reise auslassen – abgesehen von den Ländern, in denen die politische Lage solch eine Reise nicht zulässt, wie zum Beispiel Afghanistan oder Myanmar. Meine ungewöhnliche Entscheidung, die Welt im Tempo der vorbeiziehenden Autos zu entdecken, bereue ich nicht. Aber ist es anders als erwartet? Definitiv!

„Es wäre jedoch unehrlich zu behaupten, dass diese Reise nur aus idyllischen Momenten bestand.“

Seit über 100 Tagen durchstreife ich bereits die Straßen und Pfade, habe über 10 Länder erkundet und die Vielfalt Europas hautnah erlebt. Mein Abenteuer begann in meinem Heimatdort in Deutschland und führte mich durch Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland und Bulgarien. Derzeit halte ich mich in der Türkei auf. Jedes Land auf meiner Reise eröffnete mir ein neues Kapitel, jede Kultur und Landschaft war auf ihre eigene Art einzigartig und inspirierend.

Diese Erfahrungen haben meine Reise schon jetzt zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht. Es wäre jedoch unehrlich zu behaupten, dass diese Reise nur aus idyllischen Momenten bestand. Nicht alles lief perfekt. Eigentlich läuft meistens sogar ziemlich wenig nach Plan. Der schwere 20-Kilo-Rucksack, strömender Regen oder unangenehme Begegnungen mit Straßenkindern, die mich mit Steinen und Glasflaschen bewerfen – all diese Erfahrungen gehören genauso zu meiner Reise wie die malerischen Landschaften und lehrreichen Gesprächen mit Einheimischen.

© Arne Kaiser
© Arne Kaiser

„Während viele meiner Freund:innen sich dazu entschieden haben, direkt an die Uni zu gehen oder eine Ausbildung zu beginnen, sollte für mich das Leben beim Hitchhiking selbst zum besten Lehrer werden.“

Oftmals werden in den sozialen Medien nur die strahlenden Höhepunkte gezeigt, während die Realität auch von den weniger glamourösen Aspekten geprägt ist. Mein Ziel ist es, in regelmäßigen Artikeln für die funky-Jugendredaktion ein realistischeres Bild zu vermitteln. Ich möchte dazu anregen, über die Möglichkeiten und Herausforderungen solcher Reisen nachzudenken. Wer weiß, vielleicht wirst du nächstes Jahr schon selber zum Weltenbummler?

Während viele meiner Freunde sich dazu entschieden haben, direkt in den Hörsaal zu gehen oder eine Ausbildung zu beginnen, soll für mich das Leben selbst zum besten Lehrer werden. Das bewusste Annehmen von Herausforderungen macht den Reiz dieser Reise aus. Mein nächstes Ziel sind die Länder Georgien und Armenien. Es ist eher ungewöhnlich, im Dezember dorthin zu reisen, vor allem aufgrund der eisigen Temperaturen, die bis zu -15 Grad erreichen können. Doch gerade abseits der Touristenorte und außerhalb der Hochsaison lernt man das wahre Leben und die Authentizität der Kultur am besten kennen.

„Es sind die unkonventionellen Wege, die die eindrucksvollsten Erlebnisse und Erfahrungen beim Hitchhiking bieten.“

Das Überwinden solcher Herausforderungen führt zu einem besonderen Stolz und persönlichem Wachstum. Warum muss es denn immer der einfache Weg sein? Die Belohnungen des Abweichens von der üblichen Route und dem Aushalten der Widrigkeiten sind für mich wahnsinnig wertvoll. Es geht nicht nur darum, die Schönheit der Welt zu bewundern, sondern auch darum, sich ihr in ihrer ganzen Vielfalt zu stellen. Letztendlich sind es gerade diese schwierigen, unkonventionellen Wege, die die eindrucksvollsten Erlebnisse und prägendsten Erfahrungen bieten.

Und das schönste an meiner Reise: Sie ist noch lange nicht vorbei. Noch neun Monate werden ich jeden Tag kleine oder große Abenteuer erleben. Die im Nachhinein besten Geschichten wurden vermutlich noch nicht erlebt. Aber du bist bereits jetzt neugierig, wie die Reise bisher verlief? Du willst wissen, wie es sich in einem Erdbebengebiet lebt oder welche gefährlichen Situationen durch das Fahren per Anhalter entstanden sind? Hier werde ich exklusive Eindrücke bieten, etwas abseits der Norm – doch das passt ja zu dieser Reise.

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.