Was tun, wenn die Eltern sich trennen?

Zusammengekauerte Person im Bett.
Häufig leiden Kinder und Jugendliche unter der Trennung der Eltern am meisten.

Wenn sich die Eltern trennen, ist die Welt für Kinder und Jugendliche, aber auch für junge Erwachsene erst einmal auf den Kopf gestellt. Geburtstage, Urlaube, Familienfeiern und Wochenenden sind nicht mehr das Gleiche. Besonders schwer kann die Zeit nach der Trennung sein: Sich den Ängsten und dem Schmerz zu stellen und vor allem einen Umgang mit der neuen Situation zu finden.

Lena Enders, funky-Jugendreporterin

In Partnerschaften sind Trennungen und Scheidungen längst keine Seltenheit mehr. Doch besonders Kinder und Jugendliche leiden in diesen Fällen am meisten. Laut Statistischem Bundesamt erleben in Deutschland jährlich mehr als 120.000 Kinder und Jugendliche die Scheidung ihrer Eltern, was rund 20 Prozent der Kinder aus Ehen ausmacht. Hinzu kommen all die Trennungen von Eltern, die nicht verheiratet sind.

Du bist nicht Schuld an der Trennung deiner Eltern

Ganz wichtig: Du bist niemals der Grund für die Trennung deiner Eltern. Gründe für Trennungen sind vielfältig. Letztendlich wurde diese Entscheidung von deinen Eltern getroffen und sie hat nichts mit dir zu tun. Auch wenn häufige Streitpunkte die Erziehung oder Versorgung der Kinder sind und du deshalb schlechte Laune und Streit mitbekommst, solltest du dir klarmachen, dass es nicht deine Schuld ist.

Suche das Gespräch

Die beste Möglichkeit mit Angst, Trauer, Wut oder Verzweiflung umzugehen, ist offen darüber zu sprechen. Zum einen ist es wichtig, sich mit den Eltern auszusprechen, um zu verstehen, was los ist. Laut Beate Friese vom Kinder- und Jugendtelefon solltet ihr eure Eltern auf ihre Elternrolle aufmerksam machen, sollten sie für ein Gespräch nicht bereit sein. Auch andere Verwandte, Freund*innen oder vollkommen Unbeteiligte, wie Vertrauenslehrer*innen, das Jugendamt oder Beratungsstellen können hilfreiche Ansprechpartner*innen sein. Damit verrätst du deine Eltern nicht, sondern holst dir Unterstützung.

Auch für anfallende Entscheidungen sollten unbedingt gemeinsame Gespräche stattfinden. In Zukunftspläne und Veränderungen des Familienlebens solltest du miteinbezogen werden. Als Jugendliche*r hast du ein Mitspracherecht, bei welchem Elternteil du wohnen möchtest und wie es weitergeht.

Ziehe deine Grenzen

Wenn du das Gefühl hast, zwischen den Stühlen zu stehen oder deine Eltern sich in deiner Gegenwart gegenseitig schlechtreden, ist es völlig in Ordnung, sich rauszunehmen und klare Grenzen zu setzen. Lass dich nicht dazu drängen, dich für eine Seite zu entscheiden. Sag deinen Eltern deutlich, was du möchtest oder nicht: Lass dich nicht als Botschaftler*in benutzen. Das überfordert und gehört nicht zu deinen Aufgaben. Der Diplom-Psychologe von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung rät zu Aussagen wie: „Macht das unter euch aus“. Darüber hinaus kann es guttun, die eigenen Interessen und Hobbies verstärkt zu verfolgen, um den Anschluss an den Freundeskreis nicht zu verlieren und Freude auch außerhalb des Familienlebens zu erfahren.


Bei Sorgen und Problemen kannst du dich anonym, vertraulich und kostenlos an folgende Nummern wenden:
„Nummer gegen Kummer“: 116111 oder 0800 1110333
Sorgentelefon „Aktion Hilfe für Kinder“: 0800 3649120
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.


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