Jenna Wolfram, funky-Jugendreporterin
Es gibt wieder eine Portion Wissen zum Mitnehmen und Angeben. Hast du schon einmal vom Heterofatalismus gehört?
„Wenn jemand in den sozialen Medien auch nur ,mein Freund‘ sagt, wird er stummgeschaltet.“ Mit diesem Satz beginnt ein Artikel der British Vogue, der im November letzten Jahres für viel Aufruhr in den sozialen Medien sorgte. Doch was steckt dahinter?
Der Artikel bezieht sich auf einen wachsenden Heterofatalismus unter jungen Menschen. Darunter versteht man eine resignierte oder pessimistische Haltung gegenüber heterosexuellen Beziehungen, die häufig auf Erfahrungen mit ungleichen Geschlechterrollen und patriarchalen Strukturen zurückgeführt wird. Der Begriff verbreitete sich vor allem über die sozialen Medien, bis er letztlich auch von Journalistinnen und Journalisten größerer Medienhäuser aufgegriffen wurde. Das Narrativ: Immer mehr Frauen haben keine Lust mehr auf heteroromantische Beziehungen, vor allem, da diese oft von traditionellen Geschlechterrollen oder gesellschaftlichen Erwartungen geprägt sind. Alleinstehende Frauen hingegen profitieren häufig von mehr Selbstständigkeit und Freiheit, weshalb einige Frauen es offenbar sogar peinlich finden, ihren Freund offen auf Social Media zu zeigen.
Wichtig ist, diesen Begriff nicht mit purem „Männerhass“ zu vergleichen. Vielmehr geht es darum, die Ursachen für diese Abneigung gegenüber einer Beziehung zu einem Mann auf patriarchale Strukturen zurückzuführen.
Die gesamte Debatte zeigt ein starkes Spannungsverhältnis innerhalb westlicher heterosexueller Beziehungen: Frauen sind nicht mehr auf Männer angewiesen, um sich frei zu entfalten. Ungleiche Verteilung der Care- und Hausarbeit oder auch an das Problem, dass Frauen oft die emotionale Arbeit übernehmen, sind ebenfalls Teil des Diskurses um den Heterofatalismus. Die Debatte schafft damit vor einem eines: Gleichberechtigung in heterosexuellen Beziehungen in den Fokus des öffentlichen Interesses zu rücken.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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