Celina Thümen, funky-Jugendreporterin
Welchen Rat würde ich meinem 16-jährigen Ich geben, wenn ich in der Zeit zurückreisen könnte? Vermutlich zuerst diesen: Du musst nach dem Abitur nicht sofort wissen, wie dein gesamtes Leben aussehen soll. Mit 16 entsteht schnell der Eindruck, dass jede Entscheidung endgültig ist. Ausbildung oder Studium, Sicherheit oder Selbstverwirklichung. Der Druck kommt von allen Seiten: Eltern sorgen sich um die Zukunft, Lehrkräfte fragen neugierig nach Berufswünschen und in sozialen Medien scheint es, als müsste der perfekte Lebensplan bereits feststehen, bevor man überhaupt herausfinden konnte, wer man eigentlich ist. Oft wird jungen Menschen vermittelt, sie müssten möglichst schnell etwas „Vernünftiges“ beginnen, keine Zeit verlieren und einen geradlinigen Lebenslauf vorweisen. Wer in diesem jungen Alter noch unsicher ist, wie die eigene Zukunft aussehen soll, fühlt sich deshalb schnell, als würde sie oder er scheitern.
Ich würde meinem jüngeren Ich raten, sich nicht von diesen Erwartungen leiten zu lassen und vornehmlich auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Das ist nicht immer einfach. Gerade wenn ein bestimmter Weg gesellschaftlich besonders angesehen erscheint, kann es schwer sein, die eigenen Zweifel ernst zu nehmen. Doch ein Lebensweg ist nicht automatisch richtig, nur weil andere ihn vernünftig finden. Nicht jedes Studium, das sichere Berufsaussichten verspricht, passt zu den eigenen Idealen und der eigenen Persönlichkeit. Finanzielle Sicherheit ist wichtig, doch sie allein trägt nicht durch Jahre voller Leistungsdruck und einen anstrengenden Arbeitsalltag. Ein Umweg ist deshalb keine verlorene Zeit. Manchmal braucht es ein abgebrochenes Studium, verschiedene Jobs oder eine längere Pause, um herauszufinden, wofür man wirklich brennt. Ein Kurswechsel bedeutet nicht, dass man versagt hat. Was mit 16 richtig erscheint, kann mit Ende zwanzig überhaupt nicht mehr passen. Menschen verändern sich gerade als junge Erwachsene oft noch sehr stark.
Auch sollte man den eigenen Lebensweg niemals mit dem anderer vergleichen. Menschen starten nicht mit denselben Bedingungen in die Zukunft. Während die einen auf finanzielle Absicherung, ein unterstützendes Elternhaus und hilfreiche Kontakte zurückgreifen können, haben andere stets Geldsorgen, müssen Angehörige versorgen, mit eigenen Erkrankungen umgehen oder schwierige Erfahrungen verarbeiten. Das kann das Erreichen von Lebenszielen erheblich erschweren und verzögern. Wer länger braucht, hat deshalb nicht weniger geleistet. Ein geradliniger Lebenslauf ist nicht unbedingt Ausdruck größerer Disziplin, sondern oft schlicht das Ergebnis günstigerer Startbedingungen.
Dem 16-jährigen Mädchen, das ich einmal war, würde ich außerdem ans Herz legen, dass es in Ordnung ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und auch mal Hilfe zu brauchen. Niemand muss sich ganz allein durch alle Krisen des Lebens kämpfen. Probleme verschwinden nicht dadurch, dass man sie verdrängt, sich beschäftigt oder darauf hofft, dass sie sich von selbst lösen. Meist werden sie stattdessen größer und ziehen weitere Schwierigkeiten nach sich. Hilfe anzunehmen ist nicht peinlich und bedeutet nicht, schwach zu sein. Es gibt liebe Menschen, die zuhören, unterstützen und wirklich helfen wollen.
Wichtig wäre mir auch ein Rat für Beziehungen: Nimm dein Unbehagen ernst. Wenn eine Person dich kontrolliert, einschüchtert, unter Druck setzt und deine Grenzen missachtet, ist das keine normale Beziehungsproblematik, die du aus Liebe aushalten solltest. Liebe erzeugt niemals Angst und drückt sich niemals in Gewalt aus.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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Welchen Rat würde ich meinem 16-jährigen Ich geben, wenn ich in der Zeit zurückreisen könnte? Vermutlich zuerst diesen: Du musst nach dem Abitur nicht sofort wissen, wie dein gesamtes Leben aussehen soll. Mit 16 entsteht schnell der Eindruck, dass jede Entscheidung endgültig ist. Ausbildung oder Studium, Sicherheit oder Selbstverwirklichung. Der Druck kommt von allen Seiten: Eltern sorgen sich um die Zukunft, Lehrkräfte fragen neugierig nach Berufswünschen und in sozialen Medien scheint es, als müsste der perfekte Lebensplan bereits feststehen, bevor man überhaupt herausfinden konnte, wer man eigentlich ist. Oft wird jungen Menschen vermittelt, sie müssten möglichst schnell etwas „Vernünftiges“ beginnen, keine Zeit verlieren und einen geradlinigen Lebenslauf vorweisen. Wer in diesem jungen Alter noch unsicher ist, wie die eigene Zukunft aussehen soll, fühlt sich deshalb schnell, als würde sie oder er scheitern.
Ich würde meinem jüngeren Ich raten, sich nicht von diesen Erwartungen leiten zu lassen und vornehmlich auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Das ist nicht immer einfach. Gerade wenn ein bestimmter Weg gesellschaftlich besonders angesehen erscheint, kann es schwer sein, die eigenen Zweifel ernst zu nehmen. Doch ein Lebensweg ist nicht automatisch richtig, nur weil andere ihn vernünftig finden. Nicht jedes Studium, das sichere Berufsaussichten verspricht, passt zu den eigenen Idealen und der eigenen Persönlichkeit. Finanzielle Sicherheit ist wichtig, doch sie allein trägt nicht durch Jahre voller Leistungsdruck und einen anstrengenden Arbeitsalltag. Ein Umweg ist deshalb keine verlorene Zeit. Manchmal braucht es ein abgebrochenes Studium, verschiedene Jobs oder eine längere Pause, um herauszufinden, wofür man wirklich brennt. Ein Kurswechsel bedeutet nicht, dass man versagt hat. Was mit 16 richtig erscheint, kann mit Ende zwanzig überhaupt nicht mehr passen. Menschen verändern sich gerade als junge Erwachsene oft noch sehr stark.
Auch sollte man den eigenen Lebensweg niemals mit dem anderer vergleichen. Menschen starten nicht mit denselben Bedingungen in die Zukunft. Während die einen auf finanzielle Absicherung, ein unterstützendes Elternhaus und hilfreiche Kontakte zurückgreifen können, haben andere stets Geldsorgen, müssen Angehörige versorgen, mit eigenen Erkrankungen umgehen oder schwierige Erfahrungen verarbeiten. Das kann das Erreichen von Lebenszielen erheblich erschweren und verzögern. Wer länger braucht, hat deshalb nicht weniger geleistet. Ein geradliniger Lebenslauf ist nicht unbedingt Ausdruck größerer Disziplin, sondern oft schlicht das Ergebnis günstigerer Startbedingungen.
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Wichtig wäre mir auch ein Rat für Beziehungen: Nimm dein Unbehagen ernst. Wenn eine Person dich kontrolliert, einschüchtert, unter Druck setzt und deine Grenzen missachtet, ist das keine normale Beziehungsproblematik, die du aus Liebe aushalten solltest. Liebe erzeugt niemals Angst und drückt sich niemals in Gewalt aus.
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