Arsa Bushi, funky-Jugendreporterin
„Bin eine Viertelstunde zu spät, sitze noch in der Bahn!“ – Anfang der 2000er musste man eine SMS schreiben, wenn man eine Person über seinen Aufenthaltsort informieren wollte. Noch zehn Jahre zuvor konnte man jemanden abseits des heimischen Festnetztelefons überhaupt nicht erreichen. Etwas kam dazwischen und man schafft es nicht zum verabredeten Zeitpunkt? Pech gehabt – die andere Person stand sich vermutlich umsonst eine halbe Stunde die Beine in den Bauch. Heute kann man dank der Standort-Teilen-Funktion in Apps genau sehen, wo sich jemand aufhält. Doch die Grenze zwischen Nutzen und Kontrolle ist fließend – und es macht einen großen Unterschied, auf welcher Seite man sich befindet.
Auf den ersten Blick ist das Standort-Teilen super praktisch. Man spart sich ständige Nachfragen wie „Wo bist du?“ oder „Wie lange brauchst du noch?“ Auch in unsicheren Situationen gibt es Sicherheit, etwa wenn man nachts alleine auf dem Heimweg ist. Ohne Frage ist es beruhigend, wenn eine vertraute Person im Notfall den Überblick hat.
Aber: Der Druck, den Standort ständig teilen zu müssen, ist problematisch. Besonders in Beziehungen oder Freundeskreisen kann schnell ein Gefühl von Kontrolle entstehen. Plötzlich wird jede Bewegung kommentiert oder hinterfragt: „Warum bist du noch dort?“ oder „Warum teilst du das nicht?“ Das hat nichts mehr mit Sicherheit zu tun, sondern mit Überwachung. Und die ist gefährlich – Vertrauen sollte schließlich auf Kommunikation und Respekt beruhen, nicht auf einer permanenten Ortung.
Deshalb sollte die Entscheidung, seinen Standort zu teilen, freiwillig bleiben und bewusst eingesetzt werden. Gruppenzwang oder ein unsicherer Partner sind keine guten Gründe, die eigene Privatsphäre über Bord zu schmeißen. Fordert eine nahestehende Person, die eigenen Grenzen zu ignorieren, wird das die Beziehung belasten.
Technik ist nur so gut wie der Umgang mit ihr. Ständig das Gefühl zu haben, dass einem über die Schulter geschaut wird, braucht niemand. Sicherheit und Komfort – ja. Überwachung – nein.
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
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In den sozialen Medien wird Frauen versprochen, dass feminine Energie der Schlüssel zum Glück ist.…
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Sich auf seine Intuition zu verlassen gilt oft als unbedacht. Dabei zeigen Studien, dass diese…
„Bin eine Viertelstunde zu spät, sitze noch in der Bahn!“ – Anfang der 2000er musste man eine SMS schreiben, wenn man eine Person über seinen Aufenthaltsort informieren wollte. Noch zehn Jahre zuvor konnte man jemanden abseits des heimischen Festnetztelefons überhaupt nicht erreichen. Etwas kam dazwischen und man schafft es nicht zum verabredeten Zeitpunkt? Pech gehabt – die andere Person stand sich vermutlich umsonst eine halbe Stunde die Beine in den Bauch. Heute kann man dank der Standort-Teilen-Funktion in Apps genau sehen, wo sich jemand aufhält. Doch die Grenze zwischen Nutzen und Kontrolle ist fließend – und es macht einen großen Unterschied, auf welcher Seite man sich befindet.
Auf den ersten Blick ist das Standort-Teilen super praktisch. Man spart sich ständige Nachfragen wie „Wo bist du?“ oder „Wie lange brauchst du noch?“ Auch in unsicheren Situationen gibt es Sicherheit, etwa wenn man nachts alleine auf dem Heimweg ist. Ohne Frage ist es beruhigend, wenn eine vertraute Person im Notfall den Überblick hat.
Aber: Der Druck, den Standort ständig teilen zu müssen, ist problematisch. Besonders in Beziehungen oder Freundeskreisen kann schnell ein Gefühl von Kontrolle entstehen. Plötzlich wird jede Bewegung kommentiert oder hinterfragt: „Warum bist du noch dort?“ oder „Warum teilst du das nicht?“ Das hat nichts mehr mit Sicherheit zu tun, sondern mit Überwachung. Und die ist gefährlich – Vertrauen sollte schließlich auf Kommunikation und Respekt beruhen, nicht auf einer permanenten Ortung.
Deshalb sollte die Entscheidung, seinen Standort zu teilen, freiwillig bleiben und bewusst eingesetzt werden. Gruppenzwang oder ein unsicherer Partner sind keine guten Gründe, die eigene Privatsphäre über Bord zu schmeißen. Fordert eine nahestehende Person, die eigenen Grenzen zu ignorieren, wird das die Beziehung belasten.
Technik ist nur so gut wie der Umgang mit ihr. Ständig das Gefühl zu haben, dass einem über die Schulter geschaut wird, braucht niemand. Sicherheit und Komfort – ja. Überwachung – nein.
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