Nachrichten- und Medienkompetenz stärken mit „#UseTheNews“: funky hat einen neuen Medienpartner!
Ein manipuliertes Foto von Prinzessin Kate mit ihren Kindern, falsche Gerüchte über Kindesentführungen, KI-fabrizierte Clips von Politiker:innen: Die mediale Lage zu verfolgen und Fakten von Fakes zu trennen wurde in den letzten Jahren zunehmend herausfordernder. Medienkompetenz ist wichtiger denn je, um sich in der schnelllebigen Nachrichtenwelt zurechtzufinden. Im Projekt #UseTheNews ziehen viele Medienhäuser gemeinsam an einem Strang, um Informations- und Bildungsangebote zu Medienkompetenz und Nachrichtennutzung für junge Menschen zugänglich zu machen. Auch funky ist nun Medienpartner von #UseTheNews. Im Interview geht Sandra Jütte, Lead Community & Communication bei #UseTheNews, auf die Angebote der Initiative ein und erklärt, warum Wissenschaft, Medienpraxis und Bildung unbedingt zusammengedacht werden müssen.
(c) Sandra Jütte
Liebe Sandra, welche Kompetenzen brauchen junge Menschen heute im Umgang mit Nachrichten am dringendsten? Wenn wir vor allem über Informationen in den sozialen Medien sprechen: eine gesunde Skepsis und ein paar Faktencheck-Skills. Zudem sollten sie sich den Absender bzw. die Quellen genauer anschauen und wissen, wie sie diese beurteilen und einordnen können. Diese Kompetenzen sollten junge Menschen bestenfalls in der Schule oder auch im Elternhaus vermittelt bekommen.
Wie ist die Initiative #UseTheNews entstanden? #UseTheNews wurde 2020 von der Deutschen Presse-Agentur dpa und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien initiiert, begleitet von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg und dem Leibniz-Institut für Medienforschung, ehemals Hans-Bredow-Institut. Zusammen mit vielen Partnern aus Medien und Bildung wollten wir der Nachrichtennutzung und -kompetenz junger Menschen auf den Grund gehen und neue Informations- und Bildungsangebote für sie entwickeln – auch auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Wir haben das Ziel, jedem Schüler und jeder Schülerin bis 2030 gemeinsam mit unseren Partnern ein Angebot zur Stärkung ihrer Nachrichten- und Informationskompetenz zu machen.
Sandra Jütte
Welches Ziel verfolgt ihr? Im Zuge von zunehmender Desinformation und KI-Fakes im Internet und in den sozialen Medien ist Nachrichtenkompetenz für uns eine essenzielle Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Junge Menschen müssen in der Lage sein, Fakten von Fakes und Manipulation unterscheiden zu können und sich auf Basis seriöser Informationen eine Meinung zu bilden. Deshalb haben wir das Ziel, jedem Schüler und jeder Schülerin bis 2030 gemeinsam mit unseren Partnern ein Angebot zur Stärkung ihrer Nachrichten- und Informationskompetenz zu machen und ihnen verlässliche Informationen zu liefern.
Warum ist dir das persönlich wichtig? Ein Austausch in unserer mittlerweile immer polarisierten Gesellschaft kann nur noch funktionieren, wenn wir uns auf die gleichen Fakten einigen können und uns nicht über alternative Wahrheiten streiten.
Was bietet ihr an? Wir organisieren zusammen mit unseren Partnern Newscamps oder Co-Creation-Projekte für Schüler:innen, in denen sie eigene journalistische Beiträge produzieren. Für Lehrkräfte bündeln wir kostenfreie Unterrichtsmaterialien, bieten Workshops an und konzipieren neue Angebote. In Hamburg haben wir zudem das „Competence Center Young Audiences“, in dem wir Medienschaffende und Jugendliche in den Austausch bringen und neue Formate erproben. Und wir haben unsere NewZee-Community – da laden wir junge Medieninteressierte bis 25 Jahre ein, ihre Ideen einzubringen und uns bei Projekten zu unterstützen, etwa bei den Newscamps.
Was unterscheidet #UseTheNews von klassischer Medienkompetenz-Arbeit? Wir sind nicht der klassische Anbieter von Workshops und Materialien für Schulen, sondern wir sehen uns als Netzwerk, dass bestehende Angebote bündelt, miteinander verbindet oder gemeinsam Neues erarbeitet. Wie beispielsweise bei einem Newscamp: Hier kommen verschiedene Partner vor Ort zusammen, die alle ihre Expertise und Inhalte reingeben und so entsteht ein breites, abwechslungsreiches Angebot für teilnehmende Schüler:innen.
Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Medienpraxis und Bildung bei euch? Alles, was wir bei #UseTheNews machen, fußt auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dafür arbeiten wir eng mit dem Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg zusammen, die für uns Studien und Befragungen durchführen, unter anderem zur Nachrichtenkompetenz junger Menschen. Auf Basis dieser Erkenntnisse erarbeiten wir dann mit unserem Netzwerk neue Angebote für Schüler:innen oder Lehrkräfte und auch unsere Medienpartner lassen diese Erkenntnisse in ihre Formatentwicklung einfließen.
Wie funktionieren eure Newscamps und Workshops konkret? Was erleben Teilnehmende dort? Unsere Newscamps sind als eine Art eintägige Newsfestivals gedacht, zu denen wir Schulklassen einladen. Dort lernen die Jugendlichen in Talks, bei Workshops oder an Mitmach-Stationen, wie Nachrichten entstehen, der Alltag im Journalismus aussieht oder wie sie Fakten checken können. Dabei ist uns wichtig, dass wir an ihre Lebensrealität andocken und die Schüler:innen auch selbst ins Machen kommen. Ein Newscamp kann beispielsweise auch ein Hackathon sein, bei dem sie gemeinsam mit Medienschaffenden oder Medienpädagog:innen Ideen erarbeiten.
Ein Austausch in unserer mittlerweile immer polarisierten Gesellschaft kann nur noch funktionieren, wenn wir uns auf die gleichen Fakten einigen können und uns nicht über alternative Wahrheiten streiten.
Sandra Jütte
Wer kann mitmachen? Das kommt ein bisschen auf das Newscamp an. Manche Newscamps finden direkt an einzelnen Schulen statt, andere in Medienhäusern, die diese organisieren. Oder wir bieten Newscamp-Module bei größeren Events wie der MediaForYou oder dem b°future-Festival an, an denen interessierte junge Menschen teilnehmen können. Ganz aktuelle Infos, wo wir überall sind, findet man auf unserer Website und in unserem Newsletter.
Wie können Schulen eure Angebote nutzen? Sie können an offenen Newscamps teilnehmen, auf uns für ein Co-Creation-Projekt oder eine Zusammenarbeit in unserem Competence Center Young Audiences zukommen. Lehrkräfte können zudem die kostenfreien Unterrichtsmaterialien aus unserer Datenbank nutzen oder sich an Projekten beteiligen.
Welche Projekte haben euch selbst am meisten überrascht oder neue Erkenntnisse gebracht? Wir haben 2024 mit unseren Partnern das „Jahr der Nachricht“ durchgeführt und da – neben weiteren Aktionen – erstmals eine ganze Serie von Newscamps veranstaltet. Es hat uns schon überrascht, dass das sowohl auf Schulseite als auch auf Medienseite so gut ankam. Das hat gezeigt, dass ein Bedarf besteht – Nachrichtenkompetenz zum Anfassen für die Schulen und ein direkter Austausch mit jungen Zielgruppen für die beteiligten Medienpartner.
Welche Projekte sind in Zukunft geplant? Wir bauen aktuell unser Competence Center Young Audiences in Richtung Nord-Deutschland aus und wollen dort künftig auch Schüler:innen und Journalist:innen zusammenbringen. Zudem entwickeln wir gerade weitere Angebote für Lehrkräfte und Fortbildungen für Eltern. Und wir haben auch 2026 einige Newscamps in Planung.
Nachrichten- und Medienkompetenz stärken mit „#UseTheNews“: funky hat einen neuen Medienpartner!
Ein manipuliertes Foto von Prinzessin Kate mit ihren Kindern, falsche Gerüchte über Kindesentführungen, KI-fabrizierte Clips von Politiker:innen: Die mediale Lage zu verfolgen und Fakten von Fakes zu trennen wurde in den letzten Jahren zunehmend herausfordernder. Medienkompetenz ist wichtiger denn je, um sich in der schnelllebigen Nachrichtenwelt zurechtzufinden. Im Projekt #UseTheNews ziehen viele Medienhäuser gemeinsam an einem Strang, um Informations- und Bildungsangebote zu Medienkompetenz und Nachrichtennutzung für junge Menschen zugänglich zu machen. Auch funky ist nun Medienpartner von #UseTheNews. Im Interview geht Sandra Jütte, Lead Community & Communication bei #UseTheNews, auf die Angebote der Initiative ein und erklärt, warum Wissenschaft, Medienpraxis und Bildung unbedingt zusammengedacht werden müssen.
Liebe Sandra, welche Kompetenzen brauchen junge Menschen heute im Umgang mit Nachrichten am dringendsten?
Wenn wir vor allem über Informationen in den sozialen Medien sprechen: eine gesunde Skepsis und ein paar Faktencheck-Skills. Zudem sollten sie sich den Absender bzw. die Quellen genauer anschauen und wissen, wie sie diese beurteilen und einordnen können. Diese Kompetenzen sollten junge Menschen bestenfalls in der Schule oder auch im Elternhaus vermittelt bekommen.
Wie ist die Initiative #UseTheNews entstanden?
#UseTheNews wurde 2020 von der Deutschen Presse-Agentur dpa und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien initiiert, begleitet von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg und dem Leibniz-Institut für Medienforschung, ehemals Hans-Bredow-Institut. Zusammen mit vielen Partnern aus Medien und Bildung wollten wir der Nachrichtennutzung und -kompetenz junger Menschen auf den Grund gehen und neue Informations- und Bildungsangebote für sie entwickeln – auch auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Welches Ziel verfolgt ihr?
Im Zuge von zunehmender Desinformation und KI-Fakes im Internet und in den sozialen Medien ist Nachrichtenkompetenz für uns eine essenzielle Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Junge Menschen müssen in der Lage sein, Fakten von Fakes und Manipulation unterscheiden zu können und sich auf Basis seriöser Informationen eine Meinung zu bilden. Deshalb haben wir das Ziel, jedem Schüler und jeder Schülerin bis 2030 gemeinsam mit unseren Partnern ein Angebot zur Stärkung ihrer Nachrichten- und Informationskompetenz zu machen und ihnen verlässliche Informationen zu liefern.
Warum ist dir das persönlich wichtig?
Ein Austausch in unserer mittlerweile immer polarisierten Gesellschaft kann nur noch funktionieren, wenn wir uns auf die gleichen Fakten einigen können und uns nicht über alternative Wahrheiten streiten.
Was bietet ihr an?
Wir organisieren zusammen mit unseren Partnern Newscamps oder Co-Creation-Projekte für Schüler:innen, in denen sie eigene journalistische Beiträge produzieren. Für Lehrkräfte bündeln wir kostenfreie Unterrichtsmaterialien, bieten Workshops an und konzipieren neue Angebote. In Hamburg haben wir zudem das „Competence Center Young Audiences“, in dem wir Medienschaffende und Jugendliche in den Austausch bringen und neue Formate erproben. Und wir haben unsere NewZee-Community – da laden wir junge Medieninteressierte bis 25 Jahre ein, ihre Ideen einzubringen und uns bei Projekten zu unterstützen, etwa bei den Newscamps.
Was unterscheidet #UseTheNews von klassischer Medienkompetenz-Arbeit?
Wir sind nicht der klassische Anbieter von Workshops und Materialien für Schulen, sondern wir sehen uns als Netzwerk, dass bestehende Angebote bündelt, miteinander verbindet oder gemeinsam Neues erarbeitet. Wie beispielsweise bei einem Newscamp: Hier kommen verschiedene Partner vor Ort zusammen, die alle ihre Expertise und Inhalte reingeben und so entsteht ein breites, abwechslungsreiches Angebot für teilnehmende Schüler:innen.
Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Medienpraxis und Bildung bei euch?
Alles, was wir bei #UseTheNews machen, fußt auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dafür arbeiten wir eng mit dem Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg zusammen, die für uns Studien und Befragungen durchführen, unter anderem zur Nachrichtenkompetenz junger Menschen. Auf Basis dieser Erkenntnisse erarbeiten wir dann mit unserem Netzwerk neue Angebote für Schüler:innen oder Lehrkräfte und auch unsere Medienpartner lassen diese Erkenntnisse in ihre Formatentwicklung einfließen.
Wie funktionieren eure Newscamps und Workshops konkret? Was erleben Teilnehmende dort?
Unsere Newscamps sind als eine Art eintägige Newsfestivals gedacht, zu denen wir Schulklassen einladen. Dort lernen die Jugendlichen in Talks, bei Workshops oder an Mitmach-Stationen, wie Nachrichten entstehen, der Alltag im Journalismus aussieht oder wie sie Fakten checken können. Dabei ist uns wichtig, dass wir an ihre Lebensrealität andocken und die Schüler:innen auch selbst ins Machen kommen. Ein Newscamp kann beispielsweise auch ein Hackathon sein, bei dem sie gemeinsam mit Medienschaffenden oder Medienpädagog:innen Ideen erarbeiten.
Wer kann mitmachen?
Das kommt ein bisschen auf das Newscamp an. Manche Newscamps finden direkt an einzelnen Schulen statt, andere in Medienhäusern, die diese organisieren. Oder wir bieten Newscamp-Module bei größeren Events wie der MediaForYou oder dem b°future-Festival an, an denen interessierte junge Menschen teilnehmen können. Ganz aktuelle Infos, wo wir überall sind, findet man auf unserer Website und in unserem Newsletter.
Wie können Schulen eure Angebote nutzen?
Sie können an offenen Newscamps teilnehmen, auf uns für ein Co-Creation-Projekt oder eine Zusammenarbeit in unserem Competence Center Young Audiences zukommen. Lehrkräfte können zudem die kostenfreien Unterrichtsmaterialien aus unserer Datenbank nutzen oder sich an Projekten beteiligen.
Welche Projekte haben euch selbst am meisten überrascht oder neue Erkenntnisse gebracht?
Wir haben 2024 mit unseren Partnern das „Jahr der Nachricht“ durchgeführt und da – neben weiteren Aktionen – erstmals eine ganze Serie von Newscamps veranstaltet. Es hat uns schon überrascht, dass das sowohl auf Schulseite als auch auf Medienseite so gut ankam. Das hat gezeigt, dass ein Bedarf besteht – Nachrichtenkompetenz zum Anfassen für die Schulen und ein direkter Austausch mit jungen Zielgruppen für die beteiligten Medienpartner.
Welche Projekte sind in Zukunft geplant?
Wir bauen aktuell unser Competence Center Young Audiences in Richtung Nord-Deutschland aus und wollen dort künftig auch Schüler:innen und Journalist:innen zusammenbringen. Zudem entwickeln wir gerade weitere Angebote für Lehrkräfte und Fortbildungen für Eltern. Und wir haben auch 2026 einige Newscamps in Planung.
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