5 funky facts

Jugendsprache im Wandel der Zeiten: Fünf frühere Jugendwörter  

Ein Kuchen mit der Aufschrift Gen Z
Jede Generation entwickelt ihre eigenen Jugendwörter.
Arsa Bushi, funky-Jugendreporterin

Jede Generation hat ihre eigenen Jugendwörter, um zu sagen, was cool, peinlich oder einfach nur „crazy“ ist. „das crazy“ ist das offizielle Jugendwort des Jahres 2025 und reiht sich somit in eine Reihe legendärer Begriffe ein, von denen– jeder ein kleines Stück Jugendgeschichte erzählt. Diese fünf Wörter waren in verschiedenen Jahrzehnten so richtig „in“. 

 1. „Knorke“ 
 „Knorke“ war in den 1920er- Jahren das absolute Lieblingswort der Berliner Jugend und kann vielleicht mit „mega“ oder „nice“ verglichen werden. „Knorke“ steht für alles, was Eindruck macht oder Spaß bringt. Angewendet wurde das Wort etwa so: „Dein neuer Hut ist ja knorke!“ Heute hört man „knorke“ nur noch selten – vielleicht mal von älteren Generationen oder in Werbekampagnen, die versuchen, dem Wort einen zweiten Frühling zu verschaffen. 

 2. „Dufte“  
Auch „dufte“ mag heute altmodisch klingen, war in den 1950er-Jahren jedoch ein Ausdruck von Begeisterung und Zustimmung. Wer damals sagte: „Das ist ja dufte!“, meinte damit nichts anderes als: „Das ist richtig gut!“ Das Wort passte perfekt zur unbeschwerten Aufbruchsstimmung der Nachkriegsjahre. Sprachwissenschaftlich wird vermutet, dass das Wort aus dem Jiddischen stammt, abgeleitet vom hebräischen „tov“, was „gut“ bedeutet. Ursprünglich im Berliner Dialekt verbreitet, schwappte es bald in den Rest des Landes über und wurde vor allem in Norddeutschland zum festen Bestandteil der Jugendsprache.  

3. „Fetzig“
 Die 70er-Jahre waren bunt, laut und voller Energie – Schlaghosen, Discomusik und Neonfarben wo hin man auch schaute. Und mittendrin ein Wort, das perfekt zu dieser Stimmung passte: „fetzig“. Egal ob ein Lied, das neue Outfit oder die Stimmung auf der Party – alles konnte „fetzig“ sein, also mitreißend und cool. Heute wirkt „fetzig“ ein bisschen altmodisch – aber irgendwie charmant. Wenn deine Oma also sagt, der Pullover sei „richtig fetzig“, dann ist das eigentlich das größte Kompliment.  

 4. „YOLO“ 
Man schreibt das Jahr 2012. Social Media ist das neue Ding und Selfies sind überall zu sehen. Dann fällt dieser Satz, halb Spaß, halb Ernst: „YOLO!“ – „You only live once“. Ob es um spontane Roadtrips ging, mutige Haarfarben oder einfach darum, bei Regen im Meer zu schwimmen – YOLO war das richtige Wort für alles, was ein bisschen verrückt war. „Ich kündige meinen Job und reise nach Bali. YOLO!“ Im Kern steckt in YOLO die simple, aber starke Botschaft: „Du hast nur ein Leben – also mach etwas daraus.“ Ein Spruch, der Mut macht, Neues zu wagen, auch wenn es mal schiefgehen könnte. 

5. „Cringe“ 
 Alles läuft ganz entspannt – bis die Eltern in die Insta-Kommentare „Süßi” schreiben. Und man denkt sich nur: Hilfe, das war so cringe. Genau dieses Gefühl – wenn etwas gleichzeitig peinlich und unangenehm ist –  beschreibt das Wort „cringe“ perfekt. Es kommt aus dem Englischen „to cringe“, was so viel wie „zusammenzucken“ oder „schaudern“ bedeutet. In der Social-Media-Welt ist „cringe“ mittlerweile fast Alltag. Früher hätte man einfach gesagt:  „voll peinlich“ oder „zum Fremdschämen“. Heute reicht ein einziges Wort. Und jeder weiß sofort, was gemeint ist. 

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.