Ayla Emma Askin, funky-Jugendreporterin
„Ich habe den Bundespräsidenten soeben um die Entlassung des Bundesministers der Finanzen gebeten.“ Mit diesen Worten von Bundeskanzler Olaf Scholz war der Bruch der Ampelregierung endgültig besiegelt. Es folgte der Rückzug zwei weiterer FDP-Minister aus der Bundesregierung.
Der Austritt der FDP aus der Ampel bedeutet nicht automatisch Neuwahlen. Bis es so weit kommt, muss Scholz zunächst die Vertrauensfrage im Bundestag stellen. Dies ist für den 16. Dezember 2024 geplant, eine Abstimmung über die Vertrauensfrage wird 48 Stunden später angedacht.
Es ist davon auszugehen, dass der Bundestag Olaf Scholz kein Vertrauen mehr aussprechen wird. Daher kann Scholz dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier vorschlagen, den Bundestag aufzulösen. Dies wird Steinmeier voraussichtlich am 27. Dezember machen. Nun ist der Weg frei für Neuwahlen, diese müssen innerhalb von 60 Tagen stattfinden. Nach einem langen Streit zwischen der Regierung und der Opposition wurden die Neuwahlen nun auf den 23. Februar 2025 festgelegt. Diesen Termin wird Steinmeier vorgeschlagen – und in der Regel hält sich der Bundespräsident an die Empfehlung der Regierung. Doch was bedeuten die Neuwahlen eigentlich für junge Menschen?
Ursprünglich sollte die aktuelle Legislaturperiode noch bis September 2025 andauern. Durch die vorgezogenen Neuwahlen ist die Zeit bis zur neuen Legislatur nun deutlich kürzer. Daher werden nicht mehr alle Gesetzentwürfe der Ampel verabschiedet werden können. Ein wichtiges Thema dabei ist die geplante Kindergrundsicherung und eine Erhöhung des Kindergeldes für einkommensschwache Familien. Schon vor dem Bruch der Ampel war fraglich, ob der Gesetzentwurf verabschiedet werden kann. Doch nun ist eine Verabschiedung noch unwahrscheinlicher geworden. Dieses Gesetz ist nur ein Beispiel für zahlreiche weitere Projekte, die kurz vor der Ziellinie stecken bleiben. Zu nennen sind beispielsweise auch die Verlängerung der Mietpreisbremse oder das Gewalthilfegesetz.
Bei der Wahl im Februar dürfen alle Wahlberechtigten ab 18 Jahren wählen, anders als bei der Europawahl, als schon Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben konnten. Es gibt bereits Kritik am Wahltermin, da dieser in Sachsen und im Saarland in den Schulferien liegt. Betroffene Wähler*innen können jedoch Briefwahl beantragen, jedoch werden Fristen deutlich kürzer sein.
Der kurze Zeitraum bis zu den Neuwahlen stellt nicht nur die Parteien vor große Herausforderungen. Auch für die Wähler:innen gibt Herausforderungen es. Es ist wahrscheinlich, dass die Parteien bis zur Wahl keine Zeit haben werden, ein neues Wahlprogramm für die Bundestagswahl auszuarbeiten. Aber auch kleinere Parteien werden Schwierigkeiten haben, sich auf die Wahl vorzubereiten. Insbesondere für Erstwähler:innen wird es schwerer, sich über die verschiedenen Parteien zu informieren und eine Wahlentscheidung zu treffen. Es ist zu erwarten, dass die Gefahr von Fake News deutlich erhöht ist. Auch wird der Wahlkampf auf Social Media umso wichtiger. Parteien, die bereits deutlich aktiver auf den einschlägigen Plattformen sind, haben dabei einen entscheidenden Vorteil. Das birgt Gefahren, da diese Parteien für Jugendliche deutlich präsenter sind.
Neuwahlen im Februar bedeuten aber auch, dass es einen Winterwahlkampf geben wird. Auch die nächsten Bundestagswahlkämpfe werden über den Winter und Weihnachten andauern. Neben der Weihnachtszeit kommt also auch noch ein Wahlkampf auf uns zu. Und zwar ab jetzt alle vier Jahre.
Die nächsten Wochen werden zeigen, welche Parteien es schaffen werden, insbesondere die junge Wählerschaft zu überzeugen. Doch nach den Neuwahlen wird die politische Stimmung im Land vermutlich eine andere sein. Noch ist nicht abzusehen, welche politischen Entscheidungen getroffen werden und wie diese das Leben von jungen Menschen beeinflussen wird. Eins ist aber klar: Die folgende Regierungsbildung wird nicht einfach werden. Wichtig ist aber, dass junge Leute zur Wahl gehen. Jede Stimme für eine demokratische Partei ist entscheidend, damit die Demokratie in Deutschland weiter stabil bleibt.
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Bei der Wahl im Februar dürfen alle Wahlberechtigten ab 18 Jahren wählen, anders als bei der Europawahl, als schon Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben konnten. Es gibt bereits Kritik am Wahltermin, da dieser in Sachsen und im Saarland in den Schulferien liegt. Betroffene Wähler*innen können jedoch Briefwahl beantragen, jedoch werden Fristen deutlich kürzer sein.
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Neuwahlen im Februar bedeuten aber auch, dass es einen Winterwahlkampf geben wird. Auch die nächsten Bundestagswahlkämpfe werden über den Winter und Weihnachten andauern. Neben der Weihnachtszeit kommt also auch noch ein Wahlkampf auf uns zu. Und zwar ab jetzt alle vier Jahre.
Die nächsten Wochen werden zeigen, welche Parteien es schaffen werden, insbesondere die junge Wählerschaft zu überzeugen. Doch nach den Neuwahlen wird die politische Stimmung im Land vermutlich eine andere sein. Noch ist nicht abzusehen, welche politischen Entscheidungen getroffen werden und wie diese das Leben von jungen Menschen beeinflussen wird. Eins ist aber klar: Die folgende Regierungsbildung wird nicht einfach werden. Wichtig ist aber, dass junge Leute zur Wahl gehen. Jede Stimme für eine demokratische Partei ist entscheidend, damit die Demokratie in Deutschland weiter stabil bleibt.
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