Nüchtern betrachtet ist die menschliche Existenz doch einigermaßen absurd: Mikroskopisch klein ist die Erde inmitten eines Universums, das wir nicht so recht verstehen. Vollkommen gleichgültig ist dem Verlauf der Geschichte unsere lächerlich kurze Lebensspanne. Und was machen wir? Wir sind überfordert mit Parkhäusern und Lohnsteuererklärungen, regen uns über langsame Baristas und überteuerte Wellnesshotels auf und lenken uns bestmöglich mit Konsum- und Dopaminräuschen von unserer eigenen Bedeutungslosigkeit ab. Klingt deprimierend? Keineswegs – im Grunde ist es urkomisch.
Von genau dieser Absurdität des Alltäglichen, von den Herausforderungen und Frustrationen unseres Daseins handelt das neue Buch „Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes“ von Giulia Becker: Eine Sammlung von Kurzgeschichten und komprimierten Texten, die sich mit den unterschiedlichsten Phänomenen unserer Kultur beschäftigen – von Michael Bublé bis hin zum Tod.
(c) Rowohlt Verlag
Dass die 34-Jährige eine der lustigsten Personen Deutschlands ist, beweist sie vor allem Woche für Woche im Podcast „Drinnies“, den sie seit 2020 gemeinsam mit Chris Sommer produziert, sowie als Autorin und Ensemblemitglied im „Neo Magazin Royale“ und in der „Carolin Kebekus Show“. Ihr erster Roman „Das Leben ist eins der härtesten“ erschien 2019.
Die Geschichten in „Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes“ beginnen meist ganz harmlos, etwa mit einem Besuch bei MediaMarkt, und nehmen dann völlig skurrile Wendungen. Zwischendrin gibt es ein paar Gedichte, Fragebögen und kurze Kapitel mit Überschriften wie „Meine abschließende Meinung zu Katzen“ oder „Deutsche Städte als Strandtypen“. Giulia Beckers Alltagsbeobachtungen sind scharf und pointiert, während die Grenzen zwischen provinzdeutscher Gegenwart und Comedy-Sketch, zwischen Privatperson und Kunstfigur zu verschwimmen scheinen.
Vor allem aber sind ihre Abhandlungen und ihre Sprache unheimlich witzig. Die Gag-Dichte in „Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes“ ist extrem hoch: kaum ein Absatz, der nicht mit einem sarkastischen Spruch endet. Fühlt sich ein bisschen wie „Drinnies“ zum Lesen an. Wer also eine philosophische Abhandlung gegen die Sisyphos-artige Existenz im kapitalistischen System erwartet, wird womöglich enttäuscht. Wer sich allerdings über die Absonderlichkeiten des Alltags amüsieren oder endlich mal Giulias abschließende Meinung zu Gitarren und Einräder präsentiert bekommen will, sollte unbedingt einen Blick in dieses äußerst kurzweilige Buch werfen.
Nüchtern betrachtet ist die menschliche Existenz doch einigermaßen absurd: Mikroskopisch klein ist die Erde inmitten eines Universums, das wir nicht so recht verstehen. Vollkommen gleichgültig ist dem Verlauf der Geschichte unsere lächerlich kurze Lebensspanne. Und was machen wir? Wir sind überfordert mit Parkhäusern und Lohnsteuererklärungen, regen uns über langsame Baristas und überteuerte Wellnesshotels auf und lenken uns bestmöglich mit Konsum- und Dopaminräuschen von unserer eigenen Bedeutungslosigkeit ab. Klingt deprimierend? Keineswegs – im Grunde ist es urkomisch.
Von genau dieser Absurdität des Alltäglichen, von den Herausforderungen und Frustrationen unseres Daseins handelt das neue Buch „Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes“ von Giulia Becker: Eine Sammlung von Kurzgeschichten und komprimierten Texten, die sich mit den unterschiedlichsten Phänomenen unserer Kultur beschäftigen – von Michael Bublé bis hin zum Tod.
Dass die 34-Jährige eine der lustigsten Personen Deutschlands ist, beweist sie vor allem Woche für Woche im Podcast „Drinnies“, den sie seit 2020 gemeinsam mit Chris Sommer produziert, sowie als Autorin und Ensemblemitglied im „Neo Magazin Royale“ und in der „Carolin Kebekus Show“. Ihr erster Roman „Das Leben ist eins der härtesten“ erschien 2019.
Die Geschichten in „Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes“ beginnen meist ganz harmlos, etwa mit einem Besuch bei MediaMarkt, und nehmen dann völlig skurrile Wendungen. Zwischendrin gibt es ein paar Gedichte, Fragebögen und kurze Kapitel mit Überschriften wie „Meine abschließende Meinung zu Katzen“ oder „Deutsche Städte als Strandtypen“. Giulia Beckers Alltagsbeobachtungen sind scharf und pointiert, während die Grenzen zwischen provinzdeutscher Gegenwart und Comedy-Sketch, zwischen Privatperson und Kunstfigur zu verschwimmen scheinen.
Vor allem aber sind ihre Abhandlungen und ihre Sprache unheimlich witzig. Die Gag-Dichte in „Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes“ ist extrem hoch: kaum ein Absatz, der nicht mit einem sarkastischen Spruch endet. Fühlt sich ein bisschen wie „Drinnies“ zum Lesen an. Wer also eine philosophische Abhandlung gegen die Sisyphos-artige Existenz im kapitalistischen System erwartet, wird womöglich enttäuscht. Wer sich allerdings über die Absonderlichkeiten des Alltags amüsieren oder endlich mal Giulias abschließende Meinung zu Gitarren und Einräder präsentiert bekommen will, sollte unbedingt einen Blick in dieses äußerst kurzweilige Buch werfen.
Giulia Becker: Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes, Rowohlt Verlag, 224 Seiten, 22 Euro
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