Fake oder Realität auf Instagram

Euer Instagram-Account soll endlich durch die Decke gehen? Ihr wollt keinen Fashion-Trend mehr verpassen? Dann ist die Kolumne der Berliner Bloggerin Michelle Sophie euer Must-read. Alle vier Wochen widmet sie sich einem neuen Beauty-Thema oder Instagram-Phänomen. Heute: So ordnet ihr Fake und Realität auf Instagram ein.

Instagram ist eine Plattform, die stark beeinflussen kann. Auch negativ. Man ist auf der Suche nach Inspirationen, stößt dabei aber auf eine Reihe scheinbar perfekt aussehender Menschen. Dass diese in der Realität nicht halb so makellos aussehen wie auf den aufwendig bearbeiteten Fotos, gerät dabei schnell aus dem Blick. Und dann ertappt man sich bei dem Wunsch, eine ebenso lupenreine Haut oder eine genauso gestählte Figur haben zu wollen – und die Selbstzweifelspirale geht los …

Es ist sehr schwer zu sagen, wer an seinem fotografierten Körper herumgedoktert hat und wer nicht. Bei vielen kann man es sich denken, bei einigen sieht man es, aber bei einem Großteil nimmt man es eben nicht bewusst wahr und bekommt somit ein absolut falsches Bild vermittelt. Ist man selbst unzufrieden mit seinem Aussehen, möchte aber dennoch nicht auf die positiven, bestärkenden Kommentare verzichten, mag man auf die Idee kommen, bei den idealen Körpermaßen ein wenig nachzuhelfen. Ein flacher Bauch, natürlich 90:60:90 und thigh gap – das alles lässt sich irgendwie in Szene setzen. Was das aber neben ein paar netten Kommentaren bewirken soll, können die meisten selber nicht beantworten. 

Ich selbst habe meine Figur ein einziges Mal nachbearbeitet. Ich habe meine Brüste und die Taille verkleinert. Das war zu einer Zeit, in der ich mich sehr unwohl mit meinem Körper gefühlt habe. Ich habe tatsächlich von irgendwelchen fremden Typen auf Instagram gesagt bekommen, dass ich ja schon fett sei und ob ich denn zugenommen hätte. Im echten Leben habe ich ähnliche Kommentare zu hören bekommen. Aber als ich das Foto hochgeladen hatte, habe ich es wenige Tage später bereut. Mir war bewusst, egal, wie unzufrieden ich bin, das mit der Körperbearbeitung kommt nicht noch mal infrage. Denn was bedeutet es, wenn man sich ohne Fotobearbeitung selbst nicht anschauen möchte? 

Meiner Meinung nach sollte das Heraufbeschwören einer künstlichen, perfekten Person keine Option sein. Viel wichtiger ist es, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Selbstliebe ist das Allerwichtigste! Wenn man sich selbst nicht mag, wie man ist – ganz ehrlich, was hat man dann auf Instagram verloren? Man tut sich selbst damit keinen Gefallen. Ich habe damals eine Instagrampause eingelegt, um mich nicht mehr von Mädchen beeinflussen zu lassen, die auf ihren Fotos so superschlank aussehen. Ich finde es in Ordnung, wenn man Kleinigkeiten wie Pickel wegbearbeitet, die auf dem Foto stören. Aber überlegt zweimal, ob ihr euch wirklich zu einem ganz anderen Menschen verbiegen wollt! 

Wer ist eigentlich Michelle Sophie?
Michelle Sophie ist eine aufsteigende Instagrammerin (@michellesophiee__). Auf den Print-Jugendseiten der Funke-Mediengruppe und auf funky.de widmet sie sich alle vier Wochen einem anderen Beauty-Thema oder Instagram-Phänomen.

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funky Redaktion

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.