Darf man über WhatsApp den Lehrer kontaktieren?

Whatsappen mit dem Lehrer? Was erlaubt ist – und was nicht

Ist der Kontakt zwischen Schüler und Lehrer via Messenger-Dienst erlaubt? Wir haben uns die aktuelle gesetzliche Lage angeschaut.
Von Charleen Reinsch, funky-Jugendreporterin

Mal eben eine Lösungsskizze an die verzweifelten Schüler schicken? Oder andersherum den Lehrer fragen, wie die Aufgabe bitte gemeint ist? Beides nicht so einfach, denn nach wie vor ist nicht geklärt: Dürfen Schüler und Lehrer überhaupt per WhatsApp kommunizieren?

Bundesweit gibt es hier keine einheitliche Weisung. Das bedeutet: Es gibt kein Gesetz, das diese Kommunikation verbietet. Allerdings ist es eine Frage des Datenschutzes. An vielen Schulen ist die Kommunikation über WhatsApp verboten. Dort, wo sie erlaubt ist, dürfen keine personenbezogenen Daten wie Fehlstunden, Noten, Termine für Klassenarbeiten oder Vertretungspläne weitergegeben werden. Was ein Lehrer darüber hinaus in seiner Freizeit macht und ob er seine Urlaubserlebnisse mit seinen Schülern teilen möchte, bleibt ihm überlassen. Allerdings wird dringend davon abgeraten, da eine gewisse Distanz zum Schüler bestehen bleiben muss.

Viele Schulen wechseln wegen der Datenschutzprobleme zu der kostenlosen Alternative „schul.cloud“. Der Messengerdienst wurde eigens für schulische Zwecke entwickelt und ist auf die deutsche Datenschutzverfassung abgestimmt. Ein Vorteil des Kommunikationsdienstes: Die Handynummern der Schüler müssen nicht angegeben werden, die E-Mail-Adresse reicht. Ein Nachteil ist, dass der Dienst nur mit Schlüsseln funktioniert, welche man allein vom Lehrer bekommen kann.

Wer also doch auf WhatsApp zurückgreifen möchte, sollte sich die AGB des Messengers ansehen. Diese besagen nämlich, dass der Dienst nur für private Zwecke verwendet werden darf. Was jetzt privat ist oder nicht, muss dann im Einzelfall entschieden werden. Wir haben für euch Vor- und Nachteile für die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern via WhatsApp aufgelistet.

Argument dafür: Schnelle Kommunikation

Die Kommunikation funktioniert schnell und einfach. Bilder und Videos, wie zum Beispiel Lösungen zu im Unterricht behandelten Aufgaben oder wichtige organisatorische Informationen, können problemlos verschickt werden und werden in der Regel auch schnell gelesen. Die App ist in den meisten Fällen auf den Handys der Schüler vorhanden, sodass der sowieso schon ausgereizte Speicher nicht noch weiter belastet werden muss.

Argument dagegen: Grenzen verschwimmen

Der Datenschutz leidet. Außerdem müssen zwangsläufig persönliche Informationen wie eben die Handynummer übermittelt werden. Es dürfen nur Daten weitergegeben werden, die keine personenbezogenen Informationen enthalten. Die Grenze verschwimmt und macht das Ganze heikel. Eine zu enge Bindung zur Lehrkraft ist darüber hinaus auch nicht erwünscht, denn nicht zuletzt kann das zur Manipulation der Noten führen.

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funky Redaktion

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.