Medienkompetenz ist Lehrern zwar wichtig, sie sehen aber andere in der Pflicht Jugendlichen den Umgang mit dem Internet beizubringen wie eine Studie ergab.
Von Lukas Wohner

Medienkompetenz gehört auf den Lehrplan, da gibt es keine zwei Meinungen. Cybermobbing, teure In-App-Käufe, Fake News, Pornografie und Gewaltvideos können schlimme Folgen haben. Das sehen auch die meisten Lehrkräfte so. Doch rund die Hälfte von ihnen traut sich nicht zu, Schülerinnen und Schüler kompetent im Umgang mit solchen Online-Risiken zu schulen.

Das ist eines der Ergebnisse des Jugendmedienschutzindex 2018, den die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) bei den Medienforschern des Hans-Bredow-Instituts und des JFF – Institut für Medienpädagogik in Auftrag gegeben hat. Für die Studie wurden rund 300 Lehrkräfte und Fachpädagogen befragt, die zum Zeitpunkt der Befragung mehrheitlich zwischen 31 und 50 Jahre alt waren. Die Studie ist damit nicht repräsentativ.

„Die medienpädagogischen Rahmenkonzepte an den Schulen fehlen an mehr als jeder zweiten Einrichtung, so die Aussage der Befragten“, erklärt Martin Drechsler, Geschäftsführer der FSM, eine Ursache für das mutmaßlich mangelnde Engagement der Lehrkräfte. „Daneben muss im Bereich Fortbildung mehr getan werden.

Die Hauptverantwortung sehen die meisten Lehrkräfte jedoch bei den Eltern, gefolgt von den Anbietern der Inhalte, Dienste und Plattformen im Netz sowie der Politik. Erst danach sehen die Befragten Schulen und andere pädagogische Einrichtungen in der Pflicht, Jugendliche über die Risiken aufzuklären.