Meinung

faircheckt: Warum Diskussionen mit Klimawandel-Leugner:innen schwieriger werden

Frau ist genervt in Diskussion am Laptop
Besonders tückisch an den Argumenten von Klimawandelleugner:innen: Sie enthalten scheinbar einen wahren Kern.
Von Sonja Walke, funky-Jugendreporterin
Sonja_Walke

In ihrer Kolumne „faircheckt“ beschäftigt sich Sonja alle vier Wochen mit Themen aus dem Bereich der sozialen Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Sei es auf YouTube oder Instagram, in der Schule oder bei der Familienfeier: Sicherlich sind euch auch schon mal Personen begegnet, die meinen, den menschengemachten Klimawandel gäbe es gar nicht. Folglich ist für diese Menschen dann auch der Aufwand, das Klima zu schützen, völlig überflüssig.

Fakt ist jedoch: Der Klimawandel existiert, und er stellt eine Gefahr für uns Menschen dar. Die Forschung ist sich auch einig, dass die Menschheit die Hauptursache für die zunehmende Erderwärmung ist – aber sie hat auch schon viele Lösungsansätze gefunden.

Trotzdem verbreiten immer noch viele Menschen falsche Informationen, beispielsweise über Elektroautos oder Windräder. In der Vergangenheit konnte man solche Aussagen meistens schnell als nicht zutreffend entlarven und widerlegen. In letzter Zeit haben sich die Internetseiten, Profile und Kanäle, die den Klimawandel leugnen, jedoch einen professionelleren Anstrich verpasst.

Ihre neue Strategie hat wohl auch mit strengeren Richtlinien auf Social Media zu tun. Denn Plattformen wie YouTube gehen seit einiger Zeit gegen die Verbreitung von Falschinformationen zum Klimawandel vor. Um diese Richtlinien zu umgehen, wenden viele YouTube-Kanäle nun neue Taktiken an. Sie bestreiten nicht mehr, dass es den Klimawandel gibt, aber sie stellen die Erderhitzung zum Beispiel als etwas Gutes dar. Oder sie behaupten, die Klimaforschung sei sowieso nicht zuverlässig.

Das Fiese an diesen Argumenten ist, dass sie oft einen scheinbar wahren Kern enthalten. Aber man kann lernen, zwischen berechtigter Skepsis und falschen Infos zu unterscheiden. Zum Beispiel, indem man nachhakt, auf welche Quelle sich eine bestimmte Aussage bezieht oder indem man selbst nach Faktenchecks zu dem Thema sucht.

Gar keine Frage: Diskussionen mit Menschen, die eine andere Meinung haben, können super bereichernd sein. Ich tausche mich gerne darüber aus, ob wir Menschen mehr Anstrengungen in Klimaschutz oder in Klimaanpassung stecken sollten. Oder darüber, ob jede und jeder einzelne sich im Alltag mehr anstrengen sollte oder ob Klimaschutz erst einmal die Aufgabe der Politik sein sollte. Ich mache das, weil ich es wichtig finde, dass über Lösungsideen diskutiert wird – solange das die Umsetzung von Lösungen nicht ewig hinauszögert. Aber um zu diskutieren, braucht man eine gemeinsame Grundlage, und das sind Fakten. Und diese müssen aus seriösen Quellen stammen. Wer das nicht einseht, mit dem diskutiere ich nicht mehr. Denn man kann unterschiedliche Meinungen haben – aber mit unterschiedlichen „Fakten“ lässt sich einfach keine Diskussion führen.


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