Die Welt der Medien entdecken: Die Youth Media Convention 2021

Junge Menschen schauen auf Bühne
Bei der Youth media Convention konnten junge Medienschaffende und -interessierte hinter die Kulissen der Branche schauen.

Fakten recherchieren, spannende Interviews führen, investigative Reportagen schreiben: Viele junge Menschen träumen davon, eines Tages Journalist*in zu werden und in der Welt der Medien Fuß zu fassen. Wie das gelingen kann, konnten Teilnehmende auf der Youth Media Convention herausfinden, die dieses Jahr als hybride Veranstaltung in Berlin stattfand. Unter dem Motto „Beyond Media – Medien und Aktivismus neu denken“ luden die Veranstalter*innen zu einem bunten Mix aus Themen-Panels, Workshops und Gesprächsrunden ein. Wir waren für euch dabei.

Charlotte Keil, funky-Jugendreporterin

„Irgendwas mit Medien“: Diese schwammige Antwort auf die Frage nach dem Berufswunsch ist in den Generationen X und Y längst zum Klischee geworden. Doch Jobs in der Medienbranche sind nach wie vor heiß begehrt. Sei es nun als Journalistin für ein Online-Magazin, als Social-Media-Manager in einer Werbeagentur oder ganz klassisch als Redakteurin bei einer Tageszeitung: Wer als Medienschaffende*r tätig ist, kann kreativ arbeiten, befasst sich mit unterschiedlichsten Themen und lernt Tag für Tag interessante Leute kennen – so zumindest die Vorstellung vieler. Doch wie sieht der Arbeitsalltag von Medienschaffenden eigentlich wirklich aus und welche weiteren Jobmöglichkeiten hält die Branche bereit? Antworten hierauf lieferte die Youth Media Convention in Berlin, die in diesem Jahr wieder zahlreichen jungen Menschen einen Einblick in die Medienwelt verschaffte.

Junger Mann erkärt an Infostand etwas
© Jugendpresse Deutschland/YouMeCon

„Die Youth Media Convention ist ein Ort zum Austoben, Ausprobieren und Netzwerken. Sie bietet eine tolle Möglichkeit, eigene Medienkompetenzen zu entwickeln oder zu erweitern“, sagt Anna Gleser, die als Projektleiterin die „YoMeCon“ mit organisiert hat. Vom 11.-14. November konnten Medienbegeisterte online oder vor Ort an der Veranstaltung teilnehmen. Die YouMeCon, die früher unter dem Namen „Jugendmedientage“ stattfand, wird vom Jugendpresse Deutschland e.V. veranstaltet und vom Bundesjugendministerium gefördert. Hinter der Organisation und Umsetzung steckt das Team um Anna Gleser.

Viele der Besucher*innen der YouMeCon reizte das Interesse an gesellschaftsrelevanten Diskussionen. „Ich sehe Journalismus vor allem als Zeichen des politischen Engagements“, verrät uns zum Beispiel Luna (19) vor Ort in Berlin. Neben dem Interesse an der Welt der Medien ist aber auch der zwischenmenschliche Aspekt für junge Menschen immer wieder ein Grund bei den Veranstaltungen der Jugendpresse Deutschland mitzumachen. „Wir haben uns vor vier Jahren bei den Jugendmedientagen kennengelernt und sind jetzt immer noch ein Paar“ erzählt Jonas (23) stolz. Die zahlreichen Teilnehmer*innen freuten sich bereits am Donnerstag auf eine vielseitige Veranstaltung, die nun endlich wieder auch als Präsenzveranstaltung stattfinden konnte. Manche kamen, um ihre ersten Schritte in den Journalismus zu fassen, andere waren bereits zum wiederholten Mal dabei und gespannt auf neue Themen.

„Wir sehen eine große Welle der Partizipation und Beteiligung unter jungen Menschen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich die Jugend immer stärker eine Stimme verschafft!“

Mit dem diesjährigen Motto „Beyond Media – Medien und Aktivismus neu denken“ sollte deutlich gemacht werden, dass Aktivismus nicht erst mit der Beteiligung an Demonstrationen beginnt, sondern ein breit gefasster Begriff ist. So könne Aktivismus bereits mit der expliziten Beleuchtung gesellschaftlich relevanter Themen beginnen. Vor allem in der jungen Generation wird entsprechendes Engagement immer wichtiger, wie auch Anna Gleser weiß: „Wir sehen eine große Welle der Partizipation und Beteiligung unter jungen Menschen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich die Jugend immer stärker eine Stimme verschafft!“ Der Fokus auf Aktivismus zog sich als roter Faden durch die gesamte Veranstaltung, die sich aus Workshops, Themenpanels, Erzählcafés, Dialoginseln und Medientouren zusammensetzte.

YouMeCon von oben
© Jugendpresse Deutschland/YouMeCon

Die zahlreichen Formate des Programms richteten sich je nach Altersgruppe und Medienerfahrung. Im Erzählcafé „Von ‚irgendwas mit Medien‘ zum Volontariat!“ berichtete Johanna Stein zum Beispiel von ihrem journalistischen Werdegang nach dem Abitur. Jungen Medienneugierigen erzählte sie in dem Format, wie sie zu einem Volontariat kam, und berichtete von der Arbeit in einer Lokalredaktion sowie von der Leitung ihres Jugendprojekts MADS („Medien an der Schule“) der MADSACK Mediengruppe.

Verschiedene Programmpunkte der YouMeCon richteten sich auch an Teilnehmende, die bereits in den Medien tätig sind. Passend zur Fotografie-Ausstellung im Bereich Proteste und soziale Bewegungen fand zum Beispiel ein Reportage-Fotografie-Workshop statt. Erfahrenere Teilnehmer*innen konnten des weiteren einen Workshop zum Thema Medienrecht besuchen oder sich im Erzählcafé Anregungen holen, wie man als Journalist*in gute Themen findet. Natürlich war nach den einzelnen Programmpunkten stets auch genügend Zeit zum Fragen stellen, Fachsimpeln und gegenseitigen Austausch. Gerade für jüngere Medienschaffende bot die Veranstaltung dadurch tolle Möglichkeiten sich zu vernetzen und vielleicht sogar den nächsten Praktikumsplatz zu ergattern.

„Es gibt keine Voraussetzungen zur Teilnahme an der YouMeCon. Jede Person kann kommen. Wir sind offen für alle, die Interesse an Medien haben.“

Mehrere Menschen lauschen den Erzählungen der SHZ-Chefredakteurin
© Jugendpresse Deutschland/YouMeCon

Die YouMeCon ist konzipiert für 14-27-jährige medienbegeisterte Menschen und soll in Zukunft als Medienplattform etabliert werden. Viele der Teilnehmer*innen engagieren sich bereits in Schülerzeitungen, Campus-Magazinen, Uniradios oder beschäftigten sich mit selbstgegründeten Formaten wie Blogs oder Podcasts und sehen die Veranstaltung als Möglichkeit, ihre Skills zu erweitern. Willkommen waren allerdings auch all diejenigen, die noch keine Erfahrung in den Medien sammeln konnten und einfach mal in die Branche hereinschnuppern wollten. „Es gibt keine Voraussetzungen zur Teilnahme an der YouMeCon. Jede Person kann kommen. Wir sind offen für alle, die Interesse an Medien haben“, bestätigt Anna Gleser.

Egal ob Neuling oder alter Medienhase – für die Teilnehmenden war die YouMeCon ein Wochenende voller Inspiration und wertvoller Erfahrungen. „Ich bin mir sicher, dass die jungen Medienschaffenden hier mit tollem Input, vielen neuen Ideen und neuen Kontakten rausgegangen sind“, sagt die Projektleiterin und fügt mit Blick aufs nächste Jahr hinzu: „Und hoffentlich auch mit dem Wunsch, 2022 wieder zu kommen, um dann vielleicht auch etwas Eigenes mit in das Programm einfließen zu lassen.“


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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.