Meinung

funky Klassiker: E.T.A. Hoffmann – „Der Sandmann“

Buchcover
"Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann zählt zu den Klassikern der Schauerromantik. Perfekt für die dunkle Jahreszeit!

Sie bringen uns zum Lachen und zum Weinen. Sie inspirieren, regen zum Nachdenken an oder verändern sogar nachhaltig unser Leben. In dieser Reihe stellt die funky-Jugendredaktion ihre liebsten Bücher, Filme und Serien vor, die vielleicht auch dein Leben bereichern!

Sarah Melziarek, funky-Jugendreporterin

Worum geht’s?

„Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann zählt mit dem Erscheinungsjahr 1816 zwar zur etwas älteren, dafür aber nicht zur verstaubten oder gar langweiligen Weltliteratur. Es handelt sich um eine interpretationreiche Erzählung aus der Schwarzen Romantik, die sich mit den Themen Traum, Wahn, Realität und nicht zuletzt auch mit der Liebe auseinandersetzt.

Im „Sandmann“ erzählt Hoffmann vom Studenten Nathanael, der sich von dem mysteriösen Wetterglashändler Coppola verfolgt fühlt. In Letzterem meint er den verhassten Advokaten Coppelius aka „der Sandmann“, zu erkennen: eine teuflische Abbildung des absolut Bösen, der für die traumatischen Erinnerungen aus Nathanaels Kindheit verantwortlich ist. Doch nicht nur Nathanael selbst wird von seinen Ängsten zerfressen, auch die Beziehungen zu seiner Verlobten und seiner Familie müssen darunter leiden.

Was macht das Buch besonders?

Als Vertreter der Schauerromantik passt der Sandmann wunderbar in die Herbstzeit. Er sorgt auf für Gänsehaut und kann konträr zu modernen Horrorfilmen mit deutlich hochwertigeren, weniger platten Story-Elementen punkten. Nicht zuletzt kommt der Sandmannhorror auch ziemlich absonderlich und grotesk daher: Wunderliche (Glas)augen und als Menschen getarnte Automaten an Stelle von Zombies und jeder Menge Blut. Immer wieder stehen die Leser*innen dabei zudem vor der Frage, ob es sich bei Nathanaels Erlebnissen um bloße Auswüchse seiner wahnsinnigen Fantasie oder doch um die Realität handelt.

Unsere Meinung: Wer Gefallen an verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten findet, wird den „Sandmann“ lieben. Schlussendlich bleibt ein bitterer, von Zweifeln durchdrungener und doch seltsam süßer Nachgeschmack übrig, der zumindest für mich den Inbegriff einer schaurig schönen Horror-Erfahrung ausmacht.

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