Was tun, wenn man eine schwierige Entscheidung treffen muss, aber sich nicht entscheiden kann?

Ziehe ich heute die blaue oder die graue Jeans an? Treffe ich mich nach der Schule mit ein paar Freunden oder verbringe ich den restlichen Tag alleine? Möchte ich studieren, eine Ausbildung machen oder doch lieber erst ein Jahr ins Ausland? Täglich treffen wir unendlich viele Entscheidungen. Diese können klein und unbedeutend sein, aber auch groß und wegweisend. Nicht immer ist es leicht, sich für die richtige Sache zu entscheiden. Ich selber tue mich mit Entscheidungen oft sehr schwer. Dennoch habe ich ein paar Methoden gefunden, die mir schon in so mancher Situation geholfen haben.
Chayenne Wolfframm, funky-Jugendreporterin

Optionen gedanklich durchspielen
Schwanke ich also zwischen zwei Optionen, tue ich so, als würde ich mich fest für eine von ihnen entscheiden, und schlafe dann eine Nacht darüber. Ob es sich für mich richtig anfühlt oder nicht, merke ich dann oft schon daran, wie es mir mit dieser Entscheidung geht.

Um dem Entscheiden ein bisschen die Angst zu nehmen, kann es auch hilfreich sein, sich klarzumachen, welche Auswirkungen die Entscheidung in ein paar Jahren noch hat. Gehe ich dieses eine Mal nicht zu einem Geburtstag, zu dem ich eingeladen bin, weil ich mich nicht gut fühle, werde ich das in fünf Jahren bereuen und wird es mein Leben nachhaltig beeinflussen? Wohl eher nicht. Bei der Frage, was ich nach der Schule mache, ist das natürlich etwas anderes.

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Gerade bei Entscheidungen, die größere Auswirkungen haben, schrecke ich vor einem Entschluss zurück. Ich grübele dann viel darüber nach und habe das Gefühl, diese eine Entscheidung würde jetzt mein restliches Leben bestimmen. So war es zum Beispiel, als es um die Frage ging, ein duales Studium zu beginnen oder nicht. Letztendlich sollte man sich bewusst machen, dass selbst durch solch eine Entscheidung nicht schon alles in Stein gemeißelt ist. Oft lassen sich Dinge auch noch nachträglich wieder ändern. Ein Studium kann im Notfall auch immer wieder abgebrochen werden, wenn es einem nicht gefällt. Genauso kann eine Ausbildung gekündigt werden, wenn sich herausstellt, dass es einfach nicht das Richtige für einen ist. Versucht der entsprechenden Situation etwas Positives abzugewinnen. Zwar hat jede Entscheidung ihre Konsequenzen, diese sind jedoch meist nicht nur negativ, sondern häufig auch positiv.

Bei Entscheidungen, bei denen mir jedoch der Mut fehlt, stelle ich mir folgende Fragen: Was wäre das Schlimmste, das passieren könnte, und ist das wirklich so schlimm? Was wäre das Beste, das passieren könnte? Oft erfüllt mich der Gedanke an Letzteres mit so viel Freude, dass ich mich letztendlich doch überwinden kann.

Die richtige Strategie für jede Entscheidung
In seinem Buch „Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten“ geht der Hirnforscher Gerhard Roth unter anderem auf das Dijksterhuis-Modell ein. Nach diesem sind in einfachen Entscheidungssituationen in der Regel solche Entscheidungen optimal, die auf Abwägen und Nachdenken beruhen. Für komplexere Entscheidungssituationen ist jedoch die Strategie besser geeignet, eine Sache für kurze Zeit ruhen zu lassen und erst danach spontan zu entscheiden. Bei jeder Alternative sollten wir uns fragen, ob wir das wirklich wollen, und überlegen, was passieren würde, wenn es diese Alternative nicht gäbe. Schließlich bleibt die Frage, was geschehen würde, wenn die Entscheidung, die getroffen wird, sich später als falsch rausstellt – wäre das dann die Katastrophe?

Außerdem erklärt Roth, dass Entscheidungen häufig durch Emotionen bedingt sind. Zwar sind die Abwägungen und Möglichkeiten, die wir haben, rational, doch die Entscheidung am Ende wird emotional-rational getroffen. Erwartungen und Befürchtungen wirken immer auf unsere Entscheidungen mit ein.

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.