Was tun, wenn ich mich auf dem Heimweg unsicher fühle?

Ein Park ohne Straßenlaternen, eine dunkle Gasse oder einfach ein abgelegener Ort, an dem sich plötzlich sämtliche Horrorfilme auf einmal im Kopf abspielen: Auf dem abendlichen Heimweg kann einen schnell mal die Angst überkommen. Intuitiv greifen viele deshalb vorsichtshalber schon mal zum Telefon, wählen eine Nummer oder halten es einfach ans Ohr, um Außenstehenden zu vermitteln, dass sie nicht alleine sind.
Kristina Vasilevskaja, funky- Jugendreporterin

Für solche Situationen gibt es außerdem auch das Heimwegtelefon (030 1207 4182), das unterstützen möchte. Freitags und samstags ist es ab 22 Uhr erreichbar. An allen anderen Tagen telefoniert man ab 20 Uhr mit Menschen, die sich so lange mit einem unterhalten, bis man sicher zu Hause angekommen ist.

Wer kein Telefon dabei hat oder wessen Akku mal wieder leer ist, kann es auch mit Singen versuchen. Das beruhigt die Nerven, vor allem wenn man ein paar Lieblingslieder trällert. Um sich im öffentlichen Raum vor sexuellen Übergriffen zu schützen, kann es außerdem helfen, eine freundliche, außenstehende Person zu bitten, als Bekannte oder Bekannter mitzuspielen. Zu zweit fühlt man sich häufig sicherer. In einer ihrer Kolumnen aus „Die letzten Tage des Patriarchats“ empfiehlt Margarete Stokowski Männern, die Frauen die Angst auf dem späten Heimweg nehmen möchten, einfach die Straßenseite zu wechseln. Denn damit ist sofort klar, dass keiner verfolgt wird und niemand Böses im Sinn hat. 

Leider sind viele Parks und Straßen noch immer nicht gut beleuchtet. Deshalb sollte lieber ein heller, belebter Umweg gewählt werden, anstatt eine Abkürzung in Kauf zu nehmen, die Magenschmerzen bereitet. Und wenn es abends wirklich mal spät wird, tut es gut, nicht allein zu verschwinden, denn in der Gruppe ist es oft am sichersten. Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch einmal Opfer eines Übergriffs wird, sollte versuchen, schnell auf sich aufmerksam zu machen. Es kann zum Beispiel helfen, immer eine kleine Trillerpfeife mit sich zu führen, mit der man im Ernstfall den Täter verschrecken und Passanten zu Hilfe rufen kann.  

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.