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Fünf Dinge, die du über Moria wissen solltest

Am 8. September kam es im griechischen Flüchtlingslager Moria zu einem Großbrand, der 13.000 Menschen obdachlos machte. Verstörende Bilder erreichten uns und zeigten uns einmal mehr, was für katastrophale Zustände in Moria und ähnlichen Lagern herrschen. Die Europäische Union geriet unter Druck, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Aber was ist eigentlich genau passiert und wie geht es weiter? Wir haben die wichtigsten Fakten im Überblick für euch zusammengestellt.
Joelle Mohr, funky-Jugendreporterin

1. Was ist Moria eigentlich?
Moria liegt auf der griechischen Insel Lesbos und wurde ursprünglich für 2.800 Menschen konzipiert. Das Flüchtlingslager diente zur Erstregistrierung von Flüchtlingen und sollte sie während der Durchführung eines Asylverfahrens beherbergen. Nach dem EU-Türkei-Abkommen im Frühjahr 2016 wurde das Lager hauptsächlich zum Verweilzentrum, wo Asylbewerber darauf warten, auf andere EU-Staaten verteilt zu werden.

2. Wie war die Situation in Moria vor dem Brand?
Bereits vor dem Brand war die Situation im Lager angespannt. Statt der vorgesehenen 2.800 Menschen lebten im Lager Anfang September 13.000 Geflüchtete. Die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten war nicht gegeben und die sanitären Anlagen reichten für diese Menschenmassen nicht aus. Besonders in Bezug auf den Ausbruch der Covid19-Pandemie war die Situation im Camp besorgniserregend. Seife war kaum erhältlich und auf einen Wasserhahn kamen 1.300 Menschen. Sich angemessen vor dem Virus zu schützen war also nicht möglich.

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3. Wie kam es zu dem Brand?
Am Abend des 8. September kam es zu einem Großbrand im Lager, der Tausende Menschen obdachlos machte. Eine Woche später wurden sechs Afghanen wegen mutmaßlicher Brandstiftung verhaftet, ihr Asylantrag war kurz zuvor abgelehnt worden. Auf der Insel brach Chaos aus und ein provisorisches Lager wurde eröffnet.

4. Was passiert mit den Obdachlosen?
Kurz nach dem Brand wurden 400 minderjährige Flüchtlinge auf das griechische Festland gebracht, ihre Unterbringung wurden von der EU finanziert. Die restlichen Menschen warten länger auf Unterschlupf. So wurden 5.000 Flüchtlinge in Kara Tepe, einem anderen Lager auf Lesbos, untergebracht. Die griechische Armee baute außerdem in der Nähe eine Zeltstadt für die obdachlosen Menschen auf. Dort fehlt es am Nötigsten. Einige Flüchtlinge weigerten sich aufgrund der Missstände in Moria vor dem Brand, dort einzuziehen. Deshalb kam es am 12. September zu Demonstrationen, bei denen Tränengas von Sicherheitskräften eingesetzt wurde. Aufgrund der beengten Verhältnisse wurden auch Kinder verletzt. Auch die deutsche Regierung erklärte sich bereit dazu, 1.500 Menschen aufzunehmen.

5. Wer kommt nach Deutschland?
Bundeskanzlerin Merkel und Innenminister Seehofer einigten sich auf die Aufnahme von 1.553 Menschen, unter denen nur Familien mit Kindern sein dürfen. Außerdem müssen sie schon ein erfolgreiches Asylverfahren in Griechenland durchlaufen haben. Nach einem negativen Covid19-Test sollen sie nach Deutschland geflogen werden.

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funky Redaktion

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.