„PC-Spende“ – die Digitalisierungs-Kampagne kurz vor dem Aus

Die Aktion der privaten Initiative „Das macht Schule“ vermittelt gebrauchte Hardware von Unternehmen an Schulen, um die benötigte Digitalisierung an Schulen zu fördern. Doch aktuell läuft die „PC-Spende“-Kampagne Gefahr, langsam aber sicher unterzugehen.
Von Laura Wilks, funky-Jugendreporterin

Durch die Corona-Pandemie hat die digitale Bildung in den vergangenen Monaten einen Boom erlebt. Gezeigt hat sich aber auch: An Schulen wurde in den vergangenen Jahren einiges versäumt. Die Ausstattung in den Unterrichtsräumen ist mitunter mangelhaft. Es fehlt an Hardware wie Endgeräten oder interaktiven Tafeln. Es mangelt an Schulungsangeboten für Lehrkräfte. Vielen Schülern ist es nicht möglich, an der digitalen Bildung teilzuhaben.

Bereits 2018 haben Bund und Länder mit dem „DigitalPakt Schule“ erklärt, fünf Milliarden Euro bereitzustellen, um die Digitalisierung in den allgemeinbildenden Schulen zu fördern. Doch die Sofortmaßnahmen der Länder greifen nur schleppend. Bis heute wurden lediglich 390 Millionen Euro bewilligt, welche größtenteils in die Infrastruktur, selten in Endgeräte investiert wurden. Auch das 500 Millionen Euro schwere, vom Koalitionsausschuss beschlossene „Sofortprogramm Endgeräte“, das benachteiligten Schülern Zugang zu mobiler Ausstattung für zu Hause verschaffen soll, treibt die Endgeräte-Ausstattung der Schulen nicht voran.

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Diese Lücke versucht die Kampagne „PC-Spende“ zu schließen. Initiiert wurde sie von der seit 2007 aktiven, privaten Initiative „Das macht Schule“. Die Funktionsweise ist schnell erklärt: Privat- und Großunternehmen stellen gebrauchte, aber nicht mehr benötigte Computer, Monitore und Drucker auf einer Projektplattform ein. Interessierte Schulen können sich auf der Website aussuchen, was sie benötigen, und die Geräte direkt beim jeweiligen Unternehmen abholen. Allein 2019 wurde Technik im Wert von 1,3 Millionen Euro bereitgestellt, mehr als 200.000 Schülerinnen und Schüler hätten bereits profitiert, teilt „Das macht Schule“ mit.

Doch nun steht die Kampagne vor dem Aus. Es mangelt an finanziellen Mitteln, um die Personal- und Webkosten, die „PC-Spende“ verursacht, zu decken. „Das macht Schule“ hofft, sich einen großen Kreis regelmäßiger Spender aufbauen zu können, und ersucht Staat, Stiftungen, Wirtschaft und Privatpersonen um Hilfe. Das Projekt sei unabdingbar, sagen die Initiatoren und verweisen zugleich darauf, dass man dazu beitrage, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. „Wir verdoppeln die Lebensdauer von PCs, was die Umweltbelastung halbiert“, rechnet Bernd Gebert von „Das macht Schule“ vor. 

Wer mehr über die Aktion erfahren möchte, besucht https://pc-spende.das-macht-schule.net/

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