Interview

Orry Jackson: „Ich sehe mich als R’n’B-Sänger, bin aber trotzdem der Pop-Künstler“

Bereits im Alter von vier Jahren stand Orry Jackson das erste Mal auf der Bühne. Inzwischen ist er deutschlandweit bekannt und tourt mit Pietro Lomardi durch die Gegend. Morgen kommt seine neue Single raus. Wir haben mit dem Pop-Sänger über seine musikalischen Erfahrungen gequatscht!
Von Hanna Rüpke, funky-Jugendreporterin

Hallo Orry, wie geht‘s dir? Was hat Corona für dich verändert?
Mir geht es sehr gut. Momentan bin ich ein wenig aufgeregt wegen meiner neuen Single, die am Freitag erscheinen wird. Die Situation ist natürlich für alle schwierig momentan, aber ich denke, man sollte einfach das Beste daraus zu machen. Ich mache viel Musik von zu Hause. Ich habe hier mein eigenes Studio und kann daher trotz Corona noch sehr produktiv sein.

Du standest zum ersten Mal mit vier Jahren auf der Bühne und hast mit deiner Schwester „Angel“ von der Kelly Family gesungen. Wie kam es dazu?
Das war eigentlich eine mega spontane Sache. Meine Mutter hat damals kleine Feste in Bonn organisiert mit etwa 500 Leuten und ein paar Acts. Und als plötzlich einer der Künstler ausgefallen ist, sind meine Schwester und ich dann eben auf die Bühne und haben unser Ding gemacht. Natürlich war ich da wirklich noch sehr klein und kann mich kaum erinnern, aber ich weiß noch, dass die Leute total überrascht und verzaubert waren.

Ich habe gelesen, dass du da beschlossen hättest, Sänger zu werden. Stimmt das?
Ja, das war dann wirklich so. Ich habe unglaublich viel Musik gemacht zu Hause und sehr viel Unterstützung von meinen Eltern bekommen. Und so bin ich dann auch immer am Ball geblieben.

Als du zwölf Jahre alt warst, hast du zusammen mit Xavier Naidoo gesungen. Wie kam’s denn dazu?
Es gab damals einen Musik-Contest für Kinder in Österreich, das war eine Sendung auf Sat.1 und da habe ich dann mitgemacht. Irgendwann kam eine Einladung von Xavier Naidoo und so haben wir schließlich gemeinsam auf der Bühne gesungen. War schon ein krasses Erlebnis.

Dein Vater ist ja ziemlich musikalisch. Hat er dir von klein auf ans Herz gelegt in die Musikbranche zu gehen?
Mein Vater hatte nie eine richtige Ausbildung in die musikalische Richtung oder so aber irgendwie konnte er doch immer alles spielen. Bei uns zu Hause lief auch immer Musik und somit bin ich einfach damit groß geworden und habe es auch immer geliebt.

2007 ging es für dich ja eigentlich richtig los, als du Teil der deutschen Boyband „Part Six“ wurdest. Wie war diese Zeit?
Ach, das war cool aber eher so ein Teenie-Ding. Wir waren alle Jungs aus Bonn und nach einer Weile auch richtig gut befreundet. In der Zeit waren wir viel unterwegs, haben auf Festivals gespielt und mit anderen Boybands die Zeit verbracht. Es war aber auf jeden Fall eine coole Zeit und eine gute Erfahrung.

Mittlerweile wirst du von erfolgreichen Musikern gefeiert. JoJo liebt deine Stimme und Pietro Lombardi, mit dem du auch auf Tour gehen wirst, hat dich als einen der besten Sänger Deutschlands bezeichnet. Geht sicher runter wie Öl, oder?
Das ist natürlich mega krass für mich. Pietro hat mich immer supportet, was absolut nicht selbstverständlich ist. Wir haben aber auch schon viel zusammen gesungen und jetzt seine Tour supporten zu können ist echt etwas ganz Großes für mich.

Wer sind eigentlich deine Idole? Mit wem würdest du gerne mal ein Feature machen?
Die Liste ist auf jeden Fall lang. Aber international bin ich auf jeden Fall mega der Usher-Fan. National hätte ich aber auch mal Bock mit so ganz unpassenden Künstlern zu arbeiten. Also Grönemeyer zum Beispiel. Ich feiere generell die Musik der 2000er. Ansonsten wären Künstler wir Capi oder Samra auch nice.

Du hast 2011 bei „The Voice of Germany“ mitgemacht, schon vor 30.000 Menschen gesungen, letztes Jahr ist dein Album „Orry Jackson“ erschienen: Was war aus deiner Perspektive der größte Meilenstein?
Ich habe echt schon viel mit gemacht. Tatsächlich auch viel im Hintergrund, was man ja so nicht mitbekommt. Ich bereue aber auch nichts. Ich habe so meinen Weg gesucht und ja auch gefunden. Am prägendsten war aber definitiv der Auftritt damals mit Xavier Naidoo.

Am Freitag erscheint deine Single „Mein Stern“, ein Cover von Aymans Hit. Was macht mehr Spaß: Selbst schreiben oder alten Songs neues Leben einhauchen?
Selbst schreiben, ganz klar. Das mit dem Cover war eher eine Idee von meinem Manager, aber fand ich super und wollte ich sofort machen. Ich finde es heutzutage aber auch schade, dass die alte Mukke fehlt. Es geht alles viel mehr in die gleiche Richtung.

Du hast in deinem jungen Leben musikalisch schon sehr viel gemacht – aber auch sehr unterschiedliche Dinge. Man kann dich noch nicht ganz genau einordnen. Wo willst du musikalisch hin? Was sind deine Ziele für die nächsten fünf Jahre?
Ich sehe mich selber als R’n’B-Sänger, bin aber trotzdem der Pop-Künstler. Ich möchte auch in Zukunft noch viel gute Musik machen und den Vibe von damals aufleben lassen. Viele Crossover-Sachen sind aber auch geplant also Features und so. Und eine Sache die mir sehr am Herzen liegt ist, junge Künstler zu supporten, das hat mir damals auch sehr viel bedeutet.

Und nach Corona – was ist da geplant?
Im Sommer hätte ich eigentlich auf vielen Festivals gespielt. Aber auf jeden Fall die Tour mit Pietro nächstes Jahr und ganz viel neue Musik.

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.