Ein Weihnachtsfest in der Psychiatrie

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Mit dem 16. Türchen könnt ihr euren Lesespaß wiederbeleben.
Weihnachten ist für die meisten Menschen eine besondere und besinnliche Zeit, die sie am liebsten mit der Familie feiern. Aber was, wenn das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist?
Von Ylva Immelmann, funky-Jugendreporterin

Ylva hat mit Ulrike Neumann gesprochen, die als Betreuerin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Hamburger Kinderkrankenhaus Wilhelmstift arbeitet. Dort verbringen einige junge Menschen ihre Weihnachtstage außerhalb der eigenen vier Wände.

Natürlich ist die Stimmung auf der Station nicht mit der Atmosphäre zu Hause zu vergleichen. Aber trotzdem wird Weihnachten jedes Jahr gefeiert, und zwar meist einige Tage vor dem 24. Dezember. „Auf der Weihnachtsfeier wird richtig groß gekocht. Da gibt es Gänsebraten, Entenbraten, Klöße und vieles mehr. Und dann wichteln Patienten und Betreuer gemeinsam. Das finden wir alle immer besonders toll, weil wir Kollegen das mit den Kindern zusammen machen. Das ist viel schöner und hat ein bisschen was Familiäres und Weihnachtliches“, berichtet Ulrike Neumann. Auf der Station ist das Wichteln schon ein festes Weihnachtsritual. „Dann sitzen wir im Wohnzimmer, am Baum. Wir haben sogar auch mal gesungen“, erzählt Neumann mit einem Schmunzeln im Gesicht.

An Heiligabend selbst wird natürlich auch gefeiert, allerdings dürfen viele Patienten diesen Tag zu Hause zu verbringen, einige sogar übernachten. „Die, die können, gehen nach Hause“, so Frau Neumann. „Die Ärzte entscheiden, ob das möglich ist oder nicht.“ Demnach ist trotz des Klinikaufenthalts für einige Patienten ein halbwegs normales Weihnachtsfest möglich.

Für einige, aber eben nicht für alle. „Es ist natürlich nicht wie zu Hause, wenn man gesund ist. Hier sind Kinder, die krank sind. Sie haben Probleme, die sie natürlich auch beeinflussen. Wenn man nicht zu Hause bei seiner Familie Weihnachten feiern kann, weil das nicht funktioniert, ist es immer schade, hier zu sein.“ Weihnachten in der Psychiatrie verbringen zu müssen, ist für die meisten sehr schwer. Schließlich müssen sie das Fest so an einem Ort verbringen, den man fast nur mit negativen Dingen assoziiert. „Aber manchmal gibt es keine andere Option. Dann müssen die Patienten hierbleiben, weil es möglicherweise zu Hause schwieriger ist.“ In einigen Fällen ist es aber auch eine Entlastung für die Jugendlichen. Wenn es zu Hause Schwierigkeiten gibt, kann eine Auszeit über Weihnachten auch helfen. „Ich denke, dadurch, dass wir es uns dann hier gemütlich machen und ein bisschen Weihnachten zelebrieren, ist es vielleicht sogar auch eine Erleichterung.“

Für die Patienten gibt es somit eine Möglichkeit, Weihnachten auf eine schöne Weise zu feiern – wenn auch nicht zu Hause. Denn auch ein Weihnachten in der Psychiatrie kann ein schönes Weihnachten sein. „Wir versuchen eben, es so schön wie möglich zu machen. Die Situation ein bisschen zu erleichtern und die Kinder aufzufangen.“ Für die Kinder und Jugendlichen ist es auch beruhigend, zu wissen, dass sie einen Platz haben, wo sie hingehen können – und willkommen sind.

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.