Zwei Millionen Kilometer Papier: Ist das notwendig?

Wie sinnvoll ist die neue Kassenbonpflicht?
Wie sinnvoll ist die neue Kassenbonpflicht?
Dank der neuen Regelung für Kassenbons müssen Verkäufer demnächst sämtliche Belege drucken.
Von Selly Häussler, funky-Jugendreporterin

Egal, ob du dir einen Döner holst oder einen Haufen neuer Klamotten kaufst – ab 2020 müssen Verkäufer im Einzelhandel für jeden Kunden einen Kassenzettel ausdrucken. Mit der Kassenbon-Pflicht will der Staat gegen Steuerbetrug vorgehen. Jeder kleine Kiosk, jeder Bäcker und jede Bar drucken bald Zettel um Zettel. Unsere Geldbeutel verstopfen sie aber nicht unbedingt: Kunden müssen den Beleg weiterhin nicht annehmen. Eigentlich handelt es sich nur um eine ausgabepflicht. die kassen in deutschland sollen auf ein fälschungssicheres System umgestellt werden, das automatisch einen Beleg ausgibt. Warum dieser notwendig ist, wenn das System fälschungssicher ist, bleibt unklar.

Die Kassenbonpflicht produziert deutschlandweit voraussichtlich zwei Millionen Kilometer zusätzliche Länge an Kassenbons im Jahr, so Steuerexperte Ralph Brügelmann. Und das in einer Zeit, in der wir versuchen mit aller Macht die Klimakrise abzuwenden und weniger Müll zu produzieren. frankreich schafft diese Pflicht gerade ab, um Ressourcen zu sparen. Der Beleg kann nach der neuen Regelung zwar auch aufs Smartphone übertragen werden, ein solches System für alle zu etablieren ist aber noch nicht möglich und für kleine Läden sehr aufwändig.

Abgesehen von der Umweltbelastung ist die Belegpflicht auch eine finanzielle Belastung für die Händler. Wegen dieser Verordnung müssen sie nun ihre Kassen bis September 2020 umrüsten. Das kostet etwa 300 bis 400 Euro pro Kasse. Das spezielle Thermopapier für die Bons ist außerdem teurer als normales und sollte nicht im Papiermüll landen, da die Beschichtung umweltschädlich ist.

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.