Dem Ersti auf der Spur

Annalena fühlt sich wie ein Schulanfänger. Sie ist Ersti.
Annalena fühlt sich wie ein Schulanfänger. Sie ist Ersti.
Annalena fühlt sich wie ein Schulanfänger. Sie ist Ersti. Gerade an sie an Universität in Erfurt ihr Studium begonnen. Wie es ihr in den ersten Wochen ergeht, was sie erlebt und wie oft sie sich verläuft – über all das und noch vieles mehr berichtet sie in ihrer Erst-Kolumne.
Von Annalena Schwobe,funky-Jugendreporterin Erfurt

Teil 4: Die erste Klausur

Die ersten Wochen an der Uni vergingen wirklich rasend schnell. So langsam habe ich mich an das Leben auf dem Campus gewöhnt. Auch mit dem Vorlesungsverzeichnis und dem Onlineportal komme ich jetzt viel besser klar als anfangs. Doch eine neue Herausforderung wartet bereits auf mich und meine Mitstreiter und zwar: die erste Klausur.

Eigentlich werden alle Klausuren in der Regel am Ende des Semesters, also im Januar, geschrieben. Um uns etwas zu entlasten entschied sich unser Literaturprofessor jedoch dazu, seine große Klausur in drei kleinere Teilklausuren aufzuteilen. Diese werden wir nun verteilt im Laufe des Semesters schreiben. Nun ist der besagte Montag gekommen und es wird ernst. Klausuren zu schreiben ist ja wirklich nichts Neues für uns. Wir waren schließlich alle in der Schule. Dennoch fühlt es sich so ganz anders an. Ich muss mich richtig bemühen, ruhig zu bleiben. Ich rede mir gut zu. Ist ja nur ein kleiner Test; nichts, wovor man Angst haben müsste. Außerdem bin ich mir bewusst, dass ich mich in den vergangenen Tagen gut vorbereitet und viel gelernt habe.

9:45 Uhr lege ich erleichtert meinen Stift zur Seite und gebe meine ausgefüllten Zettel ab. Wie es gelaufen ist werde ich wohl aber erst in zwei Wochen erfahren. Bei 400 Studenten ist es ja verständlich, dass der Professor nicht alles in ein paar Tagen korrigiert haben kann.

Jetzt aber erstmal ab in die Mensa! Nachdem ich mir einen Kaffee geholt habe, setze ich mich zu meinen Freunden an den Tisch. Wir albern herum und planen das Wochenende. Das habe ich jetzt wirklich gebraucht um wieder etwas runterzukommen.

Teil 3: Seminare, Mensa, Straßenbahn – alles ein Kampf

Kaum hat man sich versehen, ist auch die dritte Uni-Woche schon wieder vorbei. Das heißt, jetzt müssen wir uns endgültig entscheiden, welche Seminare wir belegen wollen. Was vielleicht einfach klingen mag, ist in Wirklichkeit ein wahrer Kampf. Wer nicht schnell genug ist, kommt in die beliebten Seminare nicht mehr rein und muss sich mit dem Übriggebliebenen begnügen.

Doch nicht nur hier treffe ich auf die ersten Hürden. Überall läuft es nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Gequetscht wie die Ölsardinen stehe ich täglich in der Bahn, immer hoffend, mich im Falle einer Bremsung noch irgendwo festhalten zu können. Nicht anders sieht es in der Mensa aus. Hat man sich nicht rechtzeitig einen Platz gesichert, muss man letztendlich seine Mahlzeit im Stehen oder draußen auf der Wiese essen. Und draußen ist es echt nicht mehr sehr warm.

Die Uni ist und bleibt ein wahrer Kampf – und das, bevor die Prüfungen überhaupt begonnen haben!

Teil 2: Vorlesungen und Freunde finden

Montagmorgen stehe ich pünktlich um 7:10 Uhr am Bahnhof. Puh. Ganz schön gewöhnungsbedürftig, wieder so früh aufstehen zu müssen. Da ich leider erst im Februar meine Wohnung in Erfurt beziehen kann, bleibt mir bis dahin nichts anderes übrig, als mit dem Zug zu pendeln. Doch ich scheine nicht die Einzige mit diesem Problem zu sein, denn in der Bahn treffe ich auch auf andere Studenten, denen ich letzte Woche bereits auf dem Campus begegnet bin.

Die Woche vergeht wie im Flug. Jede Vorlesung und jedes Seminar stecken voller neuer Informationen. Zum Glück lädt der Professor jede Woche die Folien zu seiner Veranstaltung auf unser Studienportal. Darauf sind die wichtigsten Dinge noch einmal zusammengefasst. Leider sind es immer 20 bis 30 Folien. „Wie soll ich das bis zur Klausur nur alles in meinen Kopf bekommen?“, fragt mich Melina, eine meiner Kommilitoninnen. „Das frage ich mich auch“, entgegne ich. Wir beschließen zusammen mit anderen aus unserer Gruppe, auf jeden Fall eine Lerngruppe zu gründen.

Das Freundefinden ging übrigens viel schneller und einfacher, als ich zunächst gedacht habe. Da sich alle irgendwie in derselben Situation befinden, fällt es einem gar nicht schwer, fremde Leute anzusprechen. Wir verabreden uns in den Pausen und treffen uns zum Mittagessen in der Mensa. Selbst eine WhatsApp-Gruppe haben wir bereits gegründet. Zusammen macht alles einfach mehr Spaß und es fällt einem auch viel leichter, sich in diesem neuen Uni-Leben zurechtzufinden.

Teil 1: Die Ersti-Woche

Es ist neun Uhr – gewappnet mit Stift und Block betrete ich aufgeregt den Hörsaal 1 der Universität Erfurt. „Schön, dass ihr da seid“, steht groß auf dem über dem Eingang hängenden Plakat. Wie nett, denke ich und blicke herum. Hunderte neue Gesichter.

Nach der Willkommensveranstaltung werden wir in Gruppen eingeteilt, welche sich nach unseren Studiengängen orientieren. Meine trägt den Namen PEB/Philo – die Gruppe für alle, die Primare und Elementare Bildung (Grundschullehramt) mit dem Nebenfach Philosophie studieren. Nun lernen wir auch unsere Tutorinnen kennen, zwei nette Mädchen aus dem fünften Semester. Sie werden uns diese Woche begleiten und in das Studentenleben auf dem Campus einführen. Perfekt. Wir brauchen auf jeden Fall Unterstützung. Zum Beispiel stehen sie uns bei der Erstellung unseres Stundenplanes mit Rat und Tat zur Seite, geben Tipps und berichten, was uns im ersten Semester alles erwartet.

In den folgenden Tagen nehme ich an diversen Kennenlernspielen teil, an Informationsveranstaltungen, Partys und eine Campusführung. Ich will nichts verpassen! Den meisten anderen scheint es genauso zu gehen. Langsam erkenne ich erste Gesichter wieder.

Zwar sind wir zunächst noch etwas verunsichert und überfordert von all dem Input. Dennoch spüre ich bei allen eine vorfreudige Spannung. Besonders freue ich mich auf die ersten Vorlesungen und Seminare. Das wird sicher super.

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funky Redaktion

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.