Verstrahlte Spermien gegen Schwangerschaft

Bereits seit einem Jahrhundert gibt es zahlreiche verlässliche Methoden, einer Schwangerschaft vorzubeugen. Die Verhütung an sich ist aber immer noch Frauensache.
Wird es Zeit den Spieß umzudrehen? Männer, wie bereit seid ihr?
Bereits seit einem Jahrhundert gibt es zahlreiche verlässliche Methoden, einer Schwangerschaft vorzubeugen. Die Verhütung an sich ist aber immer noch Frauensache. Pille, Spirale, Zäpfchen, Verhütungsring, Pflaster, Spritze, Stäbchen, Femidom, Diaphragma – die Medizin hält so einiges bereit. Der Mann hat einzig die Vasektomie oder das Kondom zur Verfügung. Ist es nicht langsam mal Zeit, den Spieß umzudrehen?
Von Janine Kusatz, funky-Jugendreporterin

Forscher versuchen seit Jahrzehnten, ein Verhütungsmittel für den Mann herzustellen. Es gestaltet sich allerdings schwieriger, 150 Millionen Spermien aufzuhalten als durch Hormone dem Gehirn eine Schwangerschaft vorzugaukeln – wie bei der Pille. Trotzdem wurde weiter geforscht und mittlerweile sogar ein ansehnliches Ergebnis hervorgebracht: 11-beta-MNTDC.

US-Forscher entwickelten diese Pille für den Mann aus einer Kombination eines Androgens und eines Progesterons. Dieses unterdrückt die Hormonproduktion im Gehirn, welches die Spermienproduktion im Hoden kontrolliert. Bislang wurde jedoch nur die Sicherheit und nicht die Wirksamkeit getestet, demzufolge dauert die Studie vermutlich weitere zehn Jahre. Nebenwirkungen sind: Müdigkeit, Kopfschmerzen, geringe Libido und Akne. Die Pille für den Mann hängt besonders bei den hormonellen Produkten immer mit einer Senkung des Testosteronspiegels zusammen, was, wie ich vermute, ein Problem für die Akzeptanz dieser Pille darstellen wird. Doch auch sonst scheint „Mann“ noch nicht bereit.

Bislang wurde nur die Sicherheit und nicht die Wirksamkeit getestet, demzufolge dauert die Studie vermutlich weitere zehn Jahre.

Janine erklärt, warum es mit der Pille für den Mann noch etwas dauern kann

Argument Nummer 1: „Davon wachsen mir dann bestimmt Brüste.“ Theoretisch gesehen kann das die ganze Zeit passieren, weil Testosteron unter anderem aus Östrogen besteht, das die Brüste wachsen lässt. Androgene verhindern das Wachstum der Brust, deshalb ist ein Brustwachstum durch die Pille sehr unwahrscheinlich.

Argument Nummer 2: „Auch die Pille für den Mann greift in den Hormonhaushalt ein und ist deswegen abzulehnen.“ Das stimmt! Aber es gibt eine vielversprechende Alternative. Das Akanthusgewächs Justicia gendarussa zum Beispiel wird in Indonesien seit Langem als Verhütungsmittel verwendet. Es wird als Teeaufguss getrunken und verhindert schlicht die Fähigkeit des Spermiums, in die Eizelle einzudringen. Verstrahlte Spermien gegen Schwangerschaft sozusagen. Nach Absetzung des Tees dauert es drei Tage, bis die Fruchtbarkeit wieder einsetzt. Eine wenig bekannte, aber ausgesprochen effektive Methode, die obendrein noch die Libido steigert. Abgesehen von einer möglichen leichten Gewichtzunahme sind keine weiteren Begleiterscheinungen bekannt.

Argument Nummer 3: „Wenn die Gesellschaft so weit ist, würde ich die Pille nehmen.“ Liebe Menschen mit Spermien, wenn es einmal so weit ist, dann schaut nicht auf andere und hofft, sie würden wissen, was du tun sollst. Das Individuum bestimmt die Gruppe. Änderst du nichts, ändert sich nichts. Lasst euch einfach drauf ein. Direkt alles zu verfluchen, bringt auch keinen Fortschritt. Das soll nicht heißen, ihr sollt die Pille unbedingt nehmen. Hört auf euch selber, mehr braucht es gar nicht.

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